Algorithmix präsentiert mit dem LPSplit Comp ein mächtiges Kompressor-Plug-in für Mastering-Aufgaben mit teils einzigartiger Ausstattung und flexiblen Einsatzmöglichkeiten. Ob und für wen sich die Anschaffung lohnt, erfahren Sie im Test.
Die Software-Schmiede Algorithmix hat sich mit der Veröffentlichung seines jüngsten Produkts, dem Kompressor-Plug-in LP SplitComp wahrlich viel Zeit gelassen. Bereits auf der Musikmesse 2007 konnten wir schon den ersten Prototypen in Augenschein nehmen. Seit kurzem ist es endlich verfügbar und will neben einem glasklaren und transparenten Highend-Sound vor allem mit einem wahren Füllhorn an Features punkten und dem Thema Dynamikbearbeitung neue Aspekte hinzufügen. Das Haupt-Feature des Plug-ins findet schon mal Niederschlag in der Modellbezeichnung, die in voller Gänze „Linear-Phase Split Compressor“ lautet. Das Plug-in enthält einen flexibel einstellbaren linearphasigen Filter mit dem sich der Frequenzbereich anliegender Signale in zwei Hälften teilen lässt, wobei sich eine Hälfte anschließend frequenzselektiv in der Dynamik bearbeiten lässt. Vorteil: Durch die Phasenstarre des Filters entstehen beim Summieren des bearbeiteten und unbearbeiteten Frequenzbereichs keinerlei Verzerrungen. Zusätzliche Features wie ein integriertes Oversampling, eine interne Berechnung mit 80 Bit Fließkomma sowie die Signalverarbeitung bis 384 Kilohertz unterstreichen den Highend-Anspruch des Plug-ins, mit dem es sich eindeutig als Mastering-Effekt zu erkennen gibt. Doch die Entwickler haben sich nicht nur auf die frequenzselektive Dynamikbearbeitung beschränkt. Zusätzlich wartet der LP SplitComp mit der Möglichkeit auf, intern parallele Kompressionen durchzuführen. Ein justierbarer Sidechain-Equalizer und eine Soft-Clipping-Sektion am Ende der Signalkette runden die beeindruckende Feature-Liste ab, die aus dem LP SplitComp einen wandlungsfähigen Dynamikprozessor machen sollen. Schade ist, dass der Algorithmix-Neuling ausschließlich für die Windows-Plattform angeboten wird. Eine Version für Mac ist zwar langfristig geplant. Ein Veröffentlichungs-Termin ist jedoch noch nicht in Sicht. Mit knapp 1.500 Euro ist der Verkaufspreis auch nicht gerade bescheiden, im Test muss der LP SplitComp also beweisen, ob er sein Geld wert ist.
Nach dem Aufruf des Plug-ins zeigt sich eine in sechs Sektionen unterteilte und klar strukturierte Bedienoberfläche, die auf den ersten Blick mit den üblichen Parametern eines Kompressor-Plug-ins aufwartet. Bei näherer Betrachtung zeigt sich eine Reihe von unüblichen Parametern, die zur näheren Begutachtung einladen. Mit dem Parallel-Fader lässt sich dabei der Anteil des direkt durchgeschleiften Signals, dem bearbeiteten hinzumischen. Genial: Laufzeitunterschiede zwischen den beiden Signalwegen werden automatisch vom Plug-in ausgeglichen.
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