Unter der Bezeichnung Control 2802 präsentiert Focusrite eine Mischkonsole mit markantem Konzept, charakteristischem Klang und flexiblen Einsatzmöglichkeiten für das computerbasierte Recording. Was sich dabei hinter dem Schlagwort „Dual Layer Control“ verbirgt, steht im Test.
Bald 20 Jahre ist es her, dass Focusrite mit einem Mischpult auf den Markt gekommen ist und offensichtlich war die Zeit jetzt reif, dies zu ändern. Auf der diesjährigen Musikmesse präsentierten die Briten mit dem Modell Control 2802 eine kompakte Mischkonsole, die mit acht Channelstrips inklusive motorisierter Alps-Fader, einer Vielzahl an Ein- und Ausgängen sowie opulenten Signal-Verknüpfungsmöglichkeiten aufwartet, alles in komplett analoger Bauweise. Damit nicht genug lassen sich am Pult sogar Funktionen eines reinrassigen DAW-Controllers ausführen, was via Ethernet-Buchse und mit Hilfe des HUI-Protokolls realisiert wird. Aufmerksame Beobachter und Kenner der Szene werden sich angesichts des Grundkonzepts und Aussehens der Focusrite-Konsole allerdings verwundert die Augen reiben und mit Déjà-vu-Erlebnissen zu kämpfen haben. Tatsächlich trügt der Schein nicht, denn solch eine Konsole hat es bereits vom britischen Hersteller Audient unter der Bezeichnung ASP2802 gegeben. Das Geheimnis dahinter ist rasch aufgelöst: Focusrite ist eine Kooperation mit Audient eingegangen und hat sich die Rechte am Audient-Pult inklusive sämtlicher Schaltungs-Designs gesichert, das fortan ausschließlich unter dem Focusrite-Siegel produziert wird. Bis auf die Modellbezeichnung hat sich jedoch nichts am Pult geändert. Hier wie dort deckt die Kombination aus Analog-Mixer und DAW-Controller – der Hersteller nennt das Konzept folgerichtig „Dual Layer Console“ – somit sämtliche relevanten Aufgaben des computerbasierten Recordings ab. Dabei lässt sich über einen simplen Knopfdruck bequem zwischen analoger und DAW-Mischebene hin und her schalten. Integrierte Wandler sind jedoch nicht an Bord, aber auch nicht beabsichtigt. Das rund 4.500 Euro teure Pult will sich als mächtige Schaltzentrale und exzellent klingender Begleiter zum Anschluss an klassische AD/DA-Wandler empfehlen.
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