Konditormeister

Mitunter ist es die Glasur von Meisterhand die feines Backwerk erst zum wahren Gaumen-schmaus macht. Auch beim Recording bedarf ´s oft nur des perfekt dosierten Quäntchens Zuckerguss, um die Aufnahmen zum Ohren-schmaus zu veredeln. Der HEDD 192 von Grane Song bringt hierfür allerbeste Zutaten mit.

Von Harald Wittig

Hinter der amerikanischen Edelschmiede Grane Song steht David Hill, ein Besessener in Sachen Audio-Technik mit einer ganz beson-deren Vorliebe für analoges Edel-Equipment. In den siebziger Jahren des vorherigen Jahr-hunderts sammelte Hill wertvolle Erfahrungen in der Recording-Praxis und war sowohl bei Musik- wie auch Filmproduktionen beteiligt. Schon damals war er unter anderem mit der Wartung der kostbaren Geräte betraut und leis-tete dabei ausgezeichnete Arbeit, was sich in der Pro-Audio-Szene bald herumsprach. 1984 stieß Hill zu dem damals noch sehr kleinen Hersteller Summit Audio: Erstes Ergebnis der Zusammenarbeit war der Summit Audio TLA-100, ein Röhrenkompressor, dessen Design auf eine Auftragsarbeit Hills für einen Händler zurückgeht. Der TLA-100 genießt wegen sei-nes Vintage-Klangs gepaart mit seiner bemer-kenswerten Rauscharmut noch heute bei Pro-fis Kultstatus. Bis 1994 war der Meister Chef-Entwickler bei Summit Audio und nicht wenige Szene-Kenner meinen, dass es Hill und sei-nem damaligen Team zu verdanken sei, dass sich Summit Audio zu der allgemein respektier-ten Hardware-Manufaktur von heute entwickeln konnten (siehe auch den Test der drei Summit Audio Geräte in dieser Ausgabe Seite 96) – auch wenn Summit Audio David Hill auf ihrer Webseite mit keinem Wort erwähnen.

1995 gründete Hill gemeinsam mit bewährten Mitstreitern aus Summit Audio-Tagen sein ei-genes Unternehmen, um künftig unter dem Firmen-Namen Crane Song hochwertiges Stu-dio-Equipment zu entwickeln, das allerbeste Analog-Sounds liefern und sich gleichzeitig perfekt in die moderne, digitale Studio-Umgebung einfügen soll. Gleich das erste Ge-rät, der Röhren-Playback-Vorverstärker HDV-2, der im Auftrag von ATR für deren Bandma-schine ATR-2 maßgeschneidert wurde, be-scherte dem jungen Unternehmen einen gehö-rigen Anfangs-Erfolg. Inzwischen ist die Pro-duktpalette auf überschaubare fünf Serien-Geräte angewachsen: Neben rein analogen Geräten wie dem Trakker, einem einkanaligen Kompressor, und dem Stereo-Mikrofon-Verstärker Flamingo, gibt es mittlerweile auch Geräte wie den Spider, einen acht-kanaligen Vorverstärker/Rackmixer mit eingebautem A/D-Wandler, der als Frontend für eine DAW konzi-piert wurde und schließlich den hier getesteten HEDD 192. Den HEDD gibt es bereits seit acht Jahren, das Testgerät selbst stellt die aktuells-te Auflage dar und wurde gegenüber der Ur-version und dem Vorgänger, HDD 48 bezie-hungsweise HDD 192 genannt, noch einmal verbessert. Mit einem Preis von etwa 4.000 Euro gehört der aus hochwertigsten Bauteilen komplett handgebaute HEDD 192 nicht eben zu den kostengünstigen Geräten, seine einzig-artige Konzeption könnte ihn gleichwohl zu einer äußerst preiswerten Anschaffung machen.

