Test Sequenzer-Software Propellerhead Record

So einfach geht das 

Wer heutzutage den Namen Propellerhead nennt, meint eigentlich den Bestseller des Herstellers, die intuitiv bedienbare MIDI-Synthesizer-Workstation Reason, die alles mitbringt, was zur Musikproduktion nötig ist. Mit Record legt das schwedische Unternehmen jetzt einen waschechten Audio-Sequenzer im Reason-Stil vor. Er soll das Erfolgskonzept des Propellerhead-Bestsellers in die DAW-Welt portieren und den Spaß am Produzieren so deutlich wie nie zuvor in den Vordergrund rücken. Das haben auch schon andere behauptet. Professional audio prüft nach.    

Von Georg Berger 

Eines ist wahr: Software-Sequenzer sind heutzutage mit einem überbordenden Arsenal an Funktionen und Bearbeitungsmöglichkeiten ausgestattet, die wahrscheinlich niemand bislang in aller Gänze erschöpfend genutzt, geschweige denn komplett benötigt hat. Updates warten mit teils vielen neuen Funktionen und Editoren auf, die den Umgang mit den Sequenzer-Boliden nicht gerade einfacher machen. Sicherlich, die Rede ist von Profi-Werkzeugen, die für jeden tontechnischen Fall gerüstet sein müssen und zielgerichtet für diese Klientel entwickelt sind. Doch wie sieht es am anderen Ende aus? Gibt es Sequenzer, die sich bewusst für Einfachheit entscheiden und das Prinzip „weniger ist mehr“ selbstbewusst praktizieren? Eine Alternative bietet sich in den abgespeckten Versionen der Profi-DAWs. Doch außer einem eingeschränkten Funktionsumfang bleibt die Bedienung trotzdem die gleiche, die gerade Einsteigern eine teils hohe Lernbereitschaft und Geduld abverlangt und Wasser auf die Mühlen von erklärten Sequenzer-Muffeln ist. Genau an diesem Punkt setzt der schwedische Software-Hersteller Propellerhead mit seinem Sequenzer Record an, der für Erstkäufer mit knapp 280 Euro Verkaufspreis eine Alternative in Sachen Bedienung und Preis bieten will. Kenner entdecken beim ersten Betrachten der Oberfläche sofort die unverkennbare Nähe zum Bestseller des schwedischen Software-Herstellers, der Synthesizer-Workstation Reason 4 (Test in Heft 11/2007), die für viele Anwender die erste Wahl, wenn nicht sogar der Industriestandard in Sachen elektronischer Musikproduktion ist. In der Tat hat Record sehr vieles von Reason geerbt, angefangen beim identisch aufgebauten Sequenzer (siehe Kästen) und dem Hingucker schlechthin, der virtuellen Reproduktion eines 19-Zoll-Effekt-/Instrumenten-Racks, mit dem Reason in Sachen intuitiver Bedienung deutlich die Nase vorn hat und einen der Pfeiler des Erfolgsrezepts markiert (siehe Kästen). Es wundert daher nicht wirklich, dass Record und Reason sogar einen festen Verbund eingehen können, wobei sich Reason ab Version 4 in Record nahtlos integriert. Registrierte Reason-Anwender können für attraktive 130 Euro crossgraden und das größte Manko von Reason, die fehlende Möglichkeit zur Aufnahme von Audiosignalen, beseitigen.

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