Report: High-End Gear 2009

High-End Gear 2009 im Hamburger Kampnagel

Szene-Treff

Der Ort hat sich geändert, das ungezwungene Konzept ist geblieben. Nach ihrem Debüt 2007 in Köln lud die High-End Gear am 18. und 19. September nach Hamburg ein. Kampnagel, das internationale Zentrum für zeitgenössische Darstellende Künste erklärte Veranstalter Tom Jansen zum neuen Treffpunkt der Studioszene.

Von Michael Nötges

Nachdem das alte EMI-Presswerk im Kölner Maarweg als Location für die High-End Gear nicht mehr zur Verfügung stand, folgte 2008 die Zwangspause. Diese hat aber der Veranstalter Tom Jansen offensichtlich exzellent genutzt und mit dem Hamburger Kampnagel eine würdige Alternative gefunden. Aber nicht nur das: Tom Jansen hat auch über 70 Aussteller, sowie internationale Branchengrößen wie George Massenburg (Toningenieur und Professor für Sound und Recording an der McGill Universität in Montreal), Fab Dupont (Musiker und Produzent aus New York), Hardrock-Produzenten-Legende Michael Wagener oder Mastering-Ingenieur Scott Hull (Masterdisk, New York) für Vorträge, Workshops und Seminare gewinnen können. Das Ganze bei sommerlichen Temperaturen mitten im September.

Es gab zwei Hauptschauplätze: Zum einen der gemütliche Vorhof des Restaurants, wo sich Aussteller, Besucher Entwickler und Studiobesitzer beziehungsweise die, die es mal werden wollen, bei einem Kaffee oder Kaltgetränk sonnengeblendet blinzelten, um dabei entspannt ein wenig zu schnacken. Zum anderen die großzügige Vortragshalle sowie das Mastering- beziehungsweise Test- und Listening-Studio, wo auch Mastering-Ingenieure wie Sascha „Busy“ Bühren (True Busyness) und Christian Zimmerli (Zimmerli Sounds) Interessantes aus der Praxis erzählten.

Die 1.000 Quadratmeter große Aussteller-Halle entpuppte sich von daher aber eher als Durchgangszimmer, wenn man bei Jansens Bild der High-End Gear als „Branchenwohnzimmer“ bleiben will. Dabei freuten sich Entwickler und Produkt-Manager, den wenigen potentiellen Kunden mit detailliertem Hintergrundwissen zur Seite zu stehen. Ruhig und entspannt ging es dabei zu. Zum Glück, wenn man sich ausschließlich um die Nerven der Aussteller sorgt. Schlecht für die Kosten-Nutzen-Rechnung der Hersteller, die sich zwar die horrenden Standkosten der etablierten Messen à la AES, Tonmeistertagung oder Pro Light & Sound sparen konnten, aber auch eine deutlich günstigere High-End Gear ökonomisch rechtfertigen müssen.

Der Tenor der Aussteller blieb aber trotzdem grundpositiv: Die High-End Gear habe schon alleine als Branchentreffen und Präsentationsplattform ihre Legitimation. Man könne sich untereinander austauschen und Kontakte weiter ausbauen. Ein Kritikpunkt war allerdings die zeitliche Organisation der gut besuchten Workshops und Seminare, die über den ganzen Tag gingen – wenig Zeit für die Besucher, um sich den ausgestellten Produkten zu widmen.

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