Lärm ist der größte Feind des Tontechnikers. Nicht nur, dass Recording-, Mixdown- und Mastering-Sessions sein Gehör so sehr belasten, dass ihm oft am Ende des Tags die Ohren klingen, schon während der Arbeit erschweren Nebengeräusche seinen Job. Vor allem lärmende Computer sind Störenfriede. Doch das muss nicht sein. Hier erfahren Sie, wie man den PC zum Schweigen bringt.
Jeder PC-Nutzer kennt das Problem: Der Rechner ist nicht nur ein unverzichtbares Werkzeug, er macht sich auch akustisch bemerkbar. Waren die ersten Computer vor gut 20 Jahren noch rechtleise, so sind viele aktuelle PCs unüberhörbar und jeder Leistungssprung der CPU erhöht den Geräuschpegel. Schuld daran sind vorrangig die diversen elektrischen Lüfter, die nötig sind, um die im Rechner entstehende Wärme abzuführen. Wie in der Vergangenheit – schauen Sie mal in einen alten 286er-Rechner – können CPUs auch passiv (also ohne Lüfter) gekühlt werden, allerdings müssen die Kühlrippen zur Wärmeabfuhr sehr groß sein, was sich meist in den engen und schlecht belüfteten PC-Gehäusen nicht realisieren lässt. Das führt unausweichlich in einen Teufelskreis: Je leistungsfähiger der Rechner ist, umso mehr Wärme, die abgeführt werden muss, produziert er. Mit der Folge, das sich immer mehr Lüfter in modernen Rechnern finden – jeder eine mehr oder weniger nervige Geräuschquelle.
Sind lautstarke Computer bei klassischen Büroarbeiten nur lästig, so sind sie sind Studio schlicht inakzeptabel. Denn wie soll man die fein ziselierten Läufe einer zart gespielten Querflöte differenziert abmischen, wenn der Brummkreiselton eines PC-Lüfters die akustische Szene dominiert? Und nicht nur die CPU-Lüfter machen lautstark auf sich aufmerksam, auch eine Menge anderer Komponenten können den Computer zur nervigen Rappelkiste machen. Bei der Konfiguration eines Audio-PCs gilt es also darauf zu achten, dass alle Maßnahmen zur Schallminderung ausgeschöpft werden.
Um dies im Vorfeld zu erkennen, sollten Sie die technischen Angaben der Hardware Hersteller ausgiebig studieren. Darin finden sich meist Angaben, die Hinweise auf die Geräuschentwicklung der Komponenten geben. Das zeigt, welche Bauteile grundsätzlich geeignet oder ungeeignet sind.
Die Werte Dezibel (dB) oder Sone (sone) geben Auskunft über die Lärmentwicklung. Dezibel ist eine dimensionslose Angabe ohne Bezugsdaten. Der Wert besagt also nichts über das Schallempfinden des Gehörs. Unterschieden wird es jedoch in der Signaltechnik in dB (A) Adjusted und in der Akustik als dB SPL (Sound Pressure Level). Die Einheit Sone beschreibt die Lautheit eines Geräusches. Ein Sone entspricht 40 dB (SPL), gemessen mit einem 1kHz Sinuston. Zwei Sone entspricht 50 dB (SPL).
Alle rotierenden Bauteile im Computer erzeugen Geräusche. Außer den diversen Lüftern sind das auch Festplatten, in deren Innerem Magnetplatten schnell rotieren; meist mit 7.200U/min. Identifizieren wir bei unserer Suche nach Lärmquellen zuerst die verschiedenen Lüfter und suchen nach Möglichkeiten zur Ge-räuschreduzierung.
Grundsätzlich gilt: Je größer der Lüfter ist und je schneller er dreht, umso mehr Kühlluft kann er bewegen und umso besser ist seine Wirkung. Doch Vorsicht: Besonders schnell drehende Lüfter entwickeln auch besonders hohe Schallpegel. Daher ist es besser, einen großen Lüfter mit geringerer Drehungszahl zu verwenden als einen kleinen, der schneller rotiert.
Der wichtigste Lüfter sitzt auf der CPU, um sie auf einer betriebssicheren Temperatur zu halten. Je leistungsfähiger die CPU ist, umso wichtiger wird die Kühlung. Die mit der CPU gelieferten Exemplare (OEM oder Boxed genannt) sind in der Regel nicht besonders leise. Sie sollten als erstes ausgetauscht werden.