Workshop: Sequenzer-Automation kreativ nutzen

Workshop: Sequenzer-Automation kreativ nutzen

Der bewegte Mix: Sequenzer-Automation kreativ nutzen  Von Automation ist in der Audio-Welt häufig die Rede wenn es um das Mischen verschiedener Projekte im Sequenzer geht. Doch wie funktioniert Automation überhaupt? Unser Workshop erläutert wichtige Grundfunktionen und zeigt Ihnen, wie Sie dieses mächtige Werkzeug sinnvoll und kreativ nutzen können.

Von Carina Schlage

Moderne Sequenzer sind heutzutage nicht nur in Sachen Aufnahme und Editing sozusagen die Schaltzentrale für jede Art von Audio-Projekten. Sogar die Königsdisziplin, die Mischung,  wird mittlerweile nicht selten vollständig innerhalb solcher digitalen Audio-Workstations (DAWs), also sozusagen „in the box“, angefertigt, ohne dass die Signale dabei durch ein externes Hardware-Mischpult geroutet und bearbeitet werden (müssen).  Einer der Hauptgründe, Mischungen vollständig in der DAW anzufertigen, sind zweifellos die mittlerweile serienmäßig implementierten Möglichkeiten der Automation, die mittlerweile weit über das hinaus gehen, was die meisten erschwinglichen Hardware-Mischpulte oder 
-workstations in Sachen Automation beherrschen.  Um aber überhaupt zu verstehen, welchen tatsächlich enormen Vorteil es darstellt, eine Mischung mit Hilfe der DAW-Automation anzufertigen, ist es nötig, den Sinn und Zweck dieser Funktion genauer zu beleuchten und zu ergründen:  Automation dient an erster Stelle dazu, bestimmte Mischvorgänge reproduzierbar zu machen. Mit ihrer Hilfe können also Veränderungen einzelner Parameter, wie Fader-Bewegungen, Panoramapositionen oder Änderungen einzelner Filter-Bänder eines EQ-Plug-ins von der Software aufgezeichnet, gelesen und in exakt gleicher Weise automatisch ausgeführt werden. In einem so automatisierten Mix ist es also möglich, dass viele verschiedene Ereignisse und Veränderungen gleichzeitig stattfinden, die Sie mit einer Maus oder zehn Fingern alleine kaum oder nur sehr schwer in Echtzeit umsetzen können: In der Überleitung zum Chorus beispielsweise erfährt die Lead-Gitarre einen sanft ansteigenden Lautstärkeschub, während sich im Insert des Gitarrenkanals gleichzeitig ein High-Shelf-Filter aktiviert, das Frequenzen ab sieben Kilohertz nur für den Chorus etwas anhebt. Simultan dazu erhöht sich der Send-Pegel zum Hall-Plug-in des Schlagzeug-Gruppenkanals, sodass dieses nun deutlich räumlicher klingt, während die Lautstärke des Snare-Stützmikrofons etwas abgesenkt wird und sich gleichzeitig der Threshold des Snare Kompressor-Plug-ins um einige Dezibel verschiebt. So oder so ähnlich könnten die Vorgänge in einem automatisierten DAW-Projekt  aussehen. 

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