Es ist wie verhext. Da ist schon der fünfte Mixdown angefertigt worden und immer noch klingt das Stück irgendwie nicht richtig, und das, obwohl die Lautstärkeverhältnisse der Spuren im Mix richtig sind. Zeit also, sich nicht mehr nur allein auf die Ohren zu verlassen.
Die Lösung für ordentliche Mixdowns heißt Spectra Foo und kommt aus dem Hause Metric Halo, dem Hersteller der ULN-2 und Mobile I/O 2882 Audio-Interfaces aus Hopewell Junction, USA. An Bord der Software ist eine Vielzahl von Werkzeugen, die zur Analyse von Audio-Daten dienen. Zentraler Baustein ist eine Engine, die eingehende Signale mit Hilfe der Fast Fourier Transformation (FFT) analysiert, versorgt die enthaltenen Werkzeuge mit den notwendigen Daten. Vorteil: Die Anzeige sämtlicher Analyse-Instrumente wird komplett in Echtzeit dargestellt, da die Engine den Verlauf des Signalstroms permanent analysiert und synchron zum ablaufenden Musikstück bis zu 84-mal in der Sekunde aktualisiert. Die FFT-Engine erlaubt dabei feinste Analysen in Schritten von 0,33 Hertz. Damit erfüllt die Software professionelle Ansprüche. Schwammige oder dünne Mixdowns dürften mit Hilfe von Spectra Foo also bald der Vergangenheit angehören. Nicht nur, dass eher schon bekannte Analyse-Werkzeuge wie ein Peak-Meter, ein Korrelationsgrad-Messer oder die Darstellung des Audio-Stroms als Wellenform – in Spectra Foo Envelope genannt – enthalten sind. Darüber hinaus wartet die Software mit einer Reihe von eher unüblichen Werkzeugen auf, wie etwa dem Phase-Torch Instrument zur Kontrolle der Phasendifferenz zweier Kanäle, einer Spektrumsanzeige, oder diversen sogenannten History-Werkzeugen, die kombiniert RMS- und Peak-Level, sowie die Verteilung der Pegel im Stereo-Panorama anzeigen.
Die in Hopewell Junction im Staat New York entwickelte Software läuft nur stand alone auf dem Mac und liegt in zwei Versionen vor. Die Standard-Version ist für 400 Euro erhältlich und enthält sämtliche oben erwähnten Instrumente. Die 800 Euro teure Complete-Version enthält darüber hinaus noch eine Reihe weiterer Instrumente wie etwa einen Signalton-Generator, diverse Werkzeuge etwa zur Analyse des Datenstroms, sowie das so genannte Transfer-Funtktions-Instrument, mit dem sich sogar Hardware-Geräte auf Herz und Nieren prüfen lassen. Diese Version empfiehlt sich daher in erster Linie für Testzwecke, die über den reinen musikalischen Anwendungszweck hinausgehen.
Ein Blick auf die Reichhaltigkeit der enthaltenen Instrumente hinterlässt zu Anfang jedoch Verwirrung. Um den Überblick zu bewahren ist es daher praktisch, sich auf ein paar wenige Instrumente während der Arbeit mit Spectra Foo zu beschränken. Je nach Anforderung lassen sich die Instrumente frei miteinander kombinieren. Professional audio Magazin entwirrt das Rätsel und stellt die gebräuchlichsten und wichtigsten Instrumente, sowie den Umgang mit Spectra Foo vor.
Beim Start der Software ist außer einem schmalen, Master Control betitelten, Fenster, das zur Auswahl der Instrumente dient, zunächst nichts zu sehen. Doch bevor Spectra Foo Daten analysieren kann, ist es erforderlich Signal-Routings im entsprechenden Dialog vorzunehmen. Spectra Foo kann bis zu 24 separate Kanäle simultan analysieren. Ausgehend vom verwendeten Audio-Interface muss also zunächst der entsprechende Core Audio-Treiber ausgewählt und die Kanalzahl eingestellt werden. Sind die Routings erledigt, gibt es nun mehrere Wege Spectra Foo mit Audio-Daten zu versorgen. Erste Möglichkeit: Über den Capture-Dialog lassen sich bereits gespeicherte Audio-Daten in den Speicher laden und in Echtzeit während des Abspielens analysieren. Ein sich öffnendes Overview-Fenster zeigt ähnlich wie Thumbnails bei Bildern, unterschiedliche Darstellungen der vorab analyisierten Datei. Außer einer Wellenform-Darstellung stehen noch die Anzeige als Spektrum, sowie zwei Darstellungen, die die Verteilung der Signalpegel zeigen, zur Auswahl.