Mit dem Multitracker R16 versucht der japanische Hersteller Zoom die Lücke zwischen Stand-alone-Recorder und computer-unterstütztem Recording zu schließen. Ob der Spagat zwischen Recorder, Interface und Controller gelingt, klärt dieser Test.
Für Recording-Anfänger kann die Einarbeitung in die Welt der Digitalen Audio Workstation (DAW) schon ein langwieriger Prozess sein, auch wenn die Anschaffungskosten für eine Sequenzer-Software in der Light-Version und ein USB-Audio-Interface auf den ersten Blick verlockend sind – ein geeigneter Rechner vorausgesetzt. Eine Alternative bilden die sogenannten Multitrack-Recorder, denen es jedoch häufig an flexiblen Schnitt-, Misch- und Mastering-Möglichkeiten fehlt. Mit dem R16 soll dieses Manko Vergangenheit sein, denn der neue Stand-alone-Recorder von Zoom kombiniert einen digitalen 16-Spur-Multitracker mit einem USB-Audio-Interface mit acht Ein- und zwei Ausgängen und soll obendrein als Hardware-Controller für die DAW einsetzbar sein. Offenbar fällt es dem japanischen Hersteller selbst schwer, für diese neue Gerätegattung einen Namen zu finden und so haben die Zoom-Marketingstrategen ihm gleich drei Namen gegeben: Recorder, Interface und Controller. Diese Gerätekombination gibt es für günstige 470 Euro, im Preis inbegriffen sind ein Netzteil, eine Ein-Gigabyte-SD-Karte und eine Cubase LE4-Version aus dem Hause Steinberg. Der Recorder nimmt intern mit 44,1 Kilohertz und einer Auflösung von wahlweise 16 oder 24 Bit auf. Als Audio-Interface sind Aufnahmen bis 96 Kilohertz möglich.
In seiner Funktion als Stand-alone-Recorder bietet der kleine Japaner die Aufnahme von 16 Spuren auf eine SD-Speicherkarte. Karten mit Speichergrößen zwischen 64 Megabyte und einem Gigabyte werden unterstützt. Sehr gut: Das Gerät akzeptiert auch SDHC-Karten mit bis zu 32 Gigabyte Speichergröße. Die mitgelieferte, ein Gigabyte große SD-Karte reicht für 100 Minuten Aufnahmezeit bei niedrigster Auflösung, was immerhin noch CD-Qualität bedeutet. Diese Gesamtaufnahmezeit lässt sich auf zehn Projekte verteilen, wobei ein Projekt einem Song entspricht, dessen Länge nur durch die Kapazität der verwendeten Speicherkarte eingeschränkt wird.
Dank seiner kompakten Abmessungen lässt sich der R16 schnell mal unter den Arm klemmen, um mit Hilfe von zwei eingebauten Mikrofonen einen Stereomitschnitt der nächsten Bandprobe zu machen. Wenn der Zoom R16 auf dem Tisch liegt, hat er in etwa die Größe eines DIN A4-Hefts. Mit einer Höhe von fünf Zentimetern ist er sehr flach und lässt sich mit einem Gewicht von 1,3 Kilogramm problemlos mobil einsetzen. Das Gehäuse ist komplett aus weißem Kunststoff gefertigt, wirkt allerdings mit seiner rauen Oberfläche und zwei seitlichen, in grau abgesetzten Schutzbügeln robust genug für unterwegs. Alle Bedienelemente wie Fader- und Potiknöpfe und die Drucktaster sind ebenfalls aus Kunststoff und hinterlassen einen weniger hochwertigen Eindruck, wenngleich dies lediglich die Haptik stört, die Bedienung jedoch nicht beeinträchtigt.
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