Flaggschiff mit Speedboot-Motor

Das Update von Steinbergs Sequenzer-Flaggschiff Nuendo auf die Version 4 war schon längst überfällig. Doch das Warten hat sich gelohnt. Die neue Generation startet direkt auf der Überholspur mit Version 4.1.

 

Von Georg Berger

Bis vor kurzem schielten Nuendo-Anwender noch neidvoll auf die Cubase-Gemeinde, die mittlerweile seit ziemlich genau einem Jahr mit Cubase 4 im Vergleich zur Vorversion ein in Sachen Bedienung deutlich verbessertes und komfortables Werkzeug erhielten (Test in Heft 13/2006). Mit Spannung wurde deshalb der Release von Nuendo 4 erwartet und Steinberg hat die Nuendo-Klientel doch recht lange warten lassen. Der Grund für diese Verzögerung bestand laut Aussage von PR-Manager Angus Baigent in einer ungleich aufwändigeren Entwicklung und Programmierung, um sowohl sämtliche alten Features von Nuendo, als auch neue Funktionen auf die vierte Generation anzupassen. Nuendo 4 hat endlich aufgeholt und enthält nun dieselben neuen Bedien-Features wie der kleine Bruder Cubase 4. So verfügt Nuendo jetzt ebenfalls über Instrumentenspuren und ein reichhaltiges Arsenal an Spuren-, Instrumenten- und Effekt-Presets. Selbstverständlich ist auch die Media Bay an Bord, mit der sich Presets bequem finden und indizieren lassen. Der Kanal-Editor kann jetzt nach eigenen Wünschen angepasst werden und natürlich wartet Nuendo auch mit dem verbesserten MPEX 3 Timestretch-/Pitchshift-Algorithmus auf. Der neue Channelstrip-Equalizer und auch eine Reihe von Effekt-Plug-ins im neuen VST3-Standard beschließen den Reigen der wichtigsten Features, die von Cubase 4 übernommen wurden.

Doch eine schnöde eins zu eins Portierung der neuen Cubase-Features in Nuendo war den Entwicklern offensichtlich nicht anspruchsvoll genug. Und so stellten sie Cubase 4 hinsichtlich Bedienung, Workflow und technischer Möglichkeiten nochmals auf den Prüfstand und suchten nach weiteren Verbesserungsmöglichkeiten. Auf Basis des kleinen Bruders haben sie ihrem Sequenzer-Flaggschif schließlich eine so große Vielzahl an neuen Features mitgegeben, dass letztendlich gleich die Version 4.1 dabei entstand. Neu und exklusiv hinzugekommen ist jetzt ein Automations-Dialog, mit dem sich noch komfortabler und gezielter umfangreiche Projekte abmischen lassen. Ebenfalls ausschließlich in Nuendo anzutreffen ist auch das sogenannte Post-Filter-Plug-in, das gezielt Störsignalen bei O-Ton-Aufnahmen zu Leibe rücken soll. Der Großteil der übrigen Neuheiten ist schließlich auch in die ebenfalls vor kurzem veröffentlichte Version 4.1 von Cubase eingeflossen (siehe Kasten auf Seite 66). So ist jetzt, um die wichtigsten Neuheiten in beiden Produkten kurz zu nennen, ein zusätzlicher Logical-Editor integriert worden, der nun auf ein gesamtes Projekt einwirken kann. Mehrere Projekte sind simultan ladbar von dem jeweils nur eines aktiv sein kann, so dass problemlos erstmals Daten unkompliziert von einem ins andere Projekt kopiert werden können. Mit Global Transpose ist ein neuer Spurtyp und mit MIDI-Loop ein neues Datenformat hinzugekommen. Einige Plug-ins wie etwa der Roomworks-Hall, liegen jetzt reprogrammiert als VST3-Plug-in vor und einige VST3-Effekte wie Kompressor, Noise Gate, Chorus, Flanger, Phaser, Wah Wah oder die Delays verfügen jetzt über einen Sidechain-Eingang zur externen Ansteuerung interner Parameter. Der Mixer erhält erstmals mit zusätzlichen internen Bussen eine Erweiterung an Routing-Möglichkeiten, die die Flexibilität ...

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