HEDD steht für „“Harmonically Enhanced Digi-tal Device“, also auf Deutsch ungefähr „um harmonische Oberwellen angereichertes Digi-tal-Gerät“. Beim ersten Betrachten der gebürs-teten Aluminium-Front des im Übrigen hervor-ragend verarbeiteten Geräts springen sogleich die Regler im markanten Crane-Song-Grün ins Auge: Handelt es sich beim HEDD etwa um einen High-End-Wandler? Immerhin verarbeitet der HEDD 192 analoge und digitale Signale im S-PDIF- und AES/EBU-Signale mit den gängi-gen Samplingraten von 44,1 und erstmals (wie das Testgerät) bis 192 Kilohertz und den Wort-breiten 16 und 24 Bit. Tatsächlich könnte der HEDD 192 als reiner Übersetzer fungieren, würde er lediglich als externer Wandler einge-setzt. Das würde aber der Konzeption des Ge-räts nur zu einem kleinen Teil gerecht. Der HEDD 192 soll den Produzenten in erster Linie bei der Klangoptimierung unterstützen. Denn er hat einen eingebauten digitalen Signal-Prozessor (DSP), der eingehende Signale wahlweise mit 16, 20 oder 24 Bit bearbeitet. In dieser Funktion kann er in jeder Phase des Produktionsprozesses eingesetzt werden, also bereits bei der Aufnahme, dem Mischen und beim Finalisieren/Mastering. Die Art und Wei-se, wie der DSP das Material veredeln soll, ist durchaus speziell: Dem aufmerksamen Beob-achter sind natürlich die mit „Triode“, „Pentode“ und „Tape“ beschrifteten Regler sofort aufge-fallen. Hierhinter verbergen sich die drei we-sentlichen klangformenden Funktionen des HEDD 192: So soll die Trioden-Funktion har-monische Oberwellen nach Art einer Trioden-Vorstufenröhre erzeugen, die Pentoden-Funktion ist zuständig für die Erzeugung von Harmonischen dritter Ordnung mit einem Anteil ungeradzahliger Oberwellen höherer Ordnung – also ein Klangverhalten wie das einer Pento-denröhre, die in die Sättigung gefahren wird. Die Tape-Funktion schließlich soll den Charak-ter einer Magnetband-Aufzeichnung nachah-men. Die Beschriftung ist gewissermaßen Pro-gramm: Denn der HEDD 192 soll – wenig ver-wunderlich bei alten Analog-Hasen wie David Hill – einmal mehr dazu dienen, die goldenen Analog-Zeiten in klanglicher Hinsicht in die moderne digitale Welt zu portieren, wobei das typische Klangverhalten analoger Röhren-Geräte und alter Bandmaschinen von aufwän-dig programmierten Algorithmen, die das Er-gebnis langer Versuchsreihen und Messungen sind, auf digitalem Wege emuliert wird. In Zei-ten, wo vergleichsweise sehr viel günstigere Plug-ins Ähnliches zu Wege bringen sollen, wirkt dies nüchtern betrachtet nicht allzu spek-takulär. Allerdings sei ein Gerät wie der HEDD 192 besonders nahe am Analog-Klang, weil der Aufwand, den Crane Song bei der Entwick-lung ihrer Produkte betreiben, besonders hoch sei. Sehr selbstbewusst sagt David Hill hierzu: „Unsere Geräte sind deswegen besser als die unserer Mitbewerber, weil jedes Gerät wäh-rend des gesamten Entwicklungsprozesses intensiv in einem professionellen Ton-Studio in realen Recording-Situationen getestet wird. Erst wenn alle Bauteile und Komponenten op-timal zusammenwirken und unseren Ansprü-chen genügen, ist ein Gerät serienreif.“

