Stimmungsmacher

Die Convolution Space Library will das Tor
zu neuen Klang-welten öffnen und dies mit einem einzigartigen Verfahren realisieren. Ob’s klappt, zeigt der Test.

Von Georg Berger

Best Service präsentierte vor kurzem mit Convolution Space eine neue Library mit Schwerpunkt auf atmosphärischen Soundscapes, Flächen- und Effektklängen elektronischer Art. Sie richtet sich an alle Musikschaffende, die im Bereich Film, Hörspiel, Multimedia und Broadcast tätig sind, liefert aber auch interessantes Material für Musikrichtungen wie Ambient, Industrial und weitere Spielarten elektronischer Musik. Dabei liefern O-Töne wie etwa Vogelzwitschern oder Wasserplätschern das Basismaterial der Sounds, das aufwändig weiterbearbeitet wurde und nur noch in Ansätzen ihre Herkunft erkennen lässt. Die knapp 200 Euro teure Library enthält rund 650 Sounds, die sowohl im Stereo-, als auch im 5.1-Surroundsound-Format vorliegen und sich über den mitgelieferten Kontakt-Player von Native Instruments bequem ansteuern lassen. Der Clou an der Library ist, dass die darin enthaltenen Samples nicht einfach nur abgespielt werden.

In Convolution Space kommt ein spezielles rechenintensives Verfahren – spektrale Rekombination genannt – zum Einsatz, das unter Zuhilfenahme der mathematischen Faltung zwei Samples in Echtzeit miteinander verschmilzt. Vorteil: Mit Hilfe des Modulationsrads können wir beim Spielen die berechneten Soundtexturen dynamisch ändern und sozusagen zwischen den beiden Samples überblenden, was teils drastische Klangverläufe ergibt. Darüber hinaus ist es möglich, den geladenen Sound noch einmal nachhaltig zu verbiegen, indem sich eines der zwei Samples über eine Ausklapp-Liste im Kontakt-Player austauschen lässt, was den Vorrat an möglichen Klangspektren erheblich erweitert. Trotz dieser simplen Eingriffsmöglichkeiten sind die Soundtexturen im Vergleich zum herkömmlichen Sampling noch dynamischer und lebendiger einsetzbar.  Die Sounds sind noch einmal in verschiedene Ordner mit sprechenden Bezeichnungen wie etwa „Emotional“, „Fantasy“, „Scary“ oder „Scifi“ unterteilt, die dem Anwender eine nützliche Orientierungshilfe bieten. Im Hörtest spannt sich eine beeindruckende Palette verschiedener klanglicher Ambiente auf, die von Horrorfilm, über Science Fiction und Psychothriller, bis hin zu harmonisch-süßlichen Atmosphären reicht. Sämtliche Sounds wirken sehr inspirierend und wissen durch exzellente Klangqualität zu überzeugen. Allen Sounds gemeinsam ist, dass sie aus unterschiedlichen Klanggemischen bestehen, die je nach Kombination ihrer Teilklänge für die nötige dramatische oder expressive Atmosphäre sorgen. So mischen sich mal mehr oder weniger stark verschiedene Geräusch- und Rauschspektren, wuchtige Tiefbass-Sounds, Synthesizer-Klänge, harmonische Streicher- oder Orgel-Akkordcluster und Fetzen von O-Tönen miteinander. Sie ergeben Soundscapes, die mal dunkel-dräuend und bedrohlich, mal mittig-spitz und unangenehm und dann wiederum hauchzart und subtil daherkommen. Verwunderlich: Einige Sounds steigern selbständig ihre Lautstärke zum Teil sehr drastisch – bis in den Clipping-Bereich. Dieses Verhalten verursacht das eingesetzte Synthese-Verfahren, das die Lautstärke beider Teil-Samples auf-addiert. Insgesamt bietet Convolution Space für jede Gelegenheit das perfekte akustische Ambiente zum Andicken, Unterstreichen und Verstärken akustischer Ambiente.

Erschienen in Ausgabe 10/2008

Preisklasse: Oberklasse
Preis: 199 €
Bewertung: sehr gut – überragend
Preis/Leistung: sehr gut

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