Schnörkellos

Wer braucht mehr als hundert unterschiedliche Verstärker, Mikrofone oder Cabinets? Eigentlich keiner. Der Meinung ist auch der Plug-in-Hersteller Brainworx und setzt mit der Gitarren-Amp-Simulation bx-rockrack klar auf klangliche Qualität statt Quantität.

Von Michael Nötges

Die Brainworx-Geschichte als Hard- und Softwareentwickler fing mit dem Spezial-M/S-EQ bx_1 und seiner Plug-in-Variante bx-digital (Test in Ausgabe 6/2007) an. Seither ist beim bx-Team um Firmengründer Dirk Ulrich besonders in Sachen Plug-in-Entwicklung viel passiert. Gerade hat der umtriebige Macher aus Leichlingen noch die Plugin-Alliance zur Etablierung eines neuen softwarebasierten Lizenzsystems gegründet und schon steht auch der nächste Release eines Brainworx-eigenen Plug-ins auf dem Plan. Das bx_rockrack ist eine Gitarren-Amp-Simulation, welche sich auf den Bereich amtlicher Rock- und Metal-Sounds konzentriert. Wobei Ulrich selber der Meinung ist, dass nicht mehr als drei bis vier wirklich gute Amps vonnöten seien, um alle Sounds, die man sich vorstellen kann, aufzunehmen. Sprich auf die qualitative Basis kommt es an.

Das bx-rockrack ist in erster Linie mit amtlichen Sounds für den Rock- und Metal-Bereich gerüstet, bietet aber genauso cleane Möglichkeiten, welche sich im Pop, Jazz, Funk oder Soul einsetzen lassen. Das Plug-in ist nicht stand-alone nutzbar, benötigt also immer eine Host-Applikation, um verwendet zu werden. Dabei ist es kompatibel mit PC und Mac und allen gängigen DAWs, wobei die Schnittstellen RTAS, VST2.4, VST3, AU und AAX unterstützt werden.

Die Freischaltung der Vollversion, die übrigens 174 Euro (219 Dollar) kostet, erfolgt per Onlineaktualisierung des sogenannten ‚license files‘, welches auf dem Computer gespeichert ist. Voraussetzung dafür ist allerdings ein Plugin-Alliance-Account. Nerviges ‚Gedongle‘, Lizenznummerneingabe oder ein iLok-Key sind mit dem neuen Verfahren nicht mehr nötig. Die zehntägige und voll funktionstüchtige Trial-Version ist durch Herunterladen und Ausführen des Installers schnell und problemlos aufgespielt und benötigt lediglich neun Megabyte freien Speicherplatz auf der Festplatte.

Das bx-rockrack tritt zwar preislich auch in Konkurrenz zu den breit aufgestellten Platzhirschen á la Guitar Rig 5 Pro von Native Instruments (Test in Ausgabe 1/2012; UVP: 179 Euro) oder IK Multimedias Amplitube 3 (Test in Ausgabe 5/2010; UVP: 189 Euro). Gleichwohl hat das spezialisierte bx-rockrack eine etwas andere Philosophie und empfiehlt sich mit wenigen, dafür aber qualitativ sehr hochwertigen Sounds. Damit ist es eher vergleichbar mit dem Metal Amp Room oder Vintage Amp Room von Softube (Tests in Ausgabe 1/2009; UVP:369/155 Euro) oder dem Rock Amp Legends von Nomad Factory (Test in Ausgabe 10/2008; UVP: 199 Euro). Dementsprechend setzt Brainworx auf insgesamt nur fünf Amp-Simulationen: Ein Engl 530-Preamp sowie Marshall JCM800 im cleanen und verzerrten Modus sowie ein Mesa Boogie Rectoverb dienen als Vorlagen. Diese Amps können mit insgesamt 12 unterschiedlichen Recording-Chains kombiniert werden. Wobei damit die jeweils verwendeten Geräte-Ketten vom Cabinet (Marshall 1960 TV, Mesa Boogie 4×12, Orange 2×12 sowie eine Diezel 4×12) über das verwendete Mikrofon (Neumann CMV-563, Royer R-121, Shure SM57), den Preamp (AMS Neve 1073 mit EQ, TAB V76) bis hin zum Mischpult (Neve VXS72, SSL9000k) gemeint sind (siehe Spezialkasten, Seite 24). Dabei haben die Entwickler beim Aufnehmen der Sounds versucht, das in ihren Ohren beste Ergebnis herauszuholen. Gleichzeitig verzichten sie bei der Konzeption der Simulation auf detaillierte Einstellungen beispielsweise zur Mikrofonposition, Röhrenbestückung oder Membranverzerrung. Das hat den Vorteil, dass man sich keine Gedanken über die richtige Mikrofonposition oder andere Aufnahmedetails machen muss. Nicht jeder ist schließlich ein Vollprofi bei Gitarrenaufnahmen und viele wollen einfach nur ohne viel Aufwand amtliche Gitarrensounds verwenden. Der Nachteil liegt aber auch klar auf der Hand: Spezialisierte Klangveränderungen (Mikrofonierung, Amp-Tuning, Speaker-Auswahl, Raumanteil) wie sie bei anderen Plug-ins möglich sind, fallen flach oder müssen mit anderen Mitteln, sprich zusätzlichen Effekten erzeugt werden. Auf Stomp-Boxen-Simulationen oder zahlreiche Spezialeffekte verzichtet das bx-rockrack komplett und konzentriert sich auf das Wesentlichen. Wer also andere Gitarreneffekte verwenden möchte, muss diese auf analogem Weg beim Einspielen vorschalten oder aber andere Plug-ins zusätzlich verwenden.

