Schon seit langem zählt der Kompressor Tube-Tech CL 1B von Lydkraft zu den modernen Klassikern, der in jedem Tonstudio zu finden ist, das etwas auf sich hält. Emulationen gabs bislang nur für TDM und Powercore. Doch seit kurzem offeriert der Hersteller Softube den Kompressor auch in nativer Form. Professional audio hat sich Soft- und Hardware zum Test kommen lassen und akribisch miteinander verglichen.
Damit ein Stück Studio-Hardware Kult-Status erlangt, muss es älter als 30 Jahre, in unzähligen Top-Ten-Produktionen zum Einsatz gekommen sein, am besten über Röhren verfügen, die Herstellung eingestellt und folglich nur noch zu horrenden Preisen am Gebrauchtmarkt erhältlich sein. In den meisten Fällen mögen diese Kriterien zutreffen. Nicht jedoch beim einkanaligen Opto-Röhren-Kompressor Tube-Tech CL 1B des dänischen Pro-Audio-Herstellers Lydkraft, der einige der oben aufgestellten Regeln Lügen straft. Denn der Dynamik-Prozessor hat vor gerade mal 23 Jahren das Licht der Welt erblickt, er wird nach wie vor gebaut und ist als Neugerät am Markt für knapp 2.600 Euro erhältlich. Renommierte Tontechniker wie Al Schmitt (Toto, Quincy Jones), Joe Chiccarelli (Beck, Elton John, U2) oder Tony Sheppard (Madonna, Whitney Houston, Barbra Streisand) zählen den CL 1B zu ihrem Leib-und-Magen-Kompressor, der vornehmlich bei Vocal-Recordings für ein homogenes und organisches Verdichten sorgt, aber auch Qualitäten als Allzweck-Waffe besitzt. Dass dieser moderne Klassiker auch in virtueller Form am Markt erhältlich sein würde, war also nur eine Frage der Zeit. Die Emulation des Plug-ins wurde schließlich 2006 von der schwedischen Software-Schmiede Softube in Angriff genommen. Die Produktion erfolgte dabei in enger Zusammenarbeit mit Lydkraft. Ein Jahr später präsentierte Softube das fertige Plug-in, das allerdings zunächst nur für Pro Tools TDM und die T.C. Electronics Powercore-Plattform erhältlich war. Seit Oktober 2009 offeriert der Hersteller endlich auch eine rein native Version, die für knapp 360 Euro über den Ladentisch geht. Nach Aussagen des Herstellers enthält das native Plug-in dieselben Algorithmen, die bereits für die TDM/Powercore-Version entwickelt wurden. Einziger Unterschied: Die Eingangsempfindlichkeit wurde virtuell um 16 Dezibel angehoben, externe Signale lassen sich per Sidechain einspeisen und die Clip-LED sowie der Input-Button sind weggefallen.
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