Wiener Effekt-Melange

Mit den acht Plug-ins des Effekt-Bundles Vienna Suite verlässt der Wiener Sample-Spezialist VSL sein angestammtes Betätigungsfeld und begibt sich auf ein hart umkämpftes Terrain. Wie das Oktett trotz übermächtiger Konkurrenz dennoch eine erfolgreiche Premiere feiert, steht im Test. 

Von Georg Berger

Es hat schon seinen Grund, warum der Sample-Spezialist für Orchester-Libraries Vienna Symphonic Library (VSL) mit seinem jüngsten Produkt Vienna Suite unter die Entwickler von Effekt-Plug-ins gegangen ist. Wie uns Produktmanager Martin Tichy verrät, hat sich VSL zu diesem Schritt entschlossen, um für die 64-Bit-Versionen seiner Abspiel- und Host-Programme Vienna Instruments und Vienna Ensemble ein Bundle gut klingender Effekte anbieten zu können. Selbstverständlich lassen sich die Effekte auch in Rechnern mit 32-Bit-Betriebssystemen installieren und warten mit einer Signalverarbeitung bis maximal 32-Bit-Fließkomma ohne Samplingraten-Beschränkung auf. Das Software-Bundle enthält acht verschiedene Stereo-Effekte, die sich weniger für kreatives Sound-Design empfehlen, sondern als Werkzeuge für Tontechniker gedacht sind, um Mixen Transparenz und Durchschlagskraft zu verleihen. Im Umfang der knapp 400 Euro teuren Vienna Suite, die übrigens ausschließlich per Download erhältlich ist, finden sich ein Fünf-Band-Equalizer für Mix-Aufgaben, ein Master-Equalizer mit sieben Bändern und jeweils ein Kompressor, Limiter, Multiband-Limiter, Exciter, Analyzer und mit PowerPan ein Panning Plug-in der besonderen Art. Mit der Auswahl an Effekten hat VSL an alles rund um den Mix und das Mastering gedacht. Besonderer Clou: Vornehmlich im Equalizer- und Kompressor-Plug-in finden sich eine Reihe von Presets, die gezielt auf eine Nachbearbeitung von Sounds der VSL-Libraries ausgerichtet sind. Das ist jedoch die einzige Verbindungslinie zwischen den Effekten und den Libraries. Ansonsten setzt der österreichische Hersteller auf flexible Einsatzmöglichkeiten und hat darauf verzichtet, die Effekte in Form proprietärer Software-Add-ons ausschließlich für seine eigenen virtuellen Abspiel-Instrumente zu entwickeln.

Sämtliche Effekte verfügen über VST-, AU- und RTAS-Schnittstellen, sind separat und flexibel in jede DAW ladbar und lassen sich für sämtliche Spuren und Audioquellen einsetzen. Einzige Ausnahme: Windows-Anwendern steht lediglich die VST-Variante zur Verfügung, woran sich, laut VSL, kurz- und mittelfristig auch nichts ändern wird.  Das Design der Plug-in-Bedienoberflächen gibt sich zeitlos modern und das Layout der zumeist sehr großen und griffigen Bedienelemente ist funktional und bedienungsfreundlich gelöst. Einzige Ausnahme: Die gewöhnungsbedürftigen Zahlenfelder in den Equalizern und dem Multiband-Limiter, hinter denen sich editierbare Parameter verbergen. Durch Klicken auf eines der Felder und Ziehen mit der Maus ändert sich der Wert dynamisch. Das geht auch mit Doppelklick und anschließender Werte-Eingabe. Alternativ stehen dafür in den Equalizern interaktiv editierbare Filterverlaufskurven zur Verfügung und der Multiband-Limiter wartet mit Fadern links und rechts von den Band-Meter-Anzeigen auf. Bis auf den Multiband-Limiter verfügt jedes Plug-in über ein Display, das eine Echtzeit-Frequenzanalyse (beide Equalizer, Analyzer und Exciter), eine Wellenformdarstellung (Kompressor und Limiter) oder ein Stereofeld (PowerPan) des anliegenden Signals zeigt und für eine komfortable visuelle Unterstützung bei der Arbeit sorgt. Obwohl diese Echtzeit-Anzeigen zusätzliche Rechenleistung benötigen – einige Displays sind bei Bedarf deaktivierbar –, verhalten sich sämtliche Plug-ins im Test erfreulich CPU-schonend. Ohne auch nur einen Blick ins Handbuch zu werfen, erschließen sich die meisten Funktionen in den Effekten von selbst. VSL will das Rad in Sachen Parameter-Ausstattung nicht neu erfinden, ganz im Gegenteil. Vereinfachung lautet vielmehr das Motto bei der Vienna Suite. Ein Studium der sehr gut gemachten und informativen Anleitung ist dennoch anzuraten, möchte man in den Genuss der vielen Zusatz-Features in den Plug-ins kommen, die wir jetzt kurz vorstellen wollen.

