Mit dem Transpressor präsentiert SPL eine markante Variante seines revolutionären Transient Designers, der, erweitert um einen VCA-Kompressor, sämtliche Aspekte der Dynamikbearbeitung kompakt abdecken will. Für wen und was sich der Neuling empfiehlt, haben wir im Test für Sie herausgefunden.
Wenn es um das Eingrenzen von Dynamik geht, führt in der Tontechnik bekanntlich kein Weg an einem Kompressor vorbei. Je nach Konstruktionsprinzip und den verwendeten Bauteilen bestechen sie durch ein markantes Regelverhalten, teils begleitet von mehr oder weniger deutlich hörbaren Klangfärbungen. Doch unabhängig von klanglichen Ausprägungen und individuellem Regelverhalten haben sämtliche Kompressoren eines gemeinsam: Sie arbeiten pegelabhängig, das heißt, der Schaltkreis beginnt erst ab einem zumeist frei einstellbaren Schwellenwert zu arbeiten. Wer dabei gedacht hat, dass damit das Ende der Fahnenstange in Sachen Dynamikbearbeitung erreicht ist, wurde in den 90er Jahren von SPL eines Besseren belehrt. Der damals von Ruben Tilgner (jetzt Elysia) entwickelte Transient Designer erlaubte erstmals ein pegelunabhängiges Bearbeiten der Dynamik, was einen gezielten Eingriff in die Ein- und Ausschwingvorgänge anliegender Signale ermöglichte (siehe Kasten). Es wundert daher nicht, dass der Transient Designer rasch zu einem modernen Klassiker avancierte, der die Welt der Dynamikbearbeitung revolutioniert hat. Denn vergleichbare Ergebnisse mit Kompressoren zu erzeugen sind fast unmöglich oder nur bei gleichzeitig auftretenden unerwünschten Nebeneffekten realisierbar. Soweit so gut. Wer von den Möglichkeiten des Transient Designers profitieren will, konnte bis vor kurzem aus einer zwei- oder vierkanaligen 19-Zoll-Hardware-Variante auswählen, auf das RackPack-Modulsystem setzen und eine frei wählbare Anzahl an Transient Designer-Modulen damit bestücken (Test in Heft 11/2007) oder das seit 2008 erhältliche Transient Designer-Plug-in einsetzen (siehe Test in Heft 11/2008). Mit dem seit kurzem erhältlichen Transpressor hat die Pro-Audio-Manufaktur SPL jetzt die Palette an Transient Designer-Modellen um eine markante einkanalige Variante erweitert und fasst erstmals in einem Gerät beide Prinzipien der Dynamikbearbeitung – pegelabhängig und -unabhängig – zusammen. Beide Sektionen, also Kompressor und Transient Designer, sind sowohl einzeln als auch gemeinsam nutzbar und lassen sich sogar in der Signalreihenfolge vertauschen.
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