Klaviertrio à la Andrew

Das Klaviertrio Olivier Greif Ensemble ist ein außergewöhnliches Musikerkollektiv. Andrew Levine berichtet wie er die Musik des Trios für eine CD- und HD-Veröffentlichung festgehalten hat und gibt tiefe Einblicke in seine ausgeklügelte Recording-Praxis.

Von Andrew Levine (Fotos: Thibaut Baissac)

Bevor ich mit meinen eigentlichen Ausführungen beginne, möchte ich zunächst ein paar Worte zur Vorgeschichte meiner Arbeit mit dem Olivier Greif Ensemble verlieren. Mein erster Kontakt zu einem der Ensemblemitglieder war der zu der Cellistin Anne-Elise Thouvenin, mit der ich seit dem Jahr 2013 zusammenarbeite. Damals habe ich im Auftrag des Prins-Claus Conservatoriums der Hanzehogeschool Groningen die Abschlusskonzerte von zwei Kammermusik-Meisterkursen mit Roland Daugareil, dem Konzertmeister des Orchestre de Paris, audiovisuell aufzeichnet. Meine Arbeit kam sehr gut an und ich war von dem Enthusiasmus und der Energie der jungen Musikerinnen und Musiker begeistert.

Nachdem Anne-Elise über einige Kompositionen von Olivier Greif, einem polnisch-französischen Komponisten, gestolpert war, hatte sie schon für ihr Abschlusskonzert – gegen erheblichen Widerstand seitens des Konservatoriums, welches etablierte Kammermusik-Klassiker präferiert – eine Auswahl seiner komplexen, extrem intensiven Kompositionen aufgeführt. Kurze Zeit später gründete sie in Absprache mit der Greif Stiftung und gemeinsam mit dem Geiger Jesus Jimenez Abril und der Pianistin Victoria Dmitrieva das Olivier Greif Ensemble.

Für die kommenden Jahre steht nun eine spannende Auswahl von Greifs Oevre auf dem Programm. Doch zunächst gilt es, das noch relativ unbekannte Klavier-Trio mit einem zwar innovativen, aber nicht ganz so eklektischen Programm auf diverse Bühnen zu bekommen. Zu diesem Zweck hat Anne-Elise, die sich außerdem mit dem digitalen Notensatz für viele von Greifs zwar sehr ordentlich aber handschriftlich notierten Werken beschäftigt, für unser aktuelles Projekt folgende Stücke ausgesucht:

  • Bloch – Drei Nocturnen
  • Turina – Piano Trio No. 2 (Uraufführung 1933 in Groningen)
  • Debussy – Pelleas et Melisande

Bereits im Vorjahr hatten wir uns im Rahmen einer Testaufnahme Faurés Klavier-Trio angenommen. Aber jetzt ging es an zwei Aufnahme-Tagen in die Vollen, mit dem Ziel eine phänomenal klingende CD- und eine (wenn möglich noch schöneren) HD-Release zu schaffen. Doch zunächst musste ich mir in der Vorbereitung darüber Gedanken machen, wie ich das Setup plane.

img_5546_web

Jetzt alle Vorteile von Professional-audio.de nutzen und kostenlos registrieren!

  • Sie erhalten vollen Zugriff auf alle Inhalte unserer Website.
  • Sie erhalten unseren regelmässigen PAM-Express-Newsletter mit exklusiven Vorab-Inhalten.


Hier kostenlos registrieren

Anmelden
   
Bitte teilen Sie diesen Beitrag