Unangefochtenes Highlight im fünf-bandigen Equalizer sind die Werks-Presets, die gezielt auf Sounds der VSL-Libraries ausgerichtet sind. Für jede Instrumentengruppe – solo und Ensemble – des Orchesters finden sich zwei Arten von Presets. Die Resonance-Presets bieten, analog zur verfügbaren Zahl an Filterbändern, fünf Einsatzpunkte im Frequenzspektrum, die für eventuelle Probleme im Mix sorgen könnten. Bei Aufruf sind die Bänder zunächst deaktiviert. Im Test probieren wir die von VSL vorgeschlagenen Frequenzen einzeln und in verschiedenen Kombinationen durch. Das Ergebnis weiß rundherum zu überzeugen und zeugt von der Sachkenntnis der Programmierer. Bei einem Streichquartett sorgen wir in den Violinen- und Bratschenspuren durch geschicktes Aktivieren verschiedener Bänder für eine deutliche Verbesserung der Instrumenten-Ortung. Das beschränkt sich nicht nur auf die Highend-Produkte von VSL. Die mitgelieferten VSL-Sounds in Kontakt 3 von Native Instruments (Test in Heft 1/2008) profitieren ebenfalls von diesen Presets. Das funktioniert auch für die Orchester-Sounds der Kirk Hunter Library, die sich im Lieferumfang von Yellow Tools Sampler Independence Pro finden (Test in Heft 8/2008). VSL nimmt dem Anwender dadurch eine Menge Arbeit ab und gibt ihm wertvolles Know-how an die Hand. Im Test sind lediglich kleinere Korrekturen im Gain und stellenweise an den Frequenzen nötig. Die Presets der Character-Kategorie – wiederum getrennt nach Instrumenten – bieten hingegen Einstellungen für gezieltes Sound-Design, die in gleichem Maße zu begeistern wissen. Für dieses Ausstattungsmerkmal gebührt VSL ein Sonderlob.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch die Möglichkeit, die Gain-Skala der Spektrums-Anzeige  in einem Bereich zwischen sechs bis 24 Dezibel zu skalieren. Sehr schön: Im Test können wir uns alternativ das Spektrum von Eingangs- und bearbeitetem Ausgangssignal anzeigen lassen und erhalten ein direktes visuelles Feedback über die im Equalizer gemachten Einstellungen. Auffällig: Mit 24 Dezibel Gain-Reserven ist der Equalizer mehr als üppig ausgestattet. Im Test ist es nicht möglich, Frequenzen über den vollen Gain-Bereich zu boosten, da sich ansonsten Verzerrungen einstellen. Gleiches gilt übrigens auch für den Master-Equalizer. Der Fünf-Band-Equalizer glänzt außerdem mit einem unauffälligen Regelverhalten. Der Klang ist tendenziell transparent, wirkt jedoch nicht in dem Maße musikalisch-organisch wie etwa die EQ-Ranger von SPL (Test in Heft 11/2008) Der Vergleich ist jedoch ein wenig unfair, denn die SPL-Plug-ins emulieren passive Filterschaltungen. Im Vergleich mit seines Gleichen wie etwa dem Sony Oxford R3 und auch dem Sonalksis SV 517 Mk2 zieht der Vienna Equalizer aber den Kürzeren. Ganz gleich wo und wie viele Frequenzänderungen wir vornehmen, in den Klang der Aufnahmen schleicht sich immer eine gewisse Bissigkeit in den Höhen ein, die leicht unterkühlt wirkt. Der Klang wirkt insgesamt dadurch ein wenig zu nüchtern, geht aber angesichts des Verkaufspreises noch in Ordnung. 

