Test: Mikrofone AKG, Rode, Peluso, Violet Design

Farbige Duos



Auf den ersten Blick könnten die sechs Testkandidaten kaum unterschiedlicher sein. Dennoch haben sie weit mehr gemein, als ihr Äußeres vermuten lässt.

Von Harald Wittig



Kann ein Testfeld willkürlicher und heterogener gemischt sein? Auf den ersten Blick wohl kaum. Aber: Es gibt Gemeinsamkeiten, die förmlich nach Vergleichspaarbildungen rufen. So ähnelt das Røde M 3 in Statur und Bauweise dem altbewährten C 1000SMKII von AKG verblüffend - Eingeweihte sprechen sogar von zweieiigen Zwillingen. Die beiden Vertreter der Bändchen-Riege, das Peluso TR 14 und das GA R 1 Active orientieren sich ihrerseits an großen Vorbildern, denn beim Klangdesign standen die Bändchenlegenden RCA 44 und 77 Pate. Das Großmembranmikrofon Amethyst Vintage und das optisch an die berühmte Neumann-Flasche erinnernde Röhren-Mikrofon Flamingo Standard der lettischen Mikrofonmanufaktur Violet Design bilden auch ein interessantes Duo, haben sie doch neben der gemeinsamen Herkunft auch konstruktive Gemeinsamkeiten, die ihre Verwandtschaft belegen.

Zweieiige Zwillinge


Das AKG C 1000SMKII gehört zu den „Brot und Butter“-Mikrofonen des österreichischen Mikrofonspezialisten und hat in aller Welt, vor allem aber in den USA, eine eingeschworene Fangemeinde. Aus gutem Grund, denn es gilt als kostengünstiger, äußerst anpassungsfähiger Allrounder und empfiehlt sich für Studio, Bühne und mobilen Einsatz gleichermaßen. Das vergleichsweise junge M 3 von Røde lehnt sich an Abmessungen und Gehäusedesign des AKG an und ist wie der Österreicher ein Back-Elektret-Mikrofon, kostet aber mit einem Verkaufspreis von rund 140 Euro fast 70 Euro weniger als das C 1000SMKII, das für etwa 210 Euro angeboten wird. Da merken Preisbewusste sofort auf: Sollte das M 3 am Ende – sofern die klanglichen Leistungen im grünen Bereich sind – gar das ultimative Schnäppchen sein? Wir werden sehen.
Sowohl das AKG als auch das Røde sind moderne Elektret-Mikrofone, bei denen die Gegenelektrode mit dem Elektret-Material beschichtet ist. Daher ist auch die Bezeichnung Back-Elektret-Mikrofon für solcherart konstruierte Mikrofone geläufig: Der Name ist von der englischen Bezeichnung für die Gegenelektrode „back plate“ abgeleitet. Gerade Back-Elektret-Mikrofone von AKG – neben dem Testkandidaten seien noch C 2000, C 3000 und C 4000 genannt - genießen einen sehr guten Ruf und kommen häufig im Studio zum Einsatz. Dank der wesentlich geringeren Wetterfühligkeit von Elektret-Mikrofonen, ist ihre traditionelle Domäne der Außeneinsatz

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