Test DAW-Controller SmartAV Tango

Einzigartige Controller-Schönheit 

Er sieht schick aus und macht nicht zuletzt durch seinen beeindruckenden Touchscreen in jedem Studio ordentlich was her. Die Rede ist vom DAW-Controller Tango, der mit seiner Ausstattung und seinem Bedienkonzept der Konkurrenz in Sachen Arbeitsgeschwindigkeit und Bedienkomfort um einiges voraus sein will. Professional audio hat den Luxus-Controller zum Tanz geladen und mit ihm im Test eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt.  

Von Georg Berger 

Schaut man sich einmal die Weltkarte hinsichtlich Produktions- und Entwicklungsstätten von Pro-Audio-Hard- und Software an, zeichnet sich rasch ein deutliches Bild ab, wobei Europa, die USA und der ferne Osten zu den agilsten Orten zählen. Im Vergleich dazu ist Australien ein weißer Fleck auf der Weltkarte, der sich aus diesem Wirtschaftszweig scheinbar komplett ausgeklinkt hat. Fast muss man jedoch sagen, denn abgesehen vom Unternehmen Fairlight und seinen Workstation-Lösungen, macht das in Sydney ansässige Unternehmen SmartAV mit seiner Produktpalette an Mischpulten und DAW-Controllern weltweit seit einiger Zeit von sich Reden. 2003 gegründet, ging SmartAV aus Soundfirm hervor, dem größten Post Production Studio-Komplex Australiens. Die Entwickler, die ihr Know-how zuvor bei renommierten Herstellern wie Fairlight oder DSP erlangten, setzten zunächst auf die Produktion großformatiger Konsolen für den – wen wundert’s – Broadcast- und Postproduction-Bereich. Ehrgeiziges Ziel war und ist dabei, ergonomische und intuitiv bedienbare Frontends zu entwickeln mit denen sich komfortabel jede noch so kleine Funktion einer DAW jenseits von Maus und Computer-Keyboard bedienen lassen soll. Doch der Kundenkreis für hochpreisige, großformatige Highend-Konsolen ist entsprechend klein. So wundert es nicht, dass SmartAV seit geraumer Zeit mit dem Modell Tango einen vergleichsweise günstigen und kompakten DAW-Controller anbietet, der sich gezielt an einen größeren Anwenderkreis richten soll. Die Zielgruppe beginnt beim ambitionierten Homerecordler und reicht bis hin zu kleinen professionell ausgerichteten Projektstudios. Zugegeben, von günstig zu sprechen ist schon etwas gewagt, denn der Tango kostet fast 9.000 Euro, was im Vergleich zu den Highend-Konsolen zwar ein Schnäppchen darstellt, die Schar potenzieller Käufer dennoch einengt. Tatsächlich spielt der Tango-Controller in der gleichen Liga wie etwa die MC Pro-Konsole von Euphonix oder die ICON-Pulte von Avid, die jedoch teils erheblich teurer sind, was den Verkaufspreis wiederum relativiert. Abgesehen davon erhält der Käufer einiges an Gegenwert. Dazu zählt unbestritten der 22-Zoll große Touchscreen, der für sich genommen schon einmal eine ordentliche Stange Geld kostet, zentrales Bedienelement des Controllers darstellt und mit dem SmartAV sich in Sachen Ergonomie und Bedienkomfort von den Mitbewerbern deutlich absetzen will. Ob dies dem Hersteller gelingt, werden Sie im Verlauf dieses Tests in aller Ausführlichkeit erfahren.

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