Wolken über Frankfurt?

Auch in diesem Jahr haben die Frankfurter Messen Prolight & Sound (5. – 8.4.) und Musikmesse (7. – 10.4.) wieder ihre Tore geöffnet – doch dieses Mal mit einem neuen Konzept. Professional audio war wie gewohnt dort und hat sich die Entwicklung der beiden Events sowie neue Trends und Produktneuheiten zu Gemüte geführt.

Von Sylvie Frei

In diesem Jahr fanden die beiden viertägigen Messen Prolight & Sound und Musikmesse zum ersten Mal zeitlich versetzt statt: Mit zwei Tagen Unterschied zur Musikmesse startete die Prolight & Sound schon am 5. April, während die Musikmesse erst zum 7. April ihre Tore öffnete. Erstmals waren die Messen außerdem über den gesamten Zeitraum für Privatbesucher zugänglich. An den beiden überschneidenden Tagen war es, wie schon früher, möglich, mit einem Ticket auf beide Messen zu gelangen – eine räumliche Abgrenzung fand nach wie vor nicht statt. Ebenfalls neu: die täglichen Öffnungszeiten. Statt von 9:00 bis 18:00 Uhr öffneten die Messen in diesem Jahr eine Stunde später von 10:00 bis 19:00 Uhr ihre Tore.
Auch die Hallenbelegung hatte sich im Vergleich zu den Vorjahren verändert. So war die Prolight & Sound erstmals auf die Hallen 2, 3 und 4 konzentriert. Der Pro Audio-Bereich war hauptsächlich in Halle 4.1 (vereinzelt auch in Halle 3.1) anzutreffen – wobei er im Vergleich zu den Lichttechnik-Hallen an den reinen Prolight & Sound-Tagen von schon fast grusliger Leere beherrscht war – merklich belebter wurde es erst ab Donnerstag zum Start der Musikmesse.
Die Pro Audio-Riege der Musikmesse und damit ein Großteil der für Professional audio-Leser interessanten Stände wurde in indes erstmals in die Halle 9.1 verfrachtet – gemeinsam mit dem DJ-Equipment und dem kreativ-experimentellen Klangspielplatz „Music4Kidz“. So hatte die Halle 9.1, welche sich anders als die Halle 4.1 über regen Besucherzulauf freuen durfte, das gleiche dB-geschwängerte Ambiente wie früher die Pro Audio-Stammhalle 5.1. So manches bekannte Unternehmen fehlte in diesem Jahr allerdings – sowohl unter den Pro Audio- als auch unter den Instrumentenherstellern. Diese haben sich entweder ganz gegen Frankfurt entschieden, oder stattdessen einen Stand in der Business to Business-Halle 11.1 errichtet. In dieser absolut ruhigen Halle, in der man schon fast die eigenen Schritte hören kann, wird nur eingelassen, wer im Musik- oder Pro Audio-Business tätig ist – der normale Zivil-Messebesucher muss draußen bleiben. Für Hersteller und Vertriebe, die auf den Messen weniger Endkundenkontakte als Businesskontakte knüpfen, stellt dieser Weg womöglich eine sinnvolle Alternative dar.
Für Audio-Profis und solche, die es werden wollen, wurden in diesem Jahr indes diverse Veranstaltungen geboten. So fanden im Forum des Messegeländes im Rahmen der Prolight & Sound interessante Vorträge und Seminare statt, die auf „Basic“- und „Advanced“-Ebene essentielle Inhalte für die Pro Audio-Praxis vermittelten.
Im Großen und Ganzen wirkt es auf dem Gelände dennoch merklich leerer als in den Vorjahren, obwohl durch das parallel in der Frankfurter City an unterschiedlichen Locations stattfindende Musikmesse-Festival mehr Besucher angelockt werden sollten. Der Abschlussbericht aus Frankfurt spricht nun von knapp 110.000 Besuchern aus 130 Ländern, die für die insgesamt sechs Messetage nach Frankfurt pilgerten. 2015 wurden mit 108.409 Besuchern etwas weniger gezählt – allerdings über damals nur vier Messetage, von denen nur zweieinhalb für das normale Publikum zugänglich waren. Die erwünschte deutliche Steigerung der Besucherzahlen ist durch die Konzeptänderung also nicht eingetreten. Es wird demnach spannend bleiben, wie sich die Messe künftig aufstellt, um dem drohenden Abwärtstrend weiterhin entgegenzuwirken.

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