Für des DJs Ohren

Was wäre der DJ ohne einen guten Kopfhörer? Dieser sollte ordentlichen Sound liefern, gut gegen Außengeräusche abschirmen, dabei laut genug sein und einen guten Tragekomfort bieten. Wir haben für Sie fünf Kopfhörer von Beyerdynamic, Monster, Pioneer, Sennheiser und Ultrasone verglichen, die sich unter anderem speziell für das DJ-ing empfehlen.

Von Stefan Feuerhake

Der Kopfhörer beim DJ-ing dient in der Praxis nicht allein zum Vorhören der Musikstücke. Der DJ sollte seine Platten schließlich schon vorher gut kennen. Tatsächlich wird der Kopfhörer überwiegend zum Beatmatching eingesetzt, sprich zum Angleichen der BPM-Anzahl zweier Songs, die anschließend zusammengemixt werden. Sicherlich gelingt dies auf modernen Systemen mit automatischer Synchronisation wie etwa Native Instruments Traktor (siehe DJ-Workshop Seite 66) oder Ableton Live (siehe Professional audio 1/2017), auch mal ohne Kopfhörer. Aber das sollte doch eher eine Ausnahme sein – Vertrauen ist schließlich gut, Kontrolle besser.
Was also sollte ein guter DJ-Kopfhörer alles bieten? Wenn es um Musik geht, steht an erster Stelle natürlich der Klang, wobei wir an einen Kopfhörer für das DJ-ing auch in klanglicher Hinsicht etwas andere Anforderungen haben, als an ein Modell zum Mischen oder Mastern. Es geht nicht zwingend um einen linearen Frequenzgang – auch die Lautheit (d.h. der Schalldruck in dB) und das Abschirmverhalten sind wichtig, ist der DJ doch oft von großer Lautstärke (voll aufgedrehte Anlage, feiernde Menschen, etc.) umgeben. Für DJs, die viel mit Beatmatching arbeiten, was vor allem bei Techno, House oder Trance praktiziert wird, ist außerdem ein ausgeprägter Bassbereich von Vorteil. So lassen sich die Kick-Drums der Songs leichter heraushören, angleichen und mischen. Des Weiteren ist der Tragekomfort/Sitz und das Gewicht des Kopfhörers wichtig – schließlich können DJ-Sets ganz schön lange werden. Außerdem sollte man leicht an Ersatzteile kommen. In der DJ-Praxis muss so ein Kopfhörer manchmal einiges aushalten, und damit meinen wir nicht nur schlechte Musik. Einseitige Kabelführung ist bei einem DJ-Kopfhörer Pflicht – das bieten übrigens auch alle hier vorgestellten Modelle. Bei der Kabelart und Länge gibt es allerdings einige Unterschiede. Für uns ebenfalls wichtig: Eine praktische und platzsparende Transport-Möglichkeit.

Wir haben uns eine Hand voll DJ-Kopfhörer, allesamt geschlossene On- oder Over-Ear-Kopfhörer von Beyerdynamic, Monster, Pioneer, Sennheiser und Ultrasone genauer angesehen und angehört. Dazu haben wir die Kopfhörer mit Ableton Live als DJ-Software genutzt und sie direkt an den Kopfhörerausgang eines RME Fireface UC Interfaces gesteckt. Mit allen fünf Modellen haben wir anschließend die gleichen Songs und Loops zusammengemixt. Als zweiten kleinen Hörtest haben wir alle noch über Miniklinke an ein iPhone 6s angeschlossen.

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