Focusrites Kleinster ist jetzt serienmäßig mit der zweikanaligen A/D-Wandler-Option ausgestattet. Grund genug den ISA One Digital auf den Zahn zu fühlen und zu prüfen, was das Preamp-Upgrade in puncto Klang und Zusatznutzen taugt.
Den ISA-Preamps des englischen Herstellers Focusrite eilt ein exzellenter Ruf voraus. Nicht zuletzt, weil kein geringerer als Rupert Neve höchstpersönlich Mitte der 1980-er Jahre für das Design des ISA110-Vorverstärker-Moduls der legendären analogen Focusrite-Konsolen verantwortlich zeichnet. Im Test glänzten bereits die großen Brüder ISA828 (Test, Ausgabe 2/2008) und ISA428 (Test, Ausgabe 6/2006) mit Bestnoten in der Riege der Spitzenklasse-Preamps. Jetzt nehmen wir uns den kleinsten ISA110-Erben zur Brust, um auch den Einkanaler auf Herz und Nieren zu prüfen. Viel versprechend ist dabei nicht nur das grundsätzlich identische analoge Vorverstärkerdesign inklusive Lundahl-Transformator (L1538). Auch das neuerdings serienmäßige ADC-Modul (maximal 192 Kilohertz und 24 Bit) des einkanaligen Preamps, lässt aufgrund seiner Ausstattung (ADAT, S/PDIF, AES/EBU, Wordclock und zwei Wire-Modi) aufhorchen. Focusrite wäre aber nicht Focusrite, wenn der ISA One Digital nicht auch noch in puncto Usability und Praxistauglichkeit weit mehr böte als bloß das Standardprogramm. Dabei kostet der kleine Preamp gerade einmal rund 790 Euro und richtet sich vor allem an anspruchsvolle Projektstudiobesitzer, die ein einkanaliges und flexibles DAW-Interface benötigen. Im Gegensatz zu den mehrkanaligen Varianten ist der ISA One Digital ein schnuckeliger Desktop-Hocker mit einer Grundfläche in der Größe eines Din-A4-Blattes. Rutschfest, weil gummibefußt, mit leicht abgeschrägter Frontplatte zur komfortablen Bedienung und einem praktischen Lederhenkel an Deck, zeigt der pfiffige Preamp seine Stärken im Detail. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man den Vorverstärker leicht mit einem analogen Messgerät vergangener Tage verwechseln, wofür das zurückhalten glimmende VU-Meter genauso verantwortlich ist, wie die hinterleuchteten Plexiglastaster und die griffigen Drehknöpfe. Ein ausgesprochenes Schmuckstück ist der ISA One Digital nicht, vielmehr strahlt er eine pragmatische Souveränität aus. Das ist aber nicht bloß Schein, schließlich sind die gleichmäßig laufenden Potiwellen qualitativ genauso überzeugend, wie die robusten und satt einrastenden analogen Anschlussbuchsen. Gute Ergonomie ist trotz des relativ wenigen Platzes gewährleistet da die Bedienelemente und Anzeigen weit genug von einander entfernt und insgesamt übersichtlich angeordnet sind. Einzig der Eingangspegelregler des Instrumenteneingangs ist etwas umständlich zu bedienen, wenn ein Klinkenstecker in der Eingangsbuchse steckt, aber damit kann man leben.
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