Fostex 6301NX

Von Sylvie Frei

Lautsprecher-Hersteller Fostex hat seiner seit den 1980er-Jahren im Broadcast- und Installationsbereich weit gebräuchlichen 6301-Serie ein Komplett-Make-over verpasst. Überarbeitete Gehäuse, stärkere Endstufen, neue Treiber und eine moderne, stromsparende Auto-Standby-Funktion sollen die bewährte Produktreihe in die Zukunft katapultieren. Wir nehmen uns im Test dem 6301NX an, seines Zeichens ein kompakter aktiver Einweg-Lautsprecher für das Nahfeld, der sich für einen Preis von 332 Euro pro Box um einen Platz im mobilen Reise-Studio, auf dem heimischen Desktop oder an einem Video-Schnittplatz bewerben möchte. Der kleine, schwarze Lautsprecher besitzt ein geschlossenes, 12 x 12 x 19 Zentimeter-großes Voll-Aluminiumgehäuse mit abgerundeten Kanten. Eine festinstallierten, fein perforierten Metall-Abdeckung über dem einzigen Chassis schützt die Konus-Membran beim Transport vor Beschädigung. Der 6301NX bringt 2,2 Kilogramm auf die Waage – in Anbetracht der geringen Größe zwar ein stolzes Gewicht, dennoch ist der Kleinlautsprecher damit absolut mobil- und Desktop-tauglich. Natürlich sollte er dennoch auf einem vibrationsfreien Untergrund positioniert werden. Ob das Lautsprecherpaar hingegen liegend oder stehend positioniert wird, spielt aufgrund der durch das Einzelchassis entstehenden Ein-Punkt-Schallquelle keine Rolle. Fostex bietet allerdings auch anschraubbare Haltebügel an, mit denen die Lautsprecher fest an einer Wand oder anderswo verschraubt werden können. Das zehn Zentimeter-Chassis des 6301NX wird magnetisch vor Einstreuungen abgeschirmt und von einer Class-D-Endstufe mit 20 Watt Leistung angetrieben. Als Eingänge stehen sowohl ein professioneller, symmetrischer XLR-Eingang als auch ein unsymmetrischer 6,3 mm Klinkeneingang bereit. Ein ungerasteter Volume-Drehregler auf der Boxenfront lässt den Lautsprecher auch ohne Monitorcontroller auf die richtige Abhörlautstärke bringen und mit seinem Gegenstück abstimmen. Über Filter und sonstige Funktionen verfügt der 6301NX nicht. Klanglich besitzt der kompakte Monitor aufgrund seiner Bauform sowohl Vor- als auch Nachteile. Der Frequenzgang ist allein durch Gehäuse- und Chassis-Größe sowie das Einweg-Konzept in den Extrembereichen merklich eingeschränkt. Tiefe bis tiefste Basstöne, aber auch Obertöne und hohe Transienten kann der 6301NX weniger gut abbilden, im breiten Mittenbereich zeigt er hingegen ein durchaus ausgewogenes, detailreiches und dynamisches Klangbild, wenn der Grundklang auch, durch die beschnittenen Höhen und Bässe, etwas dumpfer und weniger offen erscheint. Hinsichtlich Impulsverhalten und Dynamik gibt es hingegen gar nichts zu Meckern. Selbst klassische Musik wird mit einer differenzierten Dynamik gut wiedergegeben. Bei der räumlichen Abbildung zeigt der Kompakt-Monitor sogar ausgesprochen gute und differenzierte Eigenschaften. Dies ist auf die Vorteile der Ein-Punkt-Schallquelle zurück zu führen, da es durch die Einzel-Chassis-Lösung gar nicht erst zu Phasenproblemen kommen kann. Wenn es rein um das Panning geht, kann der 6301NX also auch bedenkenlos im Mixing-Bereich eingesetzt werden, ebenfalls wenn beim es um den sogenannten Real Life-Check auf einer Consumer-Gerät-ähnlichen Zweit- oder Drittabhöre geht. Abgesehen davon ist der 6301NX auch vollkommen ausreichend, wenn es um einen ohnehin in den Frequenzen eingeschränkten Übertragungsbereich, wie etwa im Rundfunk, oder eher Bass- und Oberton-arme Musik geht, sowie am Video-Schnittplatz oder Desktoparbeitsplatz, wo es mehr um das Sichten als um das akustische Beurteilen von Klangmaterial geht. Sein solides Gehäuse macht den kompakten und stabilen Lautsprecher außerdem zu einer soliden Mobil-Lösung.

Erschienen in Ausgabe 03/2016

Preisklasse: Mittelklasse
Preis: 332
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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