Idealismus?

Aufwendige Produktion? Eine Untertreibung: Stephen Emmers Album „International Blue“, von David-Bowie-Produzent Tony Visconti produziert, entstand unter anderem in den Londoner Abbey Road- und in den New Yorker Avatar-Studios. Das Album bietet komplexe Arrangements mit Gastsängern wie Julian Lennon und Midge Ure. Komponist Emmer arbeitet im Medienbereich. Ganz Idealist, hat er die Produktion komplett selbst finanziert.

Von Nicolay Ketterer; Fotos von Stephen Emmer

Das Lamento ist schnell formuliert: In Zeiten von Plug-in-Software, Notebook-Recording und „No-Budget“-Produktionen kennen Künstler und Produzenten legendäre Studios und das Equipment, auf das die Software-Simulationen referenzieren, oft nur vom Hörensagen. Die Demokratisierung der Musikproduktion, dank der mit geringen finanziellen Mitteln verhältnismäßig gute Produktionsmöglichkeiten offenstehen, bedeutet umgekehrt, dass sich nur noch wenige Künstler die verbliebenen großen, professionellen Studios leisten können oder wollen. Als Konsequenz unterliegen Produktionen mitunter einer klaren Kosten-Nutzen-Rechnung, die brauchbare Ergebnisse über das Streben nach klanglichen Idealen stellt.

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Da ist es beruhigend, dass Idealisten nicht aussterben – auch solche, die von vornherein wissen, dass sie ihre Investition wahrscheinlich nie wiedersehen, denen aber die Realisierung eines langgehegten Traums in einer ganz bestimmten Schaffensumgebung Grund und Erfüllung genug ist.

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