Sachen VSL-Presets steht der Kompressor dem Equalizer in nichts nach und bietet, wenngleich nicht so zahlreich, ebenfalls eine Reihe sehr gut brauchbarer Einstellungen zum Bändigen der Dynamik. Wer das Bogengeräusch bei den Streichern betonen, die Bläser ein wenig knackiger gestalten oder etwas zu bissige Beckenklänge zähmen möchte, hat dies sozusagen mit einem Klick erledigt. Einen nicht unerheblichen Anteil an diesen Ergebnissen hat der im Effekt integrierte Sidechain, in den man  per Button wahlweise ein Hoch- oder Tiefpassfilter – Einsatzpunkte: 120 Hertz und vier Kilohertz – sowie ein High-Shelf-Filter schalten kann, das bei vier Kilohertz um sechs Dezibel verstärkt. So lassen sich allzu dominante Frequenzanteile in den Höhen und Bässen wirkungsvoll aus der Kompressionssteuerung herausnehmen. Mit aktiviertem Shelf-Filter erledigt der Kompressor sogar ansatzweise Aufgaben eines einfachen De-essers. Zwecks Kontrolle, lässt sich der Sidechain-Weg überdies solo abhören. Die im Display dargestellten Wellenformen zeigen dank der farblich abgesetzten Ränder sehr ¬anschaulich, wo und wie die Dynamikreduktion ins Programm-Material eingreift.

Ähnlich wie der Equalizer zählt auch der Vienna Kompressor zu den eher klangneutralen Vertretern, die für ein nüchternes Reduzieren der Dynamik ohne viel Schnickschnack sorgen, was sich aber bei Bedarf ändern lässt, wie sich im Test zeigt. Denn mit den aktivierbaren Opto- und Fat-Modi stehen zwei weitere bemerkenswerte Features am Start. Mit eingeschalteter Opto-Funktion, klingen die Ergebnisse bei gleicher Einstellung der Parameter nicht ganz so vordergründig. Grund: Dahinter aktiviert sich die Emulation eines Opto-elektrischen Regelkreises und sorgt für eine insgesamt subtilere und organischere Dynamikreduktion. Der Fat-Modus geht hingegen schon fast brachial zu Werke, denn bei Null Dezibel werden Signalspitzen rigoros abgeschnitten. Im Test müssen wir das eine oder andere Mal das Make-up-Gain runterregeln, da der Fat-Modus für erste Verzerrungen sorgt. Bei moderaten Pegeln klingen Signale hingegen vordergründiger und angenehm-schmeichelnd. Allerdings reicht sein Klang nicht an die Qualitäten von IK Multimedias Kompressoren in T-Racks 3 heran.

Glanz in die Hütte beziehungsweise in die DAW bringt hingegen der Master Equalizer. Dank vierfachem Oversampling und zwei zusätzlich integrierten Shelf-Filtern bietet er, bei ansonsten identischem Bedienkonzept, mehr Eingriffsmöglichkeiten und liefert im Vergleich zur Fünf-Band-Variante, einen edleren Klang, der ausgesprochen luftiger daherkommt und die in der Fünf-Band-Variante monierten Auffälligkeiten nicht besitzt. Er reicht aber trotzdem nicht an die Qualität des erwähnten Sony-Equalizers heran. Schade ist, dass er keinerlei VSL-Presets besitzt, was den ansonsten tadellosen Eindruck merkbar trübt. Im Vergleich zu seinem Bruder ist die Plug-in-Oberfläche des Master Equalizers größer dimensioniert, man kann so selbst feinste Frequenzkorrekturen im Display präzise im Blick behalten. Zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten bieten drei wählbare Filtermodelle in den fünf Bell-Bändern und zwei Modelle in den Shelf-Filtern. Die Bell-Modelle unterscheiden sich allerdings nur wenig voneinander. Das erste und dritte Filtermodell bieten identische Flankensteilheiten in Gain- und Cut-Stellung, unabhängig von der Einstellung der Filtergüte. Das zweite Modell liefert bei niedriger eingestellter Güte jedoch ein etwas steiler und enger verlaufendes Gain und Cut als die beiden anderen Modelle. Da hatten wir uns jedoch mehr versprochen, zumal die klanglichen Unterschiede der drei Modelle eher subtil sind. Wünschenswert wären hier, abhängig von der eingestellten Güte, unterschiedliche Flankensteilheiten und Kerbfilter-Charakteristiken, wie dies beispielsweise im erwähnten Sony-Equalizer möglich ist.