Das heißt aber nicht, dass mit dem bx-rockrack keine Klangveränderungen möglich sind. Ganz im Gegenteil hat Brainworx einige hilfreiche Features zur Klangregelung und -optimierung integriert: Das fotorealistische GUI zeigt zunächst die Vorderseite eines Topteils. Amp-Model und Recording-Chain sind über Pop-up-Menüs wählbar. Jedes Amp-Model verfügt über die typischen sechs Regler (Gain, Volume, Bass, Mid, Treble und Presence). Wobei die Beiden Engl-Simulationen jeweils zwei zusätzliche Kippschalter zur Klangmanipulation bereithalten (Clean: Bright, Crunch; Lead: Contour, Scream). Eine weitere Besonderheit weist die Lead-Variante des Engl-Amps auf: Um die wichtigen Mitten detaillierter filtern zu können, gibt es einen Lo- und zusätzliche einen Hi-Mid-Regler. Außerdem steht immer noch ein zuschaltbarer grafischer 5-Band-Equalizer (Eckfrequenzen: 80, 240, 750, 2.200 und 6.600 Hertz) zur Verfügung.

Aber das ist noch nicht alles, was das bx_rockrack zu bieten hat. Ein Klick auf den FX-Rack-Button eröffnet weitere Einstellmöglichkeiten, wobei die Haupt-Reglerleiste weiterhin angezeigt wird. Beim, gerade für High-Gain-Sounds wichtigen, Noisegate finden sich die Parameter: Threshold, Range, Attack, Release, Hold und SC-Filter, um Störgeräusche in Spielpausen optimal auszumerzen. Ebenfalls zur Eliminierung unerwünschter Frequenzanteile gibt es ein Hochpass- (Tight) und Tiefpassfilter (Smooth). Die Besonderheit des Duos liegt darin, dass diese dem Amp vorgeschaltet sind und damit das reine Gitarrensignal bearbeiten, bevor es in die Verstärkung geht. Das Ziel dieses Filters ist zum einen das Unterdrücken von Rauschen oder Brummen. Zum anderen hilft es aber auch, in den Höhen scharf klingende Gitarrensounds etwas abzurunden oder in den Bässen schwammige oder wummernde Gitarrenklänge zu straffen. In der Filtersektion bietet das bx_rockrack dann noch eine weitere Stufe: Das  „intelligente“ Shred-Filter hat Brainworx selbst zum Verbessern verzerrter Gitarrensounds entwickelt und stammt aus dem bx-shredspread-Plug-in. Es soll verhindern, dass stark verzerrte Gitarrensounds harsch klingen. Außerdem verstärkt es, laut Brainworx, je nach Einstellung das gewünschte „Brüllen“ des Amps. Das Spezial-Filter ist zum Herumprobieren gedacht, um am Ende noch das letzte Quäntchen Rock ‘n’ Roll aus einer Aufnahme herauszuholen.