Der HEDD 192 ist wie schon das Ur-Modell und seine unmittelbaren Vorgänger sehr viel-seitig einsetzbar: Sein DSP kann auf den inter-nen D/A-Wandler und den A/D-Wandler einwir-ken, ist der Signalweg komplett digital (Digital-eingang auf Digitalausgang) lässt sich das Di-gitalsignal ebenfalls bearbeiten und formen, schließlich ist es ohne Weiteres möglich, ein analoges Eingangssignal zu bearbeiten und wieder analog auf ein nach geschaltetes Auf-nahmegerät auszugeben. Der DSP arbeitet intern mit einer Auflösung von 24 Bit, auch die digitalen Ein- und Ausgänge des HEDD 192 haben 24 Bit Wortbreite. Natürlich kann auch ein 16 Bit Audiosignal bearbeitet werden und grundsätzlich kann das bearbeitete Signal an-schließend mit 24 Bit ausgegeben werden. Nun empfiehlt der Hersteller aber, ein 16 Bit-Signal auch mit 16 Bit abzuhören, also aus-zugeben. Da zuckt der Digital-Fachmann erstmal zusammen, denn ihm fällt sofort die so genannte Truncation ein. Truncation, also das Abschneiden minderwertiger Bits bei Redukti-on der Wortbreite, tritt immer auf, wenn ein Digital-Signal gekürzt wird und kann unter Um-ständen zu einer hörbaren Klangverschlechte-rung führen. Allerdings arbeitet der DSP des HEDD 192 additiv, soll heißen: Die Oberwellen werden dem Audiosignal gewissermaßen auf-gesetzt und bei 24 Bit intern gerendert. Wird jetzt das bearbeitete Signal wieder auf 16 Bit heruntergekürzt, fallen nur die hinzuaddierten 8 Bit an harmonischer Verzerrung der Truncation teilweise zum Opfer, das Ursprungssignal wird nicht beschnitten. Im Übrigen kommt es sehr darauf an, welchen der drei Algorithmen bei der Bearbeitung eingesetzt wird: So muss sich die Truncation bei der Trioden- und Tape-Funktion noch nicht hörbar auswirken, allen-falls bei der Pentoden-Funktion können die entfernteren, ungeradzahligen Oberwellen un-ter den Schneidetisch fallen, was nicht not-wendig schlecht klingen muss. Insoweit spricht das außergewöhnlich gut verfasste Handbuch, das sich stets an den Praktiker wendet, eine klare Sprache: Es gilt mit den Funktionen zu experimentieren und bei der Arbeit in erster Linie das Gehör zu schulen und auf die eige-nen Ohren zu vertrauen: Klingt ´s gut, ist alles in Butter.

Apropos Kürzung der Wortbreite: Sie haben ihr Projekt mit 24 Bit/44,1 Kilohertz aufgenommen und gemischt und möchten jetzt mit dem HEDD 192 ein CD-Master herstellen. Sie wer-den also das digitale Summensignal an den HEDD 192 schicken, mit dem DSP bearbeiten und als 16 Bit-Signal an ihren Master-Recorder ausgeben. Gutes Dithering, beispielhaft sei hier der so genannte POW-r-3 Dither genannt, der unter anderem in Sonar 6 und Cubase 4 für das Mastering zur Verfügung steht, kann hier klangliche Wunder wirken beziehungswei-se Klangeinbußen die bei der Wort-Kürzung entstehen, entgegenwirken. Die Crane Song-Entwickler setzen auf ein Dithering eigener Entwicklung. Im Gegensatz zu anderen Sys-temen, wo der Dither im Rahmen einer digita-len Berechnung hinzugefügt wird, wird beim HEDD 192 eine analoges Signal verwendet, dessen Spektrum dank sorgfältiger Filterung dem am wenigsten empfindlichen Frequenzbe-reich des menschlichen Ohrs entspricht. Die Amerikaner sind der festen Überzeugung, dass ihre Entwicklung besser klingt als alle anderen Verfahren und gleichzeitig weniger Rausch-probleme verursache. Ob dem wirklich so ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen: Zwar klingt das Projekt, das wir für den Sonar 6-Test (Ausgabe 01/2007) erstellt haben, im Vergleich zu der versuchsweise mit Dreieck-Dithering exportierten Datei hörbar tiefer und dynami-scher, mithin besser, einen Unterschied zur mit POW-r-3 geditherten Datei können wir beim besten Willen nicht hören. Daher unser salo-monisches Urteil: Gut ist das Crane-Song-Verfahren sicher, aber andere Entwickler ha-ben auch sehr schöne Kinder.

Als digitales Studio-Gerät bietet der HEDD 192 natürlich auch die Möglichkeit, sich auf eine externe Master-Clock zu synchronisieren. Al-lerdings dient der Word-Clock-Eingang nur der Synchronisation des internen A/D-Wandlers auf ein externes Clock-Signal, wobei der Word-Clock-Ausgang immer mit dem vom internen Wandler generierten Glock-Signal arbeitet – insoweit befindet sich der HEDD 192 in guter Gesellschaft (mehr dazu im Word-Clock-Special in dieser Ausgabe, Seite 32). Empfängt das Gerät digitale Signale, synchronisiert es sich auf das AES/EBU- oder S/PDIF-Signal, indem die Digitaleingänge die quasi mitgelier-ten Clock-Informationen dem eingehenden Signal entnehmen.

