Studio-fit als Gitarrist

In unserer neuen Workshop-Reihe „Tipps für Musiker im Studio“ tragen wir Ratschläge und Erfahrungen zusammen, die speziell den performenden Musiker bei der Aufnahme unterstützen sollen und ihm helfen, Studiozeit effizient zu nutzen. Den Anfang machen unsere Tipps für Gitarristen.

Von Sebastian Lesch

Bei Aufnahmen in einem professionellen Tonstudio spielt der Faktor Zeit eine große Rolle. Schließlich ist das Budget in der Regel begrenzt. Unter Zeitdruck ist es umso wichtiger, dass eine Produktion so reibungslos wie möglich verläuft und die Arbeit im Studio nicht durch vermeidbare Umstände aufgehalten wird. Da stellt sich die Frage: Wie kann ich als Instrumentalist oder Sänger zu einer möglichst produktiven Recording-Session beitragen? In der Recording-Tipps-Reihe bündeln wir Erfahrungswerte und Ratschläge, die den musikalischen Akteuren helfen sollen, effizienter zu arbeiten, und so mehr Zeit für den schöpferischen Teil der Produktion zu gewinnen.

Der erste Teil unserer Reihe richtet sich gezielt an die Gitarristen. Die Gitarre ist ein komplexes und extrem dynamisches Instrument, dessen Klang von vielerlei spielerischen, aber auch materiellen Faktoren abhängt. Daher stellen wir zunächst eine Übersicht von praktischem Grundequipment für die Gitarren-Aufnahme im Tonstudio zusammen. Anschließend behandeln wir einige Aspekte, die in der Praxis immer wieder eine große Rolle spielen und einen nicht unerheblichen Teil zur persönlichen Entwicklung als Instrumentalist in Aufnahmesituationen beitragen.

 

Die richtige Ausrüstung

Studioaufnahmen profitieren in der Regel von einem möglichst differenzierten Sound, in dessen Rahmen die Instrumente jeweils eine klare Rolle erfüllen. Aus diesem Grund ist es ratsam, mehrere Instrumente zur Hand zu haben. Anstatt nur eine Humbucker-E-Gitarre, welche meist einen verhältnismäßig satten und warmen Sound mit hohem Output besitzt, kann es nicht schaden, eine Alternative mit Single Coil-Tonabnehmern mit ins Studio zu nehmen, welche naturgemäß in den Höhen artikulierter klingt. Selbiges gilt für unterschiedliche Western- und Konzertgitarren oder sonstige Saiteninstrumente wie Resonator-Gitarren und Mandolinen, sowie verschiedene E-Gitarren-Verstärker und entsprechend unterschiedliche Lautsprecher. So lassen sich verschiedene Schichten im Arrangement gezielter platzieren und klanglich viel klarer voneinander differenzieren. Viele Studios bieten eine Auswahl unterschiedlicher Instrumente an. Sollte dies nicht der Fall sein, kann es helfen sich zum Beispiel im Bekanntenkreis umzuhören und Instrumente zu leihen. Dabei müssen es nicht immer die edelsten Modelle sein. Es lohnt sich auch, beispielsweise die „eigenartig mittig klingende Gitarre“ hinter dem Schrank hervorzuholen. Denn gerade mit eigentümlich klingendem Instrumentarium entstehen oft unvorhergesehene Facetten, die der Musik durch eine geschmackvolle Platzierung Charakter verleihen können, ohne sich klanglich zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Dabei müssen alle Instrumente dennoch einwandfrei eingestellt sein. Die Rede ist von einer gut spielbaren Saitenlage, also dem Abstand der Saiten vom Griffbrett, einer sauberen Intonation und Bundreinheit (gemeint ist ein stabiler Pitch der Noten entlang des Halses) sowie der Stimmstabilität, welche maßgeblich vom Sattel und seiner Anpassung an die jeweiligen Saiten, den verbauten Mechaniken und der Beeinträchtigung durch gegebenenfalls vorhandene Tremolo-Systeme abhängt. Einige der Vorkehrungen können heutzutage mit genügend Muße und Anleitungen aus dem Internet selbst getroffen werden, jedoch ist die Einstellung durch einen erfahrenen Gitarrenbauer für ein nachhaltiges Ergebnis unbedingt zu empfehlen. Auch bei Verstärkern ist die Wartung im gleichen Maße zu bedenken. Besonders Röhrenverstärker sind auf den Zustand der Röhren zu überprüfen.

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