Mit dem jüngst vorgestellten Aphex Vintage Aural Exciter Plug-in hat die Software-Schmiede Waves einen Meilenstein der Tontechnik-Geschichte virtuell wieder aufleben lassen. Grund genug also, sich das Plug-in einmal näher anzuschauen. Was die Emulation leistet, worin ihr Reiz liegt und ob der Kauf lohnt, erfahren Sie im Test.
Exciter gehören mit ihren Klang verbessernden Eigenschaften gewissermaßen zur Kategorie der gefährlichen Effekte. Gefährlich deshalb, weil sie, einmal in den Signalweg eingeschleift, dazu verleiten Schlagzeug, Gitarre und Co. unbemerkt zu viel des Guten angedeihen zu lassen. Denn nicht selten ist das richtige Maß beim Hinzufügen von Brillanz, Präsenz oder Vordergründigkeit rasch überschätzt. Wer schon einmal mit einem Exciter gearbeitet hat, kennt diesen Effekt: Im direkten Hörvergleich mit der unbearbeiteten Version erscheinen selbst die akkuratesten Aufnahmen plötzlich matt und glanzlos. Dies ist vor allem der außerordentlich kurzen Gewöhnungsphase des menschlichen Gehörs an höhere Frequenzen geschuldet. Deshalb ist es mit dem Exciter ähnlich wie mit Schokolade: Er macht schnell süchtig. Bei diesen Eigenschaften und dem mittlerweile großen Hard- und Software-Angebot an Excitern unterschiedlicher Couleur ist es fast ein bischen überraschend, dass eine renommierte Software-Schmiede wie Waves erst seit kurzem auch ein klassisches Exciter-Plug-in anbietet – und damit endlich eine Lücke schließt. Denn nach einem solchen Effekt suchte der Anwender im riesigen Waves Produkt-Katalog bisher vergebens. Dafür hat die israelische Software-Schmiede jetzt mächtig ausgeholt und wahrhaft Nägel mit Köpfen gemacht. Denn der jüngste Zuwachs wandelt auf historischen Pfaden und emuliert die Hardware eines renommierten Unternehmens, das seinerzeit den Exciter-Effekt erstmals weltweit etablierte und bis heute den Industrie-Standard markiert, wobei die Bezeichnung dieser Hardware gleichzeitig ein Synonym für diese Art der Signalbearbeitung ist. Die Rede ist vom Aural Exciter des amerikanischen Herstellers Aphex. Der Clou: Als Vorlage diente Waves nicht das moderne, weit verbreitete Aphex Exciter-Modell Typ III in diskreter Schaltung, sondern eins der frühen, sehr seltenen Geräte, bei denen eine Elektronenröhre in der Verzerrstufe eingesetzt wurde, was es unseres Wissens nach in der Gestalt bislang nicht am Plug-in-Markt gibt.
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