Sie benötigen ein Audio-Interface ohne viel Schnickschnack? Sie brauchen nebenbei auch einen MIDI-Controller? Wir haben uns für Sie umgeschaut. Wie wäre es mit Audio Kontrol 1 von Native Instruments?
Es ist eine kleine Premiere. Native Instruments, die für ihre Software-Instrumente bekannt sind, präsentieren mit Audio Kontrol 1 erstmals ein reinrassiges USB-Audio-Interface. Ausgestattet ist das Gerät des Berliner Unternehmens mit zwei Mono-Eingängen und zwei Stereo-Ausgängen. Es ist in der Lage, Abtastraten bis zu 192 Kilohertz bei einer Wortbreite von 24 Bit ein- und ausgangsseitig zu verarbeiten. Eine MIDI-Schnittstelle und ein regelbarer Kopfhöreranschluss runden die Audio-Möglichkeiten ab. Digitale Audio-Anschlüsse gibt es nicht.
Kritiker könnten jetzt anmerken, dass es bereits genügend Mitbewerber mit deutlich mehr Features in diesem Marktsegment gibt. Doch Native Instruments hat in Audio Kontrol 1 etwas integriert, was andere Interfaces nicht besitzen: Drei Taster und einen Endlos-Drehregler auf der Oberseite, mit denen sich MIDI-Controller-Daten senden lassen. Voreinstellungen für viele Produkte aus eigenem Hause, sowie zur Steuerung der gängigsten Sequenzer, ja sogar von Applikationen wie dem Windows Mediaplayer, Winamp oder i-Tunes sind schon enthalten. Für rund 280 Euro erhalten Kaufinteressierte praktisch zwei Geräte in einem. Überdies sind mit den Guitar Combos, den Xpress Keyboards, sowie der abgespeckten DJ-Software Traktor 3 LE noch drei Software-Produkte im Wert von insgesamt 400 Euro im Lieferumfang enthalten. Damit spricht Audio Kontrol 1 eindeutig den DJ-Bereich beziehungsweise den ambitionierten Aufsteiger an.
Der Ersteindruck überrascht. Gerade so breit wie zwei große Zigarettenschachteln wirkt das Gerät recht zierlich. Doch spätestens wenn man es in die Hand nimmt, überzeugt es mit seinen knapp ein Kilo Kampfgewicht und vermittelt damit Robustheit und Stabilität. Mit seinen geringen Abmessungen findet das Gerät auch in der kleinsten Ecke Platz. Wie schon bei der Rig Control (Test in Heft 6/2006) und dem Kore-Controller, (Test in Heft 7/2006) besteht auch das Gehäuse von Audio Kontrol 1 aus stabilem, charakteristisch geformtem Aluminium. Die Plastik-Abdeckungen an den Seiten und auf der Oberseite schmälern die Stabilität nicht. Auf der Stirnseite finden sich eingangsseitig eine Combo-Buchse, wahlweise zum Anschluss eines Mikrofons oder eines Gerätes mit Line-Pegel, sowie eine weitere symmetrische Klinkenbuchse, die für die Einspeisung von Line- oder Instrumentenpegeln gedacht ist. Die Einstellung der Eingangsempfindlichkeit übernehmen zwei Drehregler. Zwei Drucktaster dienen zur Verschaltung von Mikrofon auf Line beziehungsweise von Line-Pegel auf den für elektrische Gitarren so genannten Hi-Z Eingangswiderstand. Zwei Regler direkt daneben beeinflussen die Lautstärke der beiden Stereo-Ausgänge. Darunter ist die Monitor-Sektion. Sie erlaubt die direkte Durchleitung anliegender Signale auf die Ausgänge und sie ermöglicht es auf Wunsch, vom Computer zurückgeschickte Stereo-Signale in Mono abzuhören. Ein regelbarer Kopfhöreranschluss, der per Drucktaster auf einem der beiden Stereo-Ausgänge liegt, schließt das Angebot an Bedienelementen und Anschlüssen ab.
Die Rückseite des Gerätes ist bestückt mit zwei MIDI-Buchsen für In und Out, der USB-Schnittstelle, vier symmetrischen Klinkenbuchsen, welche die zwei Stereo-Ausgangssignale führen, sowie einem Drucktaster, mit dem sich die Phantomspeisung am ersten Eingang aktivieren lässt. Audio Kontrol 1 besitzt keinen Anschluss für ein Netzgerät; es lässt sich ausschließlich per USB-Schnittstelle mit Strom versorgen. Das mag zwar im mobilen Einsatz genügen; aus Stabilitätsgründen ist es jedoch problematisch. Ein Netzgerät-Anschluss hätte auf jeden Fall implementiert werden müssen.