Test: virtuelles Drum-Instrument Steinberg Groove Agent 3

Drei auf einen Streich

Die dritte Version von Steinbergs virtuellem Drumcomputer Groove Agent hat lange auf sich warten lassen. Doch es hat sich gelohnt, wartet die Software doch mit einem deutlich höheren Potenzial an kreativen Möglichkeiten auf.

Von Georg Berger

Die Auslieferung von Groove Agent 3 sollte bereits im Herbst vorigen Jahres stattfinden. Doch stattdessen entschied sich Steinberg, ihren virtuellen Klopfgeist noch einmal einer kompletten Renovierung zu unterziehen. Jetzt hat das Hamburger Softwarehaus das knapp 250 Euro teure Produkt für gut genug befunden, um es zu präsentieren. Hat sich das Warten gelohnt? Ja, es hat.  Denn die Entwickler haben ganze Arbeit geleistet und Groove Agent 3 mit einer Fülle neuer Funktionen und Erweiterungen ausgestattet und dadurch den Umfang an kreativen Möglichkeiten erheblich erweitert. Wichtigste Neuerungen: Die Simulation eines Drumcomputers verfügt nun über drei Teilinstrumente, den herkömmlichen Groove Agent, der die altbekannten Funktionen und Eingriffsmöglichkeiten der Vorversionen besitzt, sowie den Special und den Percussion Agent, die das Spiel des schwedischen Live- und Studio-Schlagzeugers Rasmus Kihlberg (unter anderem Toots Thielemanns, Tom Jones, A-ha, Shakira, The Cardigans) in den Mittelpunkt stellen. Die letztgenannten Module bedienen sich bei gleichem Handling wie der Groove Agent jedoch einer anderen Herangehensweise an die Erzeugung von Rhythmen. Dazu unten mehr. Zwei der drei Module lassen sich nun beliebig in einem neuen Dual-Modus simultan miteinander betreiben, was einen gehörigen Schub in Sachen Schlagzeug- und Percussion-Produktion bedeutet und die kreativen Möglichkeiten erweitert. Als Sahnehäubchen verfügt Groove Agent 3 schließlich erstmals über eine Sample-Import-Funktion, die es erlaubt, die internen Grooves und Fills mit seinen Lieblingsklängen anderer oder eigener Libraries abzuspielen.

Last, not least hat sich die Zahl der Ausgänge auf zwölf erweitert, genauso wie das Repertoire an Klängen und Grooves. Drei neue akustische Drumkits und der Roger Linn LM-1 Drumcomputer sind hinzugekommen und das Arsenal an Grooves und Fills ist auf nunmehr 108 wählbare Stilistiken angewachsen.  Alles beim alten und doch komplett neu  Bei Aufruf von Groove Agent 3 startet zuerst der Classic Modus, der die altbekannte Bedienoberfläche der Vorversion zeigt (siehe Kasten auf Seite 44). Als erstes fällt die geänderte Farbgebung auf. Das VST-, AU-, DirectX- und Rewire-kompatible Instrument leuchtet jetzt in vornehmem rot und ocker und lässt das unterkühlte Design der vorherigen Version vergessen. Das Layout der Bedienelemente ist im Wesentlichen gleich geblieben und um ein paar zusätzliche Buttons und Regler erweitert worden. Nach dem Start der Software finden wir uns sofort zurecht und das Ausprobieren der neuen Funktionen führt uns unweigerlich in eine virtuelle Sightseeing-Tour in die Wesenszüge der dritten Groove Agent-Generation. Um die gewohnte Bedienung beibehalten zu können, haben sich die Entwickler dazu entschlossen, die neuen Funktionen durch Wechsel und Aufruf neuer Bedienoberflächen darzustellen. Die hinzugefügten Dialoge sind ebenfalls im Wesentlichen schnell erfasst und gestatten auch ohne Studium des Handbuchs einen spielerisch leichten Umgang. Steinberg hat es

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