Anders verhält sich dies in den Shelf-Bändern.  Im A-Modell erlaubt der Güte-Parameter eine zusätzliche Verstärkung der Center-Frequenz, was mit den typischen Overshoot-Charakteristiken im Kurvenverlauf einhergeht. Dank der überaus kraftvollen Gain-Reserven lässt sich das Filter sogar bis in die Eigenresonanz treiben – ähnlich wie bei Synthesizer-Filtern – und bietet damit ein Plus an Klanggestaltungsmöglichkeiten. Allerdings stellen sich bei allzu hohen Gain-Werten gerne Verzerrungen ein. Das B-Modell erlaubt hingegen ein breitbandiges aber dennoch subtiles und organisches Anheben und Absenken der Frequenzen, was an das Regelverhalten von Pultec-Equalizern erinnert (siehe Tests in Heft 12/2008 und 1/2009). Für anspruchsvolle Entzerrungs-Aufgaben ist der Master Equalizer somit die erste Wahl. Das Highlight im schlicht ausgestatteten Vienna Limiter ist sein Display. Über Buttons lassen sich die Wellenformen des Eingangs- und Ausgangssignals einblenden. Darüber hinaus erscheint bei Bedarf eine Verlaufskurve, die profund Auskunft über die Dynamik-Bearbeitung abgibt. So etwas hätten wir uns auch für den Kompressor und in besonderem Maße für den Multiband-Limiter gewünscht, bei dem das Fehlen einer solcher Anzeige besonders schmerzt. Im Test wollen wir die einblendbare Verlaufskurve nicht mehr missen, gibt sie uns doch analog zum Höreindruck ein direktes, visuelles Feedback über die gemachten Einstellungen. Dieses Feature ist nicht nur nützlich für Anfänger, auch gestandene Profis dürften es als willkommenes Zusatz-Werkzeug alsbald in ihr Herz schließen. Vermisst haben wir im Limiter allerdings ein einstellbares Attack, was seine Einsatzmöglichkeiten einschränkt. Moderat eingesetzt, weiß er Transienten durchaus im Zaum zu halten und bearbeitet anliegende Signale transparent. Solls jedoch kräftiger zur Sache gehen, machen sich je nach anliegendem Signal recht schnell pumpende Effekte bemerkbar, die mit einem natürlichen Klang nicht mehr viel gemeinsam haben. Das mag zwar in einigen Fällen durchaus gewollt sein, für drastisches Brickwall-Limiting mit gleichzeitig neutralem Klang ist er jedoch nur eingeschränkt einsetzbar.

Doch dafür gibt’s ja noch den Multiband-Limiter. Über drei einstellbare Crossover-Frequenzen sorgen vier separat einstellbare Band-Limiter für ein frequenzselektives Limiting. Der im Stereo-Limiter monierte Attack-Parameter ist hier vorhanden und zusammen mit Threshold, Band-Level und Release für jedes Band individuell einstellbar. Sehr bequem: Die kleinen Buttons neben den numerischen Feldern erlauben ein gemeinsames Ändern jeweils eines Parameters in allen vier Bändern gleichzeitig. Nach erfolgter, frequenzselektiver Dynamikbearbeitung sorgt ein zuschaltbarer Summen-Limiter für ein gezieltes Begrenzen des Ausgangspegels auf einen zuvor eingestellten Wert. Bypass- und Solo-Buttons in jedem Band sowie die im Kompressor bereits erwähnte Opto-Funktion bieten weitere Eingriffsmöglichkeiten in Klang und Steuerung des Plug-ins. Im Test kann der Multiband-Limiter durch ein präzises Regelverhalten überzeugen, das – Sachverstand und ein geschultes Ohr vorausgesetzt – für transparent klingende und vor allem aufgeräumte Ergebnisse sorgt. Punkten kann der Multiband-Limiter durch eine sehr gute Kanaltrennung, die trotz fehlender Möglichkeit zur Einstellung der Flankensteilheit sehr gut gewählt ist.  Wer meint, seine Mixe klingen deutlich zu muffig oder noch nicht spektakulär genug, findet mit dem Exciter die passende Lösung. Das Plug-in fügt anliegenden Signalen ein balancierbares Gemisch aus künstlich erzeugten harmonischen Oberwellen hinzu, die sich zusätzlich verzerren lassen und sorgt so für eine nachhaltige Auffrischung des Klangs. Besonderheit: Über den Frequency-Parameter lässt sich eine untere Frequenzschwelle einstellen ab der die Oberwellen generiert werden sollen. Das Plug-in überzeugt im Test rundum. Geschmackvoll eingesetzt, sorgt es gerade bei höhenarmen Signalen für eine nachhaltige Verbesserung des Klangs ohne unnatürlich bissig zu klingen, außerdem verleiht es Aufnahmen mehr Glanz und Luftigkeit. Allerdings sollte der Frequenzregler nach unserem Empfinden nie unterhalb von circa fünf Kilohertz stehen, da es sonst zu künstlich klingt.

