Mit dem Kompressor COMP-54 tritt der Hersteller Golden Age Project an, um erfolgreich zu beweisen, dass der Nachbau legendärer Studio-Hardware nicht zwingend Unsummen kosten muss. Was der Klon des Neve 2254 leistet, steht im Test.
Dass in der Studio-Szene viele Gerätschaften das Etikett „Kult“, „Legende“ oder „Klassiker“ tragen, liegt primär an ihren klanglichen Eigenschaften, mit denen sie anliegende Signale auf unnachahmliche Weise bearbeiten und auf charakteristische Weise prägen. Soweit so gut oder eher schlecht. Denn diese Gerätschaften sind, wenn überhaupt, nur selten erhältlich. Wenn solch ein Klassiker einmal zum Verkauf steht, muss dafür gleich ein horrender Preis bezahlt werden. Viele Hersteller haben diesen Missstand mittlerweile erkannt und offerieren exakte Nachbauten dieser Legenden. Allerdings kosten diese Reproduktion nicht zuletzt durch den hohen Fertigungsaufwand und die verwendeten, erlesenen Bauteile auch nicht gerade wenig. Trotzdem gibt es Hersteller, die es schaffen, gehörig die Preisschraube nach unten zu drehen und mit ihren Produkten auf historischen Pfaden zu wandeln, die den gleichen oder zumindest ähnlich exzellenten Klang wie die Vorbilder versprechen. Einer dieser Hersteller ist das schwedische Pro-Audio-Unternehmen Golden Age Project, das vor kurzem mit dem Mono-Kompressor COMP-54 einen nur knapp 400 Euro teuren Klon des hochgeschätzten Neve 2254 Kompressormoduls vorgestellt hat. Sicherlich, der COMP-54 ist dabei kein exakter Nachbau des im Jahre 1969 entstandenen Neve-Prozessors. Kennern fällt sofort das Fehlen der im Original enthaltenen Limiter-Sektion auf. Dennoch hat der COMP-54 viele Gene der Vorlage geerbt, was sich primär im Innenleben des kleinen roten Schweden zeigt, das wir jetzt einmal etwas näher betrachten wollen.
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