und vor allem besser hat sich das Pro-Audio-Unternehmen RME gesagt und präsentiert mit dem Fireface UC erstmals in seiner Firmengeschichte ein USB-Audio-Interface. Dabei hat sich RME nicht mit Lösungen von der Stange zufrieden gegeben, sondern ist einen völlig eigenständigen Weg in Sachen USB-Audio gegangen.
Die Ankündigung von RME, mit dem Fireface UC erstmals ein USB-Audio-Interface auf den Markt bringen zu wollen, kam schon einer kleinen Sensation gleich. Ein Unternehmen, das sich ausschließlich auf die Produktion professioneller Audio-Hardware konzentriert, kokettiert auf einmal mit einer Consumer- und Heimstudio-Anfänger-Schnittstelle. Doch mit dem Fireface UC könnte das Belächeln der USB-Schnittstelle sehr bald der Vergangenheit angehören. Denn anders als der Großteil der Mitbewerber, die ihre USB-Audio-Produkte mit dezidierten Wandler-Chips quasi von der Stange ausstatten, hat RME intensive Feldforschung betrieben und eine komplett eigenständige USB-Audio-Lösung geschaffen, die in Sachen Performance und Stabilität deutliche Vorteile bringen soll und auch hinsichtlich der Leistung der Konkurrenz davoneilen will. Denn der Hersteller verspricht ultrakurze Latenzen bis hinab auf 48 Samples und sogar Abtastraten bis 192 Kilohertz im Vollduplex-Modus an sämtlichen Ein- und Ausgängen.
Hardwareseitig gleicht das UC-Modell seinem Firewire-Vorläufer Fireface 400 mit Ausnahme der Computer-Schnittstelle wie ein Ei dem anderen. Es verfügt also über acht analoge Ein- und Ausgänge, coaxiale und optische Digital-Schnittstellen, Wordclock und zwei MIDI-Ports, deren Buchsen über eine Kabelpeitsche ans Gerät angeschlossen werden. Bedientechnisch sind beide Modell-Varianten ebenfalls identisch. Gleiches gilt auch für den Preis, der mit knapp 1.000 Euro zu Buche schlägt. RME erweitert mit seiner Neuschöpfung sein Produkt-Portfolio um eine Lösung, die alle diejenigen anspricht, die entweder über keine oder eine instabile Firewire-Unterstützung im Rechner verfügen und holt auch die klassischen Multimedia-Anwender und Recording-Einsteiger ins Boot.
Der eigentliche Anstoß zur Entwicklung des UC-Modells bestand jedoch in der Entscheidung des Computer-Herstellers Apple anstelle der bislang verbauten Texas-Instruments-Chips auf die kostengünstigeren Firewire-Controllerchips des Herstellers Agere (jetzt LSI Corporation) auszuweichen. Diese waren anfangs schlicht inkompatibel zum Fireface 400. In der Zwischenzeit sind zwar die Kinderkrankheiten der Agere-Chips beseitigt worden, so dass sich die Firewire-Interfaces wieder erfolgreich mit Mac-Rechnern neuer Bauart vertragen. Doch das hatte den bereits ins Rollen gebrachten Stein nicht mehr aufgehalten. Dabei liest sich die Entwicklungsgeschichte des RME-eigenen USB-Audio-Ansatzes wie ein Krimi.
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