Reportage Meyer Records

Label-Geknister

„Wer, um Himmels willen, hört Leonard Cohen auf Schwedisch“, kam die Absage eines großen deutschen Independent-Vertriebs, bei dem sich Werner Meyer mit seinen ersten drei Vinyl-Veröffentlichungen vorstellte. Dass es aber gerade die kleinen Brüche sind, die oft Großes bewirken, zeigt die Labelgeschichte von Meyer Records aus Köln.

Von Michael Nötges

Wie jeden Morgen öffnet Werner Meyer seinen E-Mail-Client, um mit ein paar Klicks die elektronische Post hereinzuholen. Eine Tasse Kaffee in der rechten, die gezückte, aber noch nicht angezündete Filterzigarette in der linken, macht er es sich nichts ahnend auf seinem rückenschonenden „Swopper“ bequem. Es ist ruhig und angenehm kühl in den Altbauräumen seines Büros im Belgischen Viertel, das bekannt ist als Kölns Kreativ-Treffpunkt und Schmelztiegel für Künstler, Agenturen und Medienschaffende. Bisher ist es ein gewöhnlicher Tag im Leben des 52-jährigen Grafikers, Fotografen und Gründers von Meyer Records. Doch das soll sich ändern: Mit offenem Mund, seine blauen Augen leicht geweitet, erstarrt der drahtige Musikliebhaber und Leonard Cohen-Fan der ersten Stunde genau in dem Moment, als er sich gerade genüsslich seinen Glimmstängel anstecken möchte.

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