Test USB-Audio-Interface Native Instruments Komplete Audio 6

Schmuckkästchen

Auf den ersten Blick ist das Komplete Audio 6 das perfekte USB-Audio-Interface für freiheitsliebende DJs, Mobilisten und ambitionierte Homerecordler. Professional audio klärt mit dem zweiten Blick, was das schmucke Kästchen in der Praxis wirklich taugt.  

Von Michael Nötges

Seit jeher, sprich seit der Firmengründung 1996, hat sich Native Instruments die Entwicklung von computerbasierter Hard- und Software für die Musikproduktion auf die Fahnen geschrieben. Ziel war und ist es dabei immer, neue Werkzeuge für kreative Köpfe zu schaffen, die hohen Ansprüchen in puncto Klang, Usability und Innovation gerecht werden. Mit dem USB-Audio-Interface Komplete Audio 6 bringt Native Instruments zwar keine bahnbrechende Neuheit auf den Markt, präsentiert aber neben den DJ-Interfaces der Traktor Audio-Serie seit kurzem eine anders konzipierte Alternative. Das kompakte Komplete Audio 6 ist für Aufnahmen ausgelegt und richtet sich an den anspruchsvollen Homerecordler und Mobilisten. In die gleiche Konzept-Kerbe schlug übrigens bereits der Vorgänger Audio Kontrol 1 (Test in Ausgabe 12/2006), jedoch haben die Entwickler eine Generalüberholung vorgenommen: Beispielsweise wurde beim Update auf die extravagante MIDI-Controller-Funktion und Abtastraten bis 192 Kilohertz verzichtet, dafür aber ein zweiter Mikrofon-Eingang und eine S/PDIF-Schnittstelle implementiert. Außerdem, so der Hersteller, sei die Audio-Performance grundsätzlich verbessert worden. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Euro liegt das Komplete Audio 6 im oberen Drittel vergleichbarer Interfaces. Dafür findet sich im Lieferumfang das hauseigene Software-Bundle Komplete Elements inklusive drei Gigabyte an Sounds sowie Traktor LE 2, das die Preis-Leistung entsprechend relativiert. Dennoch: Die direkten Konkurrenten wie das Fast-Track Pro von M-Audio für 239 Euro, das Focusrite Scarlett 816 für 279 oder das Roland UA-55 Quad Capture für 237 Euro, sind dabei etwas preisgünstiger. Mit knapp 360 Euro liegt das vergleichbare I-Onix U22 von Lexicon etwas oberhalb der Anschaffungskosten für den Testkandidaten. Das Komplete Audio 6 bietet  – wie könnte es anders sein – sechs Kanäle. Jeweils vier analoge Ein- und Ausgänge und zwei digitale Audio-Wege. Eine MIDI-Schnittstelle zur Einbindung in komplexere Environments beziehungsweise zum Anbinden von Keyboards gibt es auch.

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