Von Sylvie Frei

Hersteller Fostex hat seiner beliebten Studio-Kopfhörer-Serie RP mit Version mk3 ein Rundum-Make-over verpasst. So wurden die orthodynamischen Treiber mit einer gänzlich neu entwickelten Membran aus mit Kupferfolie geätztem Polyimidfilm* ausgestattet, die angetrieben von einem starken Neodym-Magneten für eine besonders saubere und akkurate Klangwiedergabe sorgen soll. (*Polyimide sind sogenannte Hochleistungs-Kunststoffe, die in der Industrie unter anderem gerne in Form dünner Folien als Isolierung eingesetzt werden, da sie eine hohe Stabilität und Hitzebeständigkeit aufweisen.) Doch auch die Kunststoff-Gehäuse und weichen Kunstleder-Ohrpolster der Kopfhörer wurden noch einmal optimiert und wollen die neue RP-Generation (RP steht für Regular Phase) noch effizienter machen.

Die Produkt-Linie umfasst insgesamt drei Modelle, die jeweils für eine UVP von 190 Euro zu haben sind, wir befinden uns also in der noch unteren mittleren Preisklasse.

Mit dem T20RP ist ein offener, mit dem T40RP ein geschlossener und mit dem T50RP ein halboffener Kopfhörer mit dabei, die jedoch äußerlich (abgesehen vom aufgedruckten Namen) wie ein Ei dem anderen gleichen. Alle drei Modelle besitzen einen mit Kunstleder überzogenen, weich gepolsterten Kopfbügel, an den mit zwei zur Größenanpassung verstellbaren Aluminium-Bügeln die Hartkunststoff-Hörmuscheln angebracht sind. Jedem Kopfhörer liegen zwei austauschbare Kabel bei – ein gerades (3 m) und ein Spiralkabel (1,2 m), die. Sie sind einseitig geführt und werden mit einem Miniklinkenstecker an der linken Hörmuschel eingesteckt und durch eine Drehung fest verriegelt. Die Handhabung gestaltet sich relativ unkompliziert, wobei, beim Herausziehen der gewinkelten Miniklinke aus der Hörmuschel etwas Kraft und Fingerspitzengefühl gefragt ist. Auf der anderen Seite enden die Kabel direkt in einer 6,3 mm-Klinke – ein Adapter ist so nicht notwendig, es sei denn, einer auf Miniklinke, falls am genutzten Gerät keine große Stereo-Klinkenbuchse verbaut ist.

Alle drei Modelle sind mit einem 315 Gramm von etwa mittlerem Gewicht und tragen sich trotz ihrer großen Ähnlichkeit unterschiedlich bequem, was aber vor allem der offenen beziehungsweise geschlossenen Bauform geschuldet ist. So trägt sich die geschlossene Variante, der T40RP, etwas weniger angenehm als die offene und die halboffene Variante, die selbstverständlich nicht ganz so eng am Kopf sitzen müssen. Bei längerem Hören wird uns allerdings unter allen drei Modellen etwas warm, das geschlossene Modell fängt an, an den Schläfen etwas zu drücken, wobei sind das Unwohlsein in Grenzen hält und wir die Kopfhörer insgesamt dennoch als bequem (T40RP) beziehungsweise bequem bis sehr bequem (T20RP, T50RP) empfinden. Dieses Empfinden kann allerdings von Kopf zu Kopf ganz unterschiedlich sein – demnach sollte der geneigte Interessent natürlich selbst einmal Testtragen/Testhören, bevor er/sie sich für einen Kopfhörer entscheidet. Doch gehen wir ganz ohne Umschweife direkt zu den Klangeindrücken über, die wir wie üblich anhand unserer aktuellen Testaufnahmen und diversen Referenzproduktionen gewonnen haben.
T20RP

Der offene T20RP macht im Hörtest einen soliden Eindruck. Das Frequenzspektrum kommt überwiegend transparent, ohne merkliche Über- oder Unterbetonungen herüber. Allerdings erscheinen die extremen Höhen sowie die extremen Bässe etwas ausgedünnt. Sehr Tiefbass- und Transienten-reiches Material lässt sich so nicht optimal auswerten und bearbeiten. Die Auflösung und das Impulsverhalten gehen hingegen vollkommen in Ordnung. Das Stereobild ist differenziert, Panning und Mixing-Aufgaben kann der Kopfhörer gut übernehmen. Auch das Musikhören und Sichten von Material gelingt mit dem T20RP unangestrengt und angenehm.
T40RP

Der geschlossene T40RP wurde unter anderem für das Monitoring und DJ-ing konzipiert. Im Vergleich zu den beiden anderen RP-Modellen wirkt sein Frequenzgang ähnlich transparent, der Bassbereich geht allerdings weniger weit in die Tiefe, was angesichts eines DJ-Kopfhörers, wo bei der Konkurrenz sogar oft ein angehobener und besonders tiefreichender Bassbereich angestrebt wird, ungewohnt anmutet. Die Bässe kommen allerdings wohl definiert, trocken und impulsschnell daher, bei ganz tiefen Bässen sind allerdings nur noch die Obertöne zu hören. Für das Monitoring bei der Aufnahme, sollte sich der Nutzer nicht gerade an einer besonders tiefen Basslinie orientieren, ist der T40RP jedoch gut geeignet. Das differenzierte Stereobild und den insgesamt ausgewogenen, impulsfesten Klang hat er mit den anderen Serien-Kollegen gemeinsam, was auch ihn für das Panning und Mixing qualifiziert.
T50RP

Der halboffene T50RP ist dem T20RP klanglich sehr ähnlich und besitzt die gleichen Vorzüge. Seine halboffene Bauweise lässt ihn jedoch eingeschränkt (wenn beispielsweise nur wenig zum Übersprechen neigende Signale oder nur sehr leise abgehört wird) auch für das Monitoring verwenden. Wie der T20RP kommt auch der T50RP etwas weiter in den Tiefbassbereich als der T40RP. Damit vereint er zwei gute Eigenschaften der beiden anderen Modelle. Für das Panning, Mixing, Sichten von Aufnahmematerial und zum Musikhören können wir ihn ebenfalls empfehlen.

Insgesamt zeigen alle drei Modelle eine mehr als grundsolide Mittelklasse-Leistung.

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