Report c/o Pop Convention

c/o Pop Convention 2009

Popkultur 2.0

Unter dem Motto „Pop Culture 2.0“ trafen sich Vertreter der Kreativwirtschaft vom 12. bis 14. August in Köln zur c/o Pop Convention, um über den Status quo und die Zukunft der Musik- und Entertainmentindustrie zu diskutieren.

Von Michael Nötges

Die Absage der Popkomm 2009 in Berlin war vielleicht für den einen oder anderen Branchen-Träumer noch ein Schock. Für die meisten Musikindustriellen aber in erster Linie die zu erwartende logische Konsequenz einer sich gesundschrumpfenden Branche. Was des einen Leid, ist aber bekanntlich häufig auch des anderen Freud und so lächelten Norbert Oberhaus, Geschäftsführer der c/o Pop GmbH, der Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma und die NRW-Ministerin für Wirtschaft, Mittelstand und Energie, Christa Thoben bei der Eröffnungsveranstaltung der c/o Pop 2009 zufrieden in die Kameras. Oberhaus, weil ihm Unterstützung von Stadt und Land zugesichert wurde und mit seiner Firma zu den fünf Gewinnern des Landeswettbewerbs „Create-NRW“ gehört und er sich deswegen entgegen des Branchentrends über rote Zahlen in Zukunft eher weniger Gedanken machen muss. Schramma und Thoben, weil sie die c/o Pop als viel versprechenden Nachfolger der nach Berlin abgewanderten Popkomm in Köln feiern können.
Mit rund 1000 akkreditierten Besuchern der Convention, zu der über 100 Referenten aus mehr als 30 Ländern geladen waren und einem Besucherrekord des Festivals von über 32.000 Teilnehmern, kann der Veranstalter mehr als zufrieden sein. Vorträge, Diskussionen, Workshops und Informationsstände der Convention fanden in den Räumlichkeiten des Schauspielhauses und den Opernterrassen statt. Zwei Konzertnächte gab es sogar in der Kölner Philharmonie. Bei so viel kultureller Loyalität erscheinen die Worte von Dieter Gorny, Präsident des Bundesverbands der Musikindustrie, bei der Diskussionsrunde Werte 2.0 – Geistiges Eigentum und Urheberschaft im digitalen Zeitalter – doppelt so scharf. Er verstehe nicht, wie beispielsweise im Ruhrgebiet ein subventionierter Konzertsaal nach dem anderen gebaut würde, während junge Nachwuchs-Bands auf dem freien Markt meist alleine dastünden und unter ökonomischen Gesichtspunkten kaum eine Chance hätten. „Man hört immer wieder, das Live-Geschäft sei die Zukunft“, schlägt ein Teilnehmer aus dem Auditorium in die gleiche Kerbe „aber das ist Quatsch. Vielleicht für die großen Künstler und Stars, das mag ja sein. Aber ein Newcomer wird in der Regel am Eintritt der Clubs, in denen er spielt, beteiligt und da sind manchmal auch nur 18 zahlende Gäste.“

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