Test SPL Cabulator Lautsprecher-/Mikrofonsimulator

SPL Cabulator

Boxenstopp

Die meisten Gitarrenverstärker klingen erst ab einer gewissen Lautstärke richtig gut. Aber nicht in jeder Live- oder Recording-Situation kann der Amp problemlos bis zu seinem Sweet-Spot aufgerissen werden. Oder etwa doch? Der Cabulator von SPL/Tonehunter verspricht Sweet-Spot-Sound ohne Trommelfell-Tortur.

Von Michael NötgeS

Der Lautsprecher- und Mikrofon-Simulator Transducer (Test 7/2007) war vor rund zwei Jahren die analoge 19-Zoll-Studio-Antwort von Entwickler Ralf Reichen (Tonehunter) auf digitale Verstärker-, Lautsprecher- und Mikrofonierungs-Emulationen. Zusammen mit der niederkrüchtener Equipment-Schmiede SPL schlug seine pfiffige Innovation besonders in der Studio-Szene ein. Der neue Cabulator stößt nun vom Grundkonzept her ins gleiche Horn, versucht aber durch preiswerte Einfachheit und Topteil-Charme auch die Gitarristen und Produzenten hinter dem Ofen hervorzulocken, denen gut 1.000 Euro für einen ausgewachsenen Transducer bisher zu teuer waren. Der Nachzögling ist bereits für rund 600 Euro zu haben.

Der Cabulator sieht aus, wie ein kleines, ordentlich verarbeitetes und robustes Verstärker-Top aus schlichtem grau-schwarzen Lochblech. Er hat vier praktische Gummifüße zum rutschfesten Aufsitzen auf glatten Oberflächen und einen in die Gehäusedecke eingelassenen, komfortablen Tragegriff zum schnellen Abtransport nach dem Gig. Vorne sitzen zwei Chickenhead-Drehregler im Vox AC30-Style, zwei satt klackende Kippschalter im Vintage-Look und eine blaue Power-LED. Auf der Rückseite sind sämtliche Anschlüsse (6,35-mm-Klinke) untergebracht: Die Stromversorgung wird über ein externes Neun-Volt-Netzteil bewerkstelligt, was den Cabulator problemlos in den Power-Brick-Verbund anderer Gitarreneffektgeräte integrieren lässt. Der unsymmetrische Speaker-Eingang wird an den Lautsprecher-Ausgang (8 Ohm) des Verstärkers angeschlossen. Auch wenn der Cabulator bis 200 Watt belastbar ist, sind ausdrücklich Gitarrenverstärker mit einer maximalen Endleistung bis 100 Watt empfohlen. Der Soak-Ausgang führt das leistungsreduzierte Signal ohne Klangsimulation, das an den Lautsprecher (4-16 Ohm) weitergereicht wird. Über den trafosymmetrierten D.I.-Ausgang wird das analog bearbeitete Line-Signal ausgegeben – die Simulation einer mikrofonierten Box.

Der Cabulator bietet dem Live- und Studio-Gitarristen drei wichtige Funktionen in einem Gerät. Erstens ist er ein sogenannter Power-Soak (Leistungsreduzierer), der es ermöglicht, die Röhren des Verstärkers in die gut klingende Sättigung zu fahren und gleichzeitig die tatsächliche Lautstärke auf ein erträgliches Maß zu drosseln. Widerstandskaskaden – hier sind es drei induktionsarme Arcol-Widerstände auf einem Kühlkörper aus Aluminium (siehe Foto S. 46) – wandeln die Leistung des Verstärkers in Wärme anstatt Lautstärke um.

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