Test USB-Audio-Interface US-144MKII

Test USB-Audio-Interface US-144MKII

Gut aufgelegt

Der japanische Pro-Audio-Hersteller Tascam bringt seine Einsteiger-Interfaces US-144 und US-122 als viel versprechende Mark2-Version (MKII) auf den Markt. Wir wollen sehen, ob durch das neue Design und die aufpolierten Treiber und getunten Mikrofon-Vorverstärker tatsächlich der perfekte Blitzstart in die Recording-Welt gelingt.

Von Michael Nötges

USB ist inzwischen auch bei den Profis in. Das beweist nicht zuletzt der Test des neuen RME Fireface UC in Ausgabe 10/2009, der das USB-Audio-Interface als ebenbürtige Profi-Alternative zu Firewire-Konkurrenz auswies. Die USB-Schnittstelle – mit den richtigen Treibern und Wandlern versteht sich – scheint besser als ihr Ruf und zu weit mehr fähig zu sein, als bisher gedacht. Da wundert es nicht, dass auch der japanische Hersteller Tascam mit dem zweikanaligen US-122MKII (159 Euro) als auch dem US-144MKII (185 Euro) seine USB-Einsteiger-Produkte überarbeitet und neu auflegt. Aber nicht nur das Gehäuse-Design der Mark2-Versionen (MKII) ist neu. Der Hersteller verspricht verbesserte Mikrofon-Vorverstärker und neue Treiber für kurze Latenzen, besserer Stabilität sowie optimierte klangliche Eigenschaften. Dabei setzt Tascam, wie uns Produktspezialist Vasili Asmanidis verrät, weiterhin auf die Wandler-Chipsätze des japanischen Herstellers Asahi Kasei (AK 5381, AK 4384), die Abtastraten von 24 Bit bei maximal 96 Kilohertz ermöglichen. „Aber auch wenn die gleichen A/D-D/A-Wandler verwendet werden, haben sich Geräuschspannungsabstand und Frequenzgangverlauf durch die Überarbeitung der Vorverstärker beim US-144MKII noch einmal verbessert“, erklärt uns Asmanidis. Dadurch sei das Upgrade insgesamt etwas geräuschärmer als sein Vorgänger. Das US-144MKII hat im Gegensatz zu seinem zweieiigen Zwillingsbruder (US-122-MKII) insgesamt vier Kanäle anstatt zwei und verfügt über eine zusätzliche digitale Schnittstelle und einen separaten Kopfhörerausgangs-Regler. Ansonsten sind sie identisch und richten sich ganz klar an den ambitionierten Recordler und flexiblen Mobilisten.

Zum Test haben wir mit dem US-144MKII das etwas besser bestückte Modell bestellt, das mit einem USB-Kabel, Treiber-CD-ROM, Steinbergs Cubase LE4 sowie gedruckter, deutscher Bedienungsanleitung ausgeliefert wird. Ein externes Netzteil sucht man vergebens, denn das US-144MKII bezieht seine Versorgungsspannung ausschließlich über die USB-Schnittstelle. Da das Interface im Taschenbuch-Format zudem sehr handlich und mit 700 Gramm auch noch angenehm leicht ist, qualifiziert es sich als praxisgerechte, mobile Recording-Lösung. Es ist grundsätzlich keine Steckdose vonnöten, sodass Aufnahmen mit dem US-144MKII auch im Freien möglich sind. Zu berücksichtigen sind aber zwei Dinge: Zum einen kann es je nach Computer vorkommen, dass über die Schnittstelle nicht genügend Strom geliefert und somit ein USB-Hub mit externer Stromversorgung nötig wird. Außerdem belastet das Interface natürlich den Akku des Notebooks, was mitunter zu deutlich kürzerer Betriebsdauer des Systems führt. Besonders beim Einsatz von Kondensatormikrofonen, die zusätzlichen Strom benötigen, kann sich die Betriebszeit reduzieren.

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