Aufgrund seiner Vielseitigkeit ist der HEDD 192 sowohl bei der eigentlichen Aufnahme, beim Mischen, beim Summieren und beim Mastering einsetzbar. Für die Praxis sehr nützlich: Zur Gegenkontrolle beim Monitoring kann der DSP über den Kippschalter „Bypass“ auch aus dem Signalweg genommen werden. Steht der By-pass-Schalter auf „Out“, also „Bypass An“, gibt es eine kurze Zeitverzögerung, ein störendes Knacken konnten wir im Test nicht feststellen. Erfolgt die Signalbearbeitung durchweg mit 24 Bit und stehen die drei Funktionen-Regler alle auf 0 beziehungsweise Linksanschlag, bedarf es des Bypass-Schalters nicht: Der HDEE 192 gibt das Signal unbearbeitet aus. Gerade für eingeschworene Analog-Anhänger und Hard-ware-Fans ein sehr nützliches, weil praxisge-rechtes Feature. Schade ist allerdings, dass es keinen Output-Regler gibt: Je nachdem, wie stark beispielsweise die Trioden- oder Pento-den-Regler aufgedreht werden, erhöht sich mit dem Verzerrungsgrad auch die Lautheit. Wird auf Bypass geschaltet, klingt das Material wie-der leiser, was das Vergleichshören erschwert. Ein zusätzlicher Lautstärke-Regler wie SPLs Volume 1 schafft hier Abhilfe, aber es wäre schon wünschenswert, wenn der HEDD 192 einen Ausgangregler mitbrächte, um Untiy-Gain und das bearbeitete Signal leichter ver-gleichen zu können.

Im Messlabor beweist der HEDD 192, dass er ein Spitzengerät ist, denn die Messwerte sind durchweg sehr gut. Beim Klirrfaktor überschrei-tet der Amerikaner nie die 0,002 Prozent-Marke und befindet sich damit in bester Ge-sellschaft mit Spitzenwandlern wie beispiels-weise dem Lynx Aurora 8 (Test Ausgabe 11/2006). Das gleiche gilt für die Messung der Wandlerlinearität, die auch im Kleinsignalbe-reich ausgezeichnet ist: Erst unterhalb -110 dB gibt es winzige Abweichungen, die aber gänz-lich vernachlässigbar sind. Der Frequenzgang des HEDD 192 zeigt bei den Samplingraten 48, 96 und 192 Kilohertz erst oberhalb 20 Kilo-hertz einen Abfall, der ebenfalls tolerabel ist, davor verlaufen die Kurven mustergültig gleichmäßig. Noch interessanter: Der DSP ar-beitet jedenfalls messtechnisch wie vom Her-steller versprochen. So weist beispielsweise die FFT-Analyse der Trioden-Funktion die röh-ren-typischen harmonischen Oberwellen zwei-ter Ordnung (K²) auf, das FFT-Spektrum gleicht verblüffend dem eines echten Glaskol-ben-Gerätes (siehe das Messdiagramm, Seite 89). Das gilt auch für die Pentoden-Funktion. Trioden-, Pentoden- und Tape-Funktion lassen natürlich den Klirrfaktor in die Höhe schnellen, allerdings bleibt er bei moderaten Einstellun-gen (Reglerstellung jeweils zwischen 3 und vier) unter 0,3 Prozent und auch ein beherzter Dreh nach Rechts lässt den Wert nicht über 2 Prozent ansteigen. Das ist vergleichbar mit einem guten Röhren-Pult und macht neugierig auf den Klang des DSP.

