Mischen possible!

Soundcraft hat mit dem Signature 22MTK kein alltägliches Analog-Mischpult geschaffen. Wertige Preamps, On-Board-Effekte und ein integriertes Multitrack-USB-Audio-Interface machen das Pult zu einem überaus attraktiven Arbeitswerkzeug für den Live- und Studioeinsatz.

Von Sylvie Frei

Der britische Hersteller Soundcraft, heute eine Marke des US-Konzerns Harman,  baut schon seit dem Jahr 1973 Mischpulte. Damit trug das Unternehmen nachhaltig zum weltweit guten Ruf des typisch britischen Sounds bei. Mit seiner aktuellen Signature-Serie hat es der Hersteller vor allem auf Tonschaffende abgesehen, die sich vergleichsweise kompakte Pulte mit analogem Workflow wünschen. Statt verschachtelter Menüs und lästiger Touchscreens, über die viele Nutzer vor allem bei digitalen Kompaktpulten immer wieder klagen, verfügen die Signature-Pulte über ein konsequentes „Ein-Knopf-pro-Funktion“-Layout, das eine intuitive, effiziente und schnelle Bedienung ermöglicht.

Das hier getestete Modell Signature 22MTK verfügt über 18 Eingangskanäle, von denen 14 in Mono und vier in Stereo ausgeführt sind. Als Eingangsquellen kommen sowohl Mikrofon- und Line- als auch HiZ-Instrumenten-Signale in Frage – auf Anschlussmöglichkeiten für gewöhnliche Insert-Effekte verzichtete der Hersteller. In der Ausgangs-Sektion stehen neben der Stereo-Summe der obligatorische Kopfhöreranschluss, vier Gruppenausgänge und fünf Aux-Ausgänge bereit.

Bei den Preamps und On-Board-Effekten hat sich Soundcraft nicht lumpen lassen. So stehen gleich 18 wertige Vorverstärker, ursprünglich aus Soundcrafts legendärer Ghost-Mischpultserie zur Verfügung, inklusive Phantomspannung für Kondensatormikrofone.

In den Eingangskanalzügen steht ein überwiegend vierbandig, vereinzelt dreibandig ausgeführter Equalizer bereit, der auch in Soundcrafts Recording-Konsole Sapphyre verbaut wird und flexible Eingriffe im Mix erlaubt. Ein Hochpassfilter für alle Eingänge und ein Limiter vom renommierten Hersteller dbx vervollständigen das Effekt-Angebot im Channelstrip. Doch damit nicht genug: Das Signature 22MTK verfügt außerdem über zwei digitale Lexicon-Effekt-Prozessoren, die Reverb, Delay und Modulationseffekte (22 Algorithmen pro Prozessor) anbieten. So lassen sich insgesamt zwei Effekte – beispielsweise Reverb und Chorus – den gewünschten Signalen beimischen.

Das Pult verfügt sogar über einen Zugang zur digitalen Welt: Das integrierte USB-Audio-Interface ermöglicht es, sämtliche Einzelspuren separat mit dem Computer (PC oder Mac) in der DAW aufzunehmen – daher der Namenszusatz MTK (= Multi-Track) oder mit Effekten versehen und zurück ins Pult routen – ein würdiger Ersatz für die fehlenden Inserts.

Für Einsteiger hat Soundcraft darüberhinaus eine Lite-Version von Abletons Sequenzer-Software Live 9 mit ins Paket geschnürt – so können Sie sofort loslegen, wobei die Spurenzahl der Lite-Version natürlich auf acht beschränkt ist. Um das Prinzip zu verstehen und die Möglichkeiten des Signature 22MTK kennenzulernen, reichen diese aber locker aus.

Das Signature 22MTK ist trotz seinem Feuerwerk an Features für einen überschaubaren Preis von nur 999 Euro (UVP) zu haben und damit äußerst attraktiv für Tonschaffende mit professionellen Ansprüchen. Grund genug, uns in einem ausgiebigen Praxistest mit dem Pult zu befassen.

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