Ein hochwertiger Wandler bildet das Zentrum im Digital-Studio. Ist der Digitalwandler noch dazu besonders anpassungsfähig, stellt er das perfekte Bindeglied zwischen analoger und digitaler Welt dar – wie beispielsweise der Aurora 8.
Das amerikanische Unternehmen Lynx Studio Technology besteht seit 1998. Hinter „Lynx“, wörtlich übersetzt eigentlich „Luchs“, verbirgt sich ein pfiffiges Wortspiel: Die saloppe Schreibweise für „links“, auf Deutsch: Bindeglieder. Nach eigenem Verständnis stelle das noch junge Unternehmen hochwertige DigitalWandler her, die damit als perfekte Bindeglieder zwischen den Analog-Geräten und dem Computer fungieren. Dabei sollen alle Lynx-Produkte keine Wünsche in Bezug auf Anpassungsfähigkeit und Klang offenlassen. In den ersten Jahren nach Firmengründung entwickelten die Amerikaner PCI-Audiokarten für Mac und PC. Die Lynx One und Two Audio-Karten, vorgestellt im Jahr 2000 beziehungsweise 2002, überzeugten auch Anspruchsvolle mit ihrer Klangqualität und widerlegten das immer noch verbreitete Vorurteil, dass bei in den Rechner verbauten Wandlern klanglich große Kompromisse eingegangen werden müssen. Allerdings werden im Profibereich, auch wenn der Computer als Herzstück der DAW fungiert, nach wie vor externe Wandler bevorzugt. Deswegen erweiterten Lynx ihre Produktpalette um die beiden Wandler der Aurora-Serie, den Aurrora 8 und den Aurora 16, die sich lediglich durch die Anzahl der verfügbaren Kanäle unterschieden. Ansonsten sind Beide über optionales Zubehör erweiterbar und können damit an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Auch das Verbinden mit anderen Lynx-Produkten, beispielsweise den PCI-Audiokarten, sei problemlos möglich, denn der Hersteller setzt insoweit auf ein Baukasten-Prinzip.
Der Professional audio Magazin zum Test vorliegende Aurora 8 spielt mit seinem Grundpreis von gut 2.400 Euro in einer Liga mit den Wandlern der Rosetta-Serie von Apogee, Benchmarks ADC1 und DAC1, sowie den Wandlern der Blue-Serie von Lavry. Das weckt entsprechend hohe Erwartungen gerade auch in Bezug auf die Klangqualität. Ob der Aurora diesen gerecht werden kann, zeigt dieser Test.
In der Grundausstattung bietet der Wandler acht symmetrische Ein- und Ausgänge sowie acht AES/EBU-Ports. Über DB-25-Ports werden sie jeweils über eine Multi-Core-Kabelpeitsche herausgeführt, wobei die Pin-Belegung dem internationalen Standard entspricht. Lynx Studio Technology bieten selbst passende Kabel an, diese gehören wie bei allen Herstellern nicht zum Lieferumfang. Die in der Grundausstattung notwendigen drei Kabelpeitschen kosten etwa 100 Euro pro Stück, es ist aber problemlos möglich – darauf weist der Hersteller ausdrücklich hin - Kabel von Drittherstellern zu verwenden. Lynx empfehlen zwar Kabel von Mogami, ProCo und Hosta, ebenso können aber welche von Mackie, Sony oder Tascam verwendet werden.
Der Aurora 8 verarbeitet analoge und digitale Signale mit 24 Bit-Auflösung und den gängigen Samplingfrequenzen von 44, 1 bis maximal 192 Kilohertz über AES/EBU-Anschlüsse. Wer Signale im S-PDIF-Format wandeln möchte, kann sich mit Adaptern behelfen, allerdings ist in diesem Fall ein zusätzlicher Format-Wandler zur Spannungs-Anpassung des unsymmetrischen Eingangssignals an das höhere, symmetrische AES/EBU Ausgangs-Level vonnöten. Mit der LT-ADAT-Erweiterungskarte (299 Euro Aufpreis), die in den passenden Slot auf der Rückseite des Auroras eingebaut wird, können auch ADAT-Signale über je zwei optische Toslink Ein- und Ausgänge eingespeist werden. Das Gerät unterstützt dabei das Sample Multiplexing (S/MUX) und beherrscht damit S/MUX-Signale – wichtig, wenn im ADAT-Format höhere Samplingraten als 48 Kilohertz verarbeitet werden sollen: Allerdings reduziert sich damit die Kanalzahl bei einer maximalen Samplingrate von 96 Kilohertz auf vier, bei höchstmöglichen 192 Kilohertz stehen nur noch zwei Kanäle zur Verfügung. Um auch mit älteren Harddisk-Systemen kompatibel zu sein, kann der Aurora 8 auch im Dual-Wire-Verfahren betrieben werden. Dabei halbiert sich ebenfalls die Kanalzahl. Im Dual-Wire-I/O Modus stehen dann lediglich vier Kanäle zur Verfügung.