In der letzten Folge unserer Serie erläutern wir Ihnen, welche Richtlinien es für Pegel und Dynamik im Filmton gibt, worauf Sie in einer Surround-Mischung achten sollten und welche Unterschiede zwischen Kino- und TV-Ton bestehen.
Wer Filmton gestalten und in Surroundformaten mischen will, muss nicht nur mit den einzelnen Elementen wie dem Originalton, Geräuschen oder Effektsounds umzugehen wissen, sondern diese auch in ein sinnvolles Verhältnis zueinander setzen können. Das heißt, er muss in der Lage sein, eine Mischung anzufertigen, die dem jeweiligen Medium, sei es Kino, TV oder DVD, gerecht wird. Diese Mischung muss dabei sowohl eine hohe Sprachverständlichkeit gewährleisten, als auch die von Sounddesigner und Filmmusikkomponist in Klangkulissen gestaltete Ton- und Musikdramaturgie gekonnt umsetzen.
Doch worin unterscheidet sich eigentlich der Ton eines Kino-Blockbusters von dem eines im TV ausgestrahlten Spielfilms oder einer Video-DVD? Wie wird mit Pegeln und Dynamik der einzelnen Tonelemente umgegangen? Welche Regeln gibt es, wenn überhaupt? Diesen Fragen wollen wir uns im letzten Teil unserer Serie widmen.
Die meisten fiktionalen und dokumentarischen Filme erzählen den größten Teil ihrer Handlung und Geschichte über die Dialoge der handelnden Figuren und Protagonisten. Demzufolge muss diesen Dialogen größte Aufmerksamkeit zuteil werden. Wie wir bereits in Teil zwei der Surround-Serie (Ausgabe 09/2009) erläutert haben, betreibt der Dialogeditor bereits im Vorfeld der Mischung einen sehr hohen Aufwand, die unterschiedlichen Originalton-Takes und synchronisierten Passagen aufeinander abzustimmen. Der Mischtonmeister finalisiert diese Sprachspuren im Anschluss daran in einer so genannten Sprachvormischung. Diese Vormischung spielt er als „Stem“ – eine mehrkanalige Teilmischung, ähnlich einer Mischpult-Subgruppe – aus und verfährt mit allen anderen Elementen wie Geräuschen, Effekten und Musik genauso. Erst in der Hauptmischung werden die Stems zu einem Ganzen zusammengefügt und im Detail, beispielsweise in Pegel und Hallanteilen, aufeinander abgestimmt. Der Mischtonmeister muss daher innerhalb der Sprachvormischung sehr akribisch vorgehen, weil in der Hauptmischung nur noch die summierten Stems zum Einsatz kommen. Detaillierte Änderungen an Einzeltakes wie in der Dialogschnitt-Session sind dann logischerweise nicht mehr ohne Weiteres möglich.
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