DPA d:screet Slim 4060

Mikrofonhersteller DPA macht in seiner d:screet-Serie den Namen zum Programm und bietet extrem winzige, hochprofessionelle und klangvolle Lavaliermikrofone, die sich nahezu unsichtbar am Sprecher oder Sänger befestigen lassen.

Von Sylvie Frei

DPA d:screet Slim 4060 nennt sich das 399 Euro kostende Exemplar, mit dem wir es im Test konkret zu tun haben. In der Tat ist das putzige Ding selbst für ein Lavalier-Mikrofon erstaunlich winzig und diskret. Das zeigt sich auch beim Gewicht von federleichten 8,5 Gramm und das inklusive dem dünnen, 180 cm langen Kabel. Um Kabel und Mikrofon so unauffällig wie möglich am Sänger oder Sprecher – ganz gleich ob bei einer Filmproduktion, einem Fernsehinterview oder für eine Theateraufführung – zu verstecken hilft außerdem die Farbe der Mic-Kabel-Kombination. Das d:screet Slim 4060 ist nämlich in zwei Hautfarben (Beige und Braun) sowie in Schwarz und in Weiß zu haben. Das Mini-Kondensator-Mic mit omnidirektionaler Kugelcharakteristik besitzt einen nur wenige Millimeter kleinen, flachen Metallkorb mit winzigsten Löchlein, durch die der Schall auf das Wandler-Element treffen kann. Sein Kabel endet in einem per Schraub-Mechanismus befestigbaren MicroDot-Anschluss. Varianten des Mics mit alternativem Mini-XLR-, 3-Pin Lemo- oder Mini-Jack-Anschluss respektive optionalen Adaptern für alle möglichen Wireless-Systeme sind von DPA ebenfalls zu haben, darunter ein Adapter auf XLR, mit dem wir das winzige Mic getestet haben. Für den Betrieb muss das d:screet Slim 4060 wie jedes moderne Kondensatormikrofon mit 48 Volt Phantomspannung betrieben werden. Das Mic bringt übrigens eine Ausgangsimpedanz von etwa 30 bis 40 Ohm (MicroDot) oder 100 Ohm (XLR-Adapter) mit.
Als Befestigungs-Option hat das Mini-Mic einen winzigen Knopfloch-Halter mit im Lieferumfang, mit dem es sich fast unsichtbar an Hemd oder Bluse eines Schauspielers, Sprechers oder Sängers befestigen lässt. Diverse andere Halteoptionen wie Clips sind optional erhältlich.mikro_wickel
Ohne verfügbares Knopfloch entscheiden wir uns das Mic für den Test einfach mit etwas Tape im Ausschnitt der Testerin zu befestigen, das hält für unsere Zwecke recht gut, allerdings hätten wir uns gewünscht, dass bei einem nicht ganz unerheblichen Preis von fast 400 Euro doch bereits außerdem Knopfloch-Halter auch ein Ansteck-Clip mit dabei ist.
Klanglich präsentiert sich das d:screet Slim 4060 als nahezu perfektes Lavalier-Mikrofon. Der Klang ist klar, offen wohlverständlich und von einer hervorragenden Auflösung. Die Gesangsstimme wird dynamisch, fein umrissen, hell und kraftvoll wiedergegeben. Die Sprecherstimme trägt und behält ihren natürlichen Klangcharakter. Die typische Präsenzanhebung eines Lavaliers ist auch bei diesem Modell vorhanden, wobei Zisch-Laute nicht übermäßig herausgearbeitet und angenehm dargestellt werden. Mitten und Bässe kommen sehr ausgewogene daher. Eine Anfälligkeit gegenüber Atem- und Windgeräusche ist grundsätzlich vorhanden, hält sich aber in geschlossenen Räumen in Grenzen. Für den Outdoor-Einsatz müsste eine Windschutzlösung her, im Indoor-Betrieb lassen sich Probleme durch eine günstige Positionierung des Mics recht gut vermeiden. Das d:screet Slim 4060 ist mit einer Empfindlichkeit von 20 mV/Pa (Herstellerangabe) zwar für ein Lavalier-Mic relativ laut, benötigt aber dennoch eine ordentliche Portion rauschfreie Verstärkung. In Sachen Rauschen ist alles im grünen Bereich: Während so einige Kandidaten, die wir im Rahmen der Wireless-System-Tests in die Finger bekommen haben, zu leichtem bis deutlicherem Rauschen neigen, klingt das d:screet Slim 4060 im Gegensatz dazu erstaunlich sauber und rauscharm. Insgesamt können wir das DPA-Lavalier-Mic als ein überaus diskretes, klanglich hervorragendes Miniatur-Mikrofon mit hohem Camouflage-Faktor wärmstens empfehlen. Der Preis von 399 Euro geht angesichts der Leistung vollkommen in Ordnung.

 

Erschienen in der Ausgabe 09/2016

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