Test: Virtuelle Sampler-Workstation Digidesign Structure

Zentrales Klang-Werkzeug

Digidesigns erste virtuelle Sampler-Workstation Structure schickt sich an, mit seinen mächtigen Funktionen das wichtigste virtuelle Instrument in der Pro Tools Welt zu werden.

Von Georg Berger

Mit der Gründung der A.I.R.-Group (Advanced Instruments Research) vor knapp eineinhalb Jahren durch die Übernahme der deutschen Soundschmiede Wizoo, konzentriert sich Digidesign verstärkt auf die Produktion von virtuellen Instrumenten. Vorteil: Die von dieser Abteilung entwickelten Instrumente sind ausschließlich und somit gezielt auf eine optimale Zusammenarbeit mit Pro Tools ausgerichtet. So auch geschehen beim jüngsten Streich der A.I.R.-Group, der virtuellen Sampler-Workstation Structure, die in engem Verbund mit der Pro-Tools-eigenen Digital-Audio-Engine arbeiten soll. Außer dem eigentlichen Software-Instrument in Form eines RTAS-Plug-ins, findet sich im Lieferumfang von Structure noch eine cirka 20 Gigabyte umfassende Sample-Library. Als Appetitanreger hat Digidesign dem knapp 520 Euro teuren Sampler eine Demoversion der Goliath-Library aus dem Hause East West beigelegt. Wer nach Ablauf der 30-tägigen Demophase Gefallen an der knapp 40 Gigabyte großen Library gefunden hat, muss für die Voll-Lizenz etwa 730 Euro bezahlen. Mac User, die über eine alte Version des in die Jahre gekommenen virtuellen Sampler-Vorläufers Soft Samplecell verfügen, erhalten überdies die Möglichkeit, für knapp 200 Euro auf Structure upzugraden.   Außer den proprietären Datenformaten der Werks- und der Goliath-Library ist Structure in der Lage, außer Wav-, Aiff-, Mp3- und Wma-Dateien auch die Formate von Kontakt, EXS24, Samplecell und Sound Designer zu lesen. REX-Files [G] sind dank integriertem Player ebenfalls abspielbar. Damit deckt Structure die gebräuchlichsten Audio-Formate ab und zeigt sich für alle Fälle gerüstet. Doch es geht noch weiter: Keineswegs selbstverständlich ist die Fähigkeit, sogar Surroundsound-Samples im 7.1-Format zu lesen und auszugeben. Das virtuelle Sampler-Instrument wartet mit einigen Funktionen und Ausstattungsmerkmalen auf, die Structure zu einem mächtigen, wenn nicht gar zu dem zentralen virtuellen Instrument für Pro Tools machen. Nicht weniger als eine 1.024-stimmige Polyphonie, 128 MIDI-Kanäle, die über fünf Ports organisiert sind, 32 Audio-Ausgänge und der Möglichkeit, das Instrument mit einer Samplingrate von 192 Kilohertz einsetzen zu können, dürfte selbst anspruchsvollsten Bombast-Musikern einiges abverlangen, Structure tatsächlich ausreizen zu können. Der Sampler ist somit bestens gerüstet, auch in den professionellen HD- und Accel-Systemen anstandslos seinen Dienst zu verrichten.  Eine Datenbank und ein Browser zum Indizieren und Suchen von Klängen, eine Effektsektion mit weit reichenden Routing-Möglichkeiten, vier MIDI- und 18 Audio-Effekten, darunter auch ein Faltungshall sowie ein integrierter Wave-Editor zum bequemen Produzieren von Loops bereichern die Ausstattung von Structure und erlauben ein komfortables Arbeiten unter einem Dach. Selbstverständlich finden sich auch die üblichen Verdächtigen wie Filter, LFOs und Hüllkurven, die ein nachhaltiges Verbiegen der Samples ermöglichen. Eine Modulations-Matrix will schließlich für einen gehörigen Schub in Sachen Lebendigkeit der Sounds sorgen und sechs so genannte Smart Knobs erlauben die Steuerung wichtiger Parameter, die dadurch permanent im direkten Zugriff stehen. Sie erinnern in ihrer Funktion an die Hyperknobs von Steinbergs Hypersonic-Workstation (Test in Heft 5/2006) oder an die Makro-Regler von Native Instruments Massive-Synthesizer (Test in Heft 12/2006). Structure bietet noch eine ganze Reihe weiterer nützlicher und interessanter Features, die allerdings alle aufzuzählen, den Rahmen des Artikels sprengen würden.  Grenzenlose Freiheit beim Erstellen von Multisamples  Die große Stärke von Structure ist das flexible Konzept zur Organisation und Erstellung von Sounds und Multisamples. Hier hat die A.I.R.-Group nicht gekleckert,

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