SX ist tot, es lebe Cubase. So könnte sich die Ankündigung des mit Spannung erwarteten SX3-Nachfolgers Cubase 4 anhören. Doch das wird dem Update eines Produktes in der Königsdisziplin der Audio-Software nicht gerecht, den Hersteller Steinberg offeriert einige atemberaubende neue Features. Welche, erfahren Sie im Test.
Wenn sich Steinberg, Marktführer von Sequenzern in Deutschland, anschickt, eine neue Version des Bestsellers Cubase zu veröffentlichen, geht ein Raunen durch die Musiker-Gemeinde. Kernfrage ist dabei immer, ob der treue Cubase-Nutzer eventuell eine komplett neue Bedienung erlernen muss. Oder ist das Update nur ein bisschen Make-up für ein Produkt, das eigentlich nicht zu verbessern ist? Wer in den Genuss der vierten Ausgabe kommen will, zahlt bei einem Neuerwerb knapp 900 Euro. Besitzer von SX3 zahlen fürs Update knapp 170 Euro. Beide Nutzergruppen erhalten ein Rundum-Sorglos-Paket zum Komponieren, Aufnehmen und Mixen; eben ein gut ausgebautes virtuelles Tonstudio.
Zudem gibt es nun noch eine abgespeckte Version für knapp 400 Euro unter dem Namen Cubase Studio, die sich eher an den ambitionierten Homerecordler wendet. Um die Antwort der oben gestellten Kernfrage zu beantworten: Cubase 4 ist in seiner Bedienung und im Ablauf des Produktionsprozesses im Wesentlichen gleich geblieben. Die Eckdaten wie 32 Bit Auflösung, maximal 96 Kilohertz Abtastrate und Fließkommaverarbeitung sind vom Vorgänger her bekannt. Sämtliche wichtigen Bedienelemente, Editoren und Dialoge finden sich immer noch an den bekannten Positionen. Nutzer der Vorversion können also ohne Zögern mit Cubase 4 loslegen.
Die zentrale und wichtige Neuheit in Cubase 4 findet sich in einer mächtigen Datenbank, die unter der Bezeichnung Sound Frame firmiert und die es erstmals ermöglicht, Audio-Dateien, sowie VST-Presets von Effekten und Instrumenten dort zu indizieren und zu suchen. Als Neuheit finden sich in dieser Datenbank jetzt so genannte Spur-Presets, die sowohl für Audio- als auch für VST-Instrumenten-Aufnahmen bei Aufruf Spuren mit vorgefertigten Kanaleinstellungen und Kombinationen von Insert-Effekten aufrufen. Konsequenz: Der Workflow verbessert sich erheblich. Steinberg hat damit die Zeichen der Zeit hinsichtlich Bedienung erkannt. Denn bisher mussten die Einstellungen in teils zeitraubender Arbeit immer wieder neu erstellt beziehungsweise gesucht werden.
Wer nun denkt, das war es schon, sollte sich festhalten. Denn Cubase 4 wartet mit insgesamt 33 neuen VST-Effekten und mit vier ausgezeichneten und eigenständig klingenden, virtuellen Instrumenten auf (siehe Kästen). Zusätzlich ist jetzt, ähnlich wie die Mastersektion an einem Hardware-Mischpult, ein Control-Room-Mixer hinzugekommen, mit dem sich unterschiedliche Submixturen erstellen lassen. Zusätzlich existiert auch die Möglichkeit, die Produktion über unterschiedliche Monitorsysteme abzuhören. Kenner von Nuendo 3.2 werden müde lächeln, weil diese Funktion dort schon länger implementiert ist. In Cubase ist sie aber neu und ein weiterer Schritt Richtung Optimierung der Arbeitsumgebung.
Doch jenseits der oberflächlichen Neuerungen gibt’s auch im Hintergrund einige Verbesserungen. So verfügt Cubase jetzt über 64 Bit-Unterstützung, die Kompatibilität zu Mac-Systemen mit Intel-Prozessor ist gegeben, ein verbesserter MPEX-Algorithmus für die Audio Warp-Funktion zum Timestretching und Pitchshifting ist integriert und...