Das jüngste Kind aus dem Hause SPL hört auf den Namen M/S Master und will nicht mehr und nicht weniger, als eine effiziente Alternative zur Bearbeitung von Stereo-Signalen bieten. Das alles natürlich wie immer dargeboten in Form von analoger Hardware.
Wenn es um das Thema Stereophonie geht, denken nicht wenige Musikschaffende automatisch an Panpots und das Verteilen von Signalen im Stereopanorama, um Räumlichkeit zu erzeugen. Beim Mix sind Panpots ohne Zweifel die erste Wahl, um dies zu bewerkstelligen. Doch was ist, wenn es im Mastering um einen Eingriff in die Räumlichkeit stereophoner Aufnahmen und Mixe geht? Über kurz oder lang streichen herkömmliche Panorama-Funktionen dabei die Segel. Gottlob ist das noch nicht das Ende vom Lied in Sachen Stereo. Denn seit einigen Jahren feiert eine Technik wieder fröhliche Urständ, die zwar nicht neu ist, sich aber offenbar für eine lange Zeit im Dunkeln befunden hat. Die Rede ist von „M/S“, was für „Mitte – Seite“ steht und einen anderen Ansatz in der Bearbeitung von Stereosignalen verfolgt (siehe Kasten). Jenseits von links und rechts erlaubt das M/S-Verfahren ein gezieltes, separates Eingreifen in die Mitten- und Seitenanteile eines Stereosignals, was gerade beim Mastering für ungleich mehr Flexibilität beim Sounddesign und vor allem ein Garant für Monokompatibilität ist. Die M/S-Renaissance dürfte dabei dem Software-Bereich zu verdanken sein, denn immer mehr Plug-ins warten mittlerweile mit einer sogenannten M/S-Matrix auf, die ein gezieltes Eingreifen in Stereomaterial auf diese Art ermöglichen, etwa das K-Stereo-Plug-in von Algorithmix (Test in Heft 9/2008), die Effekt-Prozessoren innerhalb von IK Multimedias Mastering-Suite T-Racks 3 Deluxe (Test in Heft 1/2009), die Produktpalette von Brainworx (Test in Heft 6/2007) oder auch die Plug-ins der CL Serie von Artsacoustic (Test in diesem Heft). Auf der Hardware-Ebene finden sich Richtungsmischer – so der Begriff für diese Art von Signal-Prozessoren – zumeist nur in Highend-Studiokonsolen vom Schlage Lawo, SSL, Stagetec und Konsorten oder realisiert in Form von Modulen von Herstellern wie Siemens, Telefunken oder adt. Einzelgeräte, die sich ausschließlich auf ein En- und Dekodieren zwischen Links/Rechts und Mitte/Seite konzentrieren, sind am Markt dünn gesät. Dies hat die Pro-Audio-Manufaktur SPL offenbar wohl auch erkannt und schickt sich mit seiner jüngsten Entwicklung M/S Master an, dieses Marktsegment mit neuem Leben zu füllen.
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