Anstatt den HEDD 192 ausschließlich für ´s Summieren bereits fertiger Projekte einzuset-zen, beginnen wir mit der ersten Stufe des Pro-duktions-Prozesses und spielen insgesamt elf Takes eines Fingerstyle-Gitarren-Instrumentals ein. Alle Takes nehmen wir mit unterschiedli-chen DSP-Einstellungen unter Sonar 6 auf. Das Instrumentarium besteht neben dem HEDD 192 aus einer Launhardt FS-3 Archtop-Gitarre, dem Mojave Audio MA-200 Röhren-Mikrofon (Test auf Seite 58) und unserem Re-ferenz-Pre-Amp, dem stets zuverlässigen Lake People F355.
Die Arbeit mit dem HEDD 192 ist das reine Vergnügen, denn dieses Gerät ist wie ein klas-sisches analoges Hardware-Gerät intuitiv be-dienbar. Die Aussteuerungs-Anzeige ist sehr gut ablesbar und korrespondiert perfekt mit der des Pre-Amps: Das Einpegeln wird damit ein Leichtes. Als reiner Wandler eingesetzt über-zeugt das Gerät, wenngleich er eine leichte Tendenz zum Schönen hat. Der Lynx Aurora 8 klingt im direkten Vergleich nüchterner und klarer, der HEDD 192 addiert dem Signal ein-feines Tröpfchen Mittenwärme hinzu, die durchaus den Ohren schmeichelt. Aber eigent-lich ist das nur eine Marginalie, dieses Gerät soll Klang und nochmals Klang bringen, wes-wegen wohl niemand auf seinen DSP verzich-ten wird.
Der hat es nun wirklich in sich: Wenn bei-spielsweise nur die Trioden-Funktion aktiviert wird, bleibt der Grundklang bei der Reglerstel-lung 3 insgesamt sauber und transparent, gleichzeitig erklingen Transienten bei den be-wusst sehr hart angeschlagenen hohen Saiten weicher und runder. Etwa ab Stellung 7 sorgt die Röhren-Emulation für hörbare Verzerrun-gen, die vorsichtig dosiert beispielsweise bei Gesangsaufnahmen ihren Reiz haben können, allerdings wird das Audio-Signal stufenweise komprimiert. Zusammen mit der Pentoden-Funktion lassen sich hier unzählige Klangvaria-tionen erzeugen, da der Pentoden-Regler das Signal präsenter macht und Details hervorhebt, was im Test leider auch die starken Atemge-räusche des Spielers störend nach vorne bringt. Toll ist die Tape-Funktion: Bei unserer Aufnahme steht der Regler auf 7 und macht den Gitarren-Sound richtig fett, indem die unte-ren Mitten angehoben werden und gleichzeitig der Höhenbereich bedämpft wird. Letzteres tritt auch wieder das heftige Atemgeräusch zurück, die Aufnahme selbst bleibt direkt und sehr kör-perhaft-dreidimensional. Damit ist diese Funk-tion ein wirksames Heilmittel für Aufnahmen mit allzu präsenten Mikrofonen: So sorgt „Tape“ dafür, dass die Aufnahme mit dem un-angenehm höhenbetonten Großmembran Mik-rofon Waveelite CM-3 (siehe Kurztest in dieser Aufgabe, Seite 14) deutlich angenehmer und runder klingt, obschon der HEDD 192 aus dem Waveelite natürlich kein Edel-Mikrofon zaubern kann.
Schließlich setzten wir den HEDD 192 auch zum nachträglichen Bearbeiten der DSP-frei aufgenommenen Spuren ein. Auch hier können wir einfach und intuitiv mit den Ohren arbeiten, der wirklich sehr praktische Bypass-Schalter leistet beim vergleichenden Abhören sehr gute Dienste. Dank unseres SPL Talkback-Controllers vermissen wir hier auch den feh-lenden Output-Regler beim HEDD 192 nicht. Urteil unserer Hörvergleiche: Auch wenn die Klangformung durch den HEDD 192 noch so subtil, also ohne hörbare Verzerrungen, aus-fällt – ohne seinen klangformenden DSP scheint dem Material etwas zu fehlen, wie das geschmacks-entscheidende Gewürz bei einem Gourmet-Menü oder die Glasur von Meister-hand über dem Feingebäck.

Fazit

Der HEDD 192 ist ein tolles Gerät, der hält, was Crane Song verspricht: Er verleiht Digital-Produktionen das gewisse analoge Etwas, denn sein DSP außergewöhnlich authentische Klangergebnisse, die niemanden kalt lassen. Die Arbeit mit dem HEDD 192 ist das reine Vergnügen, denn er fühlt sich an wie ein ana-loges Hardware-Gerät und klingt auch so.

Erschienen in Ausgabe 03/2007

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 4048 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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