Reportage Abschlusskonzert Fettes Brot Tour 2010

Nordish by Nature 

Dieses Jahr gab es für die Hamburger Hip-Hopper Fettes Brot gleich zwei Eins Live-Kronen und zwar in den Kategorien: „Beste Band“ und „Bester Live-Act“. Ein Grund mehr Olli Voges – Head of Sound der Tour 2010 – beim Abschlusskonzert in der Dortmunder Westfalenhalle 2 interessiert über die Schulter zu gucken.  

Von Michael Nötges

Drinnen im Backstage-Bereich gibt es gerade vegetarischen Schneemann auf Scheiterhaufen oder wahlweise Terror Turkey mit Kohloschnikow und Streubombenfuttergranaten-Reis für die rund 40-Köpfige Crew von Fettes Brot. Die Stimmung ist entspannt – Ruhe vor dem Sturm. Dabei ist es eigentlich eher die Ruhe während des Sturms, denn draußen begräbt gerade Sturmtief Petra Deutschland unter einer zentimeterhohen Schneedecke und legt gnadenlos den Verkehr in weiten Teilen des Landes lahm. Beim exquisit-extravaganten Catering, das die „Rote Gourmet Fraktion“ gezaubert hat, ist neben dem exzellenten Essen eine Frage in aller Munde: Wie kommen wir hier jemals wieder raus? Nach dem Motto, Dortmund ist auch ganz schön, richten sich einige nach 17 Tagen Tour und 13 Shows auf eine weitere Nacht im Ruhrgebiet ein, andere philosophieren trotz katastrophaler Wetterlage über die beste Autobahnroute für den Weg nach Hause. Es ist 18:30 Uhr, anderthalb Stunden bevor die Chemnitzer Band Kraftclub als Support die letzte Show der Fettes Brot Tour 2010 eröffnet.   Gegen 15:00 Uhr klatscht Oliver Voges, FOH-Engineer der Brote, beherzt in die Hände. Die Westfalenhalle 2 ist menschenleer und das Flatterecho und die Reflexionen von der Rückwand der Mehrzweckhalle sind deutlich zu hören. Oft haben die Live-Techniker mit den desolaten akustischen Bedingungen zu kämpfen und warum Hallen, in denen überwiegend Musik veranstaltet wird, oftmals jegliche akustische Optimierung fehlt, versteht keiner so richtig. „In vielen Arenen müssten die Glaswände im ersten Rang beispielsweise nur um ein paar Grad geneigt sein“, erklärt Voges, der das Vorgehen von einem befreundeten Akustik-Spezialisten kennt, „um stehende Wellen zu vermeiden. Das kostet natürlich beim Bau etwas mehr, aber sind wir mal ehrlich, bei solchen Millionen-Projekten, spielen die verhältnismäßig geringen Mehrkosten kaum eine Rolle.“ Glücklicherweise sind moderne PA-Systeme wie beispielsweise die MLA Anlage der englischen Spezialisten Martin Audio, die bei Fettes Brot verwendet wird, mittlerweile kleine akustische Wunderwaffen, die in fast allen Umgebungen klar kommen. „Um die Reflektionen von der Rückwand zu minimieren, wird beispielsweise das System so eingestellt, dass das zu beschallende Feld sozusagen hinter den Köpfen der letzen Reihe runtergezogen wird“, erklärt uns Voges begeistert.

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