Weltenklang

Die Sample-Library Around the World in 80 Raves besitzt eindeutige klangliche Akzente, die sie aus der Masse an Einheits-Libraries problemlos hervortreten lässt.

Von Georg Berger

Der britische Library-Produzent Sample Magic hat es geschafft, den international erfolgreichen Dancefloor-Act Eat Static dazu zu bewegen, seine Sound-Küche zu öffnen. Herausgekommen ist die Library Around the World in 80 Raves, die einen reichhaltigen Querschnitt durch unterschiedliche musikalische Stile und Schaffensperioden der beiden Soundtüftler Merv Pepler und Joie Hinton enthält. Auf knapp zwei Gigabyte verteilen sich Loops in den Kategorien Beat, Percussion und Music, die noch einmal in unterschiedliche Tempi von 90 bis 160 BPM unterteilt sind. Flächen- und Effektsounds, sowie Einzelsamples von Schlaginstrumenten zum Erstellen eigener Drumsets runden das Repertoire der Sound-Sammlung ab. Der Content liegt in den Formaten Wav, Apple Loops und REX vor und wartet grundsätzlich mit einer Aufnahmequalität von 24 Bit und 44,1 Kilohertz auf. Das Ganze ist für sehr preisgünstige 90 Euro zu haben. Soweit zu den Eckdaten… 

Bei der Produktion der Loops setzten die Sound-Hexer ausschließlich auf elektronische Klangerzeuger analoger und digitaler Bauweise. Mit dem Sampler wurden authentisch klingende Schlagzeugsounds realisiert. Erfreulich ist, dass der Großteil der Samples ohne Hall erstellt wurde. So hat man alle Gestaltungs-Optionen in der Hand. Around the World in 80 Raves besticht durch drei klangliche Haupt-Merkmale, die dazu beitragen, die Library markant zu prägen und sich von der Fülle an Konkurrenz-Produkten abzusetzen. Auffällig ist ein durchweg warmer, organisch klingender und angenehmer -Grundsound. Zweites Merkmal ist der anteilige Einsatz von verzerrten und mulmig klingenden Lo-Fi-Sounds in den Loops sowie scharfe und spitze Klangspektren, die die hässliche Fratze der digitalen Klangerzeugung hervorkehren. Sie setzen klare Akzente und werten eher banal und konventionell klingende Rhythmen und Melodielinien durch markante Klangfarben auf. Drittes Merkmal ist der mitunter exzessive Gebrauch von (Stereo-)Delay- und Modulationseffekten, der gerade bei Loops mit akustisch-authentischem Klangarsenal für die nötige Würze sorgt. Dies ist besonders bei den Percussion-Loops zu hören, die zumeist mit Original-Sounds und Rhythmen aus dem lateinamerikanischen und arabischen Raum aufwarten. Bei den Drum-Loops findet sich eine Palette, die die Bereiche Trance, House und Drum-and-Bass abdecken. Die 90- und 100-BPM-Beats eignen sich auch sehr gut für die eine oder andere Popmusik-Produktion. Im Test gefallen einige Drumloops sowie sämtliche Bass-Drum-Einzelsounds durch einen kellertiefen und wuchtigen Bassanteil. Die Music-Kategorie enthält zumeist Loops mit Melodie- und Basslinien sowie die eine oder andere Akkordfolge, die ihren Dancefloor-Hintergrund nicht verhehlen. Insgesamt erfinden zwar Eat Static das Rad nicht neu in dieser Disziplin, bewahren sich und den Käufer aber durch den Einsatz der oben erwähnten klanglichen Grund-Merkmale vor langweiliger Banalität. -Außer den Loops, die in Around the World in 80 Raves die Hauptrolle spielen, haben Eat Static ihrer Library eine Reihe von Soundscapes, Flächen- und Effektsounds mitgegeben, die sich auch für die eine oder andere Filmmusik- oder Hörspielproduktion eignen und mit den drei Haupt-Klangmerkmalen ordentlich hausieren.

 

Erschienen in Ausgabe 10/2008

Preisklasse: Oberklasse
Preis: 90 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut – überragend

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