Test Equalizer Solid Tube Audio Etna E1

Der Klang-Schmeichler

Obwohl die Röhre eigentlich Technik von vorgestern ist, feiert sie in der Audio-Welt nach wie vor fröhliche Urständ. Das Unternehmen Solid Tube Audio will dabei noch einen draufsetzen und tritt mit seinem Vollröhren-Stereo-Equalizer Etna E1 an, um gar neue Anstöße und Konzepte in Sachen Röhrentechnik zu liefern. Und wozu das Ganze? Lesen Sie selbst.

Von Georg Berger

Kennern der Pro-Audio-Szene war schon seit langem bekannt, was unter dem Dach des renommierten Tonstudios Rüssmann in Hennef, nicht unweit von Bonn, entstehen sollte. Chefdenker Helmuth Rüssmann werkelte dort zusammen mit dem Ingenieur André Christ seit bald zehn Jahren an einer Vollröhren-Mischkonsole, die mit einem besonders musikalischen Klang aufwarten soll. Vor kurzem haben beide, Rüssmann und Christ, unter der Firmenbezeichnung Solid Tube Audio Nägel mit Köpfen gemacht und nicht ohne Stolz ihr Langzeit-Projekt in Form der Everest C3-Konsole der Weltöffentlichkeit in Serienreife präsentiert. Gleichzeitig ist mit dem Etna E1 auch ein 19-Zoll-Stereo-Equalizer präsentiert worden, der sozusagen als Single-Auskopplung aus dem großen Everest-Pult, die gleiche Ausstattung und das originale Schaltungs-Design der Channelstrip-Equalizer enthält. Laut Hersteller-Aussage soll sich der Etna E1 dabei als „musikalischer Malkasten mit ausdrucksstarken Farben und Pinselformen“ und somit als „Quelle klanglicher Inspiration“ empfehlen. Mit solchen Sprüchen werben auch andere Hersteller für ihre Produkte. Im Test muss der Etna E1 beweisen, ob er die hochgeschraubten Erwartungen erfüllen kann. In Bezug auf die Preis-Gestaltung hat er dies schon einmal locker geschafft. Etwas über 7.000 Euro werden für den Vollröhren-Entzerrer aufgerufen, womit sich der Hersteller eindeutig an das absolute Profi-Lager richtet. Doch der Preis relativiert sich rasch, schaut man einmal auf die Verarbeitung und die im Etna E1 verwendeten Bauteile. Der Hersteller hat nämlich aus dem Vollen geschöpft und nur erlesene Komponenten im Gerät verbaut. Dem Klang bestimmenden Zentrum des Etna E1, der Röhre, hat der Hersteller dabei besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen und in aufwändigen Tests und Forschungen daran gearbeitet, ihre klanglichen Vorzüge, aber auch ihre Zuverlässigkeit und Langlebigkeit zu optimieren. Dass dieser Aufwand seinen Preis hat, dürfte also außer Frage stehen. Doch genug der Vorrede, schauen wir uns den Etna E1 etwas näher an.

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