Reportage Stummfilmmusik zu „Von Morgens bis Mitternachts“

Sieben auf einen Streich 

Die Live-Aufnahme einer Stummfilmkomposition für sieben Orchesterinstrumente ist heutzutage nicht gerade das, was bei Toningenieuren ständig auf dem Plan steht. Umso spannender ist es zu erfahren, wie ein hochwertiger Live-Mitschnitt auch unter ungewöhnlichen Bedingungen gelingen kann. 

Von Michael Nötges

Wahren Cineasten wird das Herz aufgehen: Der deutsche Stummfilmklassiker „Von morgens bis mitternachts“ aus dem Jahre 1920 wurde rund 90 Jahre nach seiner Entstehung mit neuer Musik zu einer neuen Uraufführung gebracht. Seinerzeit für den finanzkräftigeren japanischen Markt produziert, wurde der Film von Karl Heinz Martin nach dem bekannten Bühnenstück von Georg Kaiser (1912) bisher nur wenige Male in Deutschland gezeigt. Viele dachten, der Film sei im Land der aufgehenden Sonne verschollen, doch 2009 hat das Münchner Film Museum den wieder entdeckten 35-mm-Film aufwändig restauriert, um ihn am 20. November 2009 im Rahmen der sechsten Sound-Track Cologne vorzuführen. Live begleitet wurde der Film von einem klassischen Septett mit einer vom zeitgenössischen Komponisten Yati E. Durant eigens für diesen Abend komponierten und dirigierten Filmmusik (siehe Interview). Die besondere Atmosphäre der live gespielten Filmmusik festzuhalten hat Toningenieur André Giere, hauptberuflich beim Pro-Audio-Vertriebs Hyperactive tätig, festgehalten. Giere dazu: „Über Kai Schwirzke kam letzten Oktober der Kontakt mit der Soundtrack Cologne zustande. Die suchten noch einen Sponsor für den Deutschen Fernsehmusikpreis 2009, den sie gemeinsam mit der Cologne Conference vergeben. Schließlich entstand die Idee, anstatt eines Schecks ein Røde K2 als Preis zu stiften. Eine Woche später kam dann zusätzlich die Anfrage, ob ich Lust hätte, ein Kammerorchester mitzuschneiden, das einen Stummfilm live begleiten würde.“  Diese Gelegenheit ließ sich Giere nicht entgehen und nahm die Herausforderung an.  Es galt also, einen 72-minütigen, mehrkanaligen Live-Mitschnitt des klassischen Septetts während der Festivalvorführung im Kinosaal des Kölner Museum Ludwig anzufertigen.

Abonnenten können ab hier weiterlesen - alle Artikel sind für sie freigeschaltet.

 

Für registrierte Extended-User sind MyPaM- HTML-Web-Artikel immer bis zur jeweils vorletzten Ausgabe freigeschaltet.
Noch keine Extended-User? Registrieren Sie sich kostenlos und unverbindlich hier. Und viel Spaß beim Lesen.

Zum Einloggen geben Sie in der MyPaM-Box im Header-Bereich unter "Name" Ihren Benutzernamen ein und unter "Passwort" das Passwort aus der Bestätigungsemail Ihres Abonnements/ Ihrer Extended User Anmeldung ein.