…will dieser Test wahrlich nicht künden, wohl aber von den Sounds des Kanalzugs einer Helios-Konsole sowie des Summen-Kompressors von Pye Telecom. Mit beiden Gerätschaften sorgte Tontechnik-Legende Eddie Kramer in den 60er Jahren für guten Sound. Diese beiden Stücke klingender Tontechnik-Geschichte wurden jetzt von Waves virtuell akribisch reproduziert.
Der israelische Software-Hersteller Waves und die Tontechniker-Legende Eddie Kramer sind scheinbar ein Herz und eine Seele. Denn kaum ein halbes Jahr nachdem die erste gemeinsame Kooperation in Form der Eddie Kramer Collection (siehe Test in Heft 1/2010) präsentiert wurde, legt das in Tel Aviv beheimatete Unternehmen nach und präsentiert mit dem Kramer HLS Channel und dem Kramer PIE Compressor zwei weitere Produkte, die wiederum in Zusammenarbeit mit dem Tontechnik-Genie entstanden sind. Doch anders als die Collection-Plug-ins, die das tontechnische Know-how des Meisters in die DAW bringt, emulieren die beiden jüngsten Produkte historisches Outboard, das Herr Kramer während seiner Tätigkeit in den Londoner Olympic Studios in den 60er Jahren weidlich nutzte. Dazu ein kleiner Exkurs: Dort stand als zentrales Arbeitsgerät eine eigens für dieses Studio konstruierte Mischkonsole, die vom ehemaligen Abbey Road-Techniker Richard Swettenham entworfen wurde. Auf Basis dieses Olympic-Pultes entstanden in den folgenden Jahren weitere Pulte unter dem Markennamen Helios, die sämtlich die Gene des Olympic-Pultes trugen und ebenfalls einen legendären Ruf unter Kennern haben. Alben von Jimi Hendrix, den Rolling Stones und Led Zeppelin, die heutzutage das Prädikat „musikhistorisch und tontechnisch besonders wertvoll“ tragen, sind damit unter Federführung von Eddie Kramer aufgenommen und gemischt worden. Sozusagen als Gast, jedoch vielmehr ein ständiger Begleiter, war ein Summen-Kompressor des britischen Herstellers Pye Telecom, der als Modul ausgelegt, fest in das Olympic-Pult integriert war. Im Olympic-Studio soll, so geht die Mär, so ziemlich alles über den Pye Compressor gelaufen sein, was Eddie Kramer damals aufgenommen hat und zusammen mit dem Olympic-Pult verantwortlich für den so hochgeschätzten britischen Sound sein.
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