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Ein weiteres Highlight der Vienna Suite ist das PowerPan-Plug-in, das in abgespeckter Form auch in der Vienna Ensemble-Software integriert ist. Dabei handelt es sich um keinen Stereoverbreiterungs-Prozessor, sondern vielmehr um einen opulent einstellbaren Panpot, der Stereosignale ohne Pegelverluste neu positioniert und deutlich wirkungsvoller ans Werk geht, als herkömmliche Stereo-Balance-Regler. Da sowohl am Ein- als auch am Ausgang des Plug-ins je ein Balanceregler zur Verfügung steht, lässt sich die Signalverteilung auf vielfältige Art und Weise vornehmen. Außerdem kann man zusätzlich die Stereobasis verengen und über den Center-Parameter die eigentliche Neupositionierung im Stereofeld vornehmen, die sich am Ende auch noch mit dem Ausgangs-Balanceregler feinjustieren lässt. Das ist schlichtweg genial. Über das in vier Stufen einstellbare Pan-Law sorgen wir für eine ausreichende Dämpfung der Mittenanteile des bearbeiteten Signals.  Last but not Least offeriert die Vienna Suite auch einen mächtigen Spektrums-Analyzer. In seiner Engine arbeiten 120 Filter-Bänder, die eine sehr präzise Darstellung der Frequenzanteile ermöglicht. Dieselbe Engine werkelt übrigens auch in den beiden Equalizer-Plug-ins. Vielfältige Einstellmöglichkeiten erlauben ein präzises Anpassen an jede Abhörsituation und verwandeln das Plug-in in ein mächtiges Profi-Werkzeug. Außer der Wahlmöglichkeit zwischen einer Kurven- und Balkendarstellung lässt sich der Gain-Bereich zwischen Null bis
-120 Dezibel justieren. Eine wirksame Auto-Funktion sorgt jedoch automatisch für eine optimale Anzeige des Gain-Bereichs. Unterschiedliche Reaktionszeiten für das An- und Abschwellen der Anzeige, eine Peak-Holdfunktion sowie eine Justierung der Analyse-Filterflanken, lassen keine Wünsche offen. Selbstverständlich zeigt der Analyser auf Wunsch nur den linken oder rechten Kanal an, oder die Stereodifferenz. Das ist nicht alltäglich aber mitunter hilfreich. Ebenso pfiffig geriet auch die Note-Funktion, die eine Notenbezeichnung beim höchsten Peak anzeigt. Das ist deutlich mehr als eine nette Spielerei, gibt diese Funktion bei Bedarf doch wertvolle Hinweise für ein  Entzerren des Signals nach musikalisch-harmonischen Kriterien.  

Fazit

VSL offeriert mit der Vienna Suite ein dickes Plug-in Paket an guten bis sehr gut brauchbaren Plug-ins und demonstriert auch im Effekt-Sektor ein sehr hohes Maß an Know-how. Sicherlich kann man sich jetzt über das eine oder andere fehlende Ausstattungsmerkmal trefflich streiten. Auch klanglich schaffen es einige Effekte nicht bis in die Oberklasse. Doch angesichts des überragenden Preis-Leistungsverhältnisses geht das in Ordnung. Denn für den Preis nur eines Spitzenklasse-Plug-ins erhält man hier derer acht.

 

Erschienen in Ausgabe 03/2009

Preisklasse: Mittelklasse
Preis: 395 €
Bewertung: überragend
Preis/Leistung: sehr gut

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