Um einem Sound mehr Räumlichkeit zu verleihen, setzt das bx_rockrack ausschließlich auf einen Delay-Effekt. Einen einfachen Hall sucht man vergebens. Allerdings ist das Delay sehr gut ausgestattet und lässt neben einem Sync-Mode – das Tempo der Host-Anwendung wird angezeigt – sowohl einen Tap-Modus als auch die numerische Einstellung der Verzögerungszeit in Millisekunden (15 bis 1.500) zu. Außerdem helfen zwei Buttons, die Delays entweder im doppelten oder halben Sync-Tempo wiederzugeben. Der Mix-Regler bestimmt dann das Verhältnis zwischen unbearbeitetem und bearbeitetem Signal. Über die Feedback-Einstellung wird festgelegt, wie lange sich die Delays fortsetzen. Mit dem Lo-Fi-Faktor kann den Wiederholungen der typische hochtonarme Sound alter analoger Vintage-Delays eingehaucht werden. Wer’s cleaner mag, lässt den Regler einfach auf Linksanschlag stehen.
Wie jedes der einzelnen Module hat auch der integrierte Tuner einen Bypass-Button. Da der Tuner, laut Brainworx, ein Präzisions-Tool ist, benötigt er auch relativ viel Rechenpower. Durch den Bypass-Switch kann also die CPU deutlich entlastet werden. Für den Live-Betrieb gibt es zusätzlich einen Mute- und Play-Modus. Letzterer ermöglicht das Stimmen beim Spielen – quasi on-the-fly. Im Mute-Betrieb ist das Signal beim Stimmen stumm geschaltet.

Natürlich will ich es genau wissen und starte die Test-Session mit dem Stimmen der Gitarre über den bx_rockrack-Tuner. Das ist besonders interessant, weil mir Software-Tuner bislang eigentlich immer als unpräzise und kaum handhabbare Überflüssigkeit in Erinnerung geblieben sind. Anders bei diesem Modul: Die Anzeige ist präzise, springt nicht unerwartet und führt punktgenau zu einer optimalen Stimmung. Da hat das Brainworx-Team ganze Arbeit geleistet. Allerdings stimmt es auch, dass der Tuner sehr rechenintensiv ist. Verwende ich ihn während der Aufnahme (Play-Modus), schnellt die angezeigte DSP-Auslastung der Host-Anwendung von 20 auf 40 Prozent in die Höhe. Gut, dass er sich ausschalten und damit die CPU-Last deutlich verringern lässt. Das Spielgefühl ist schon beim ersten Antesten sehr überzeugend. Bei einem eingestellten ASIO-Puffer von 128 Samples beträgt die Eingangs- und Ausgangslatenz der DAW je fünf Millisekunden. Damit lässt es sich hervorragend arbeiten und ohne Aussetzer aufnehmen, wobei die Ansprache des virtuellen Amps sehr naturgetreu ist. Zusätzlich bietet das bx-rockrack noch die Möglichkeit, das interne Oversampling von einfach bis achtfach festzulegen. Bei höchster Bearbeitungsstufe ist der Klang deutlich offener und detailreicher und bietet mehr High- und Low-End. Allerdings steigt auch die CPU-Last deutlich an. Gleiches gilt für die Buffer-Size-Einstellungen (256 bis 4096) des Plug-ins. Je höher der Wert desto besser die Qualität aber auch beschäftigter der DSP. Bei nur einer geöffneten Instanz kann ich beim Test ruhig in die Vollen gehen und die maximale Qualität bei kurzer Latenz genießen. Je öfter ich das Plug-in in einer neuen Spur öffne und weitere Takes ergänze, umso mehr Kompromisse muss ich allerdings beim Klang machen, indem ich das Oversampling und die Buffer-Size reduziere. Am Ende gilt wie immer: je mehr Rechenpower desto weniger Einschränkungen.
Ich lade zum Vergleich unterschiedliche Amp-Simulationen in eine Spur und stelle jeweils einen verzerrten JCM800-Sound mit 4x12er Cabinet ein, wobei ich darauf achte, dass der Klang der unterschiedlichen Plug-ins möglichst identisch ist. Das gelingt aufgrund der zahlreichen Parameter selbstverständlich nur annähernd, aber um die grundsätzliche Klangqualität und die DSP-Last zu überprüfen, reicht es allemal. Der High-Quality-Modus in Amplitube3 beansprucht rund 4 Prozent der Rechenleistung. Der Vandal von Magix liegt noch darunter. Amplion Pro von Audiffex geht mit satten 47 Prozent im High-Quality-Mode ins Rennen und die höchste Auflösung des bx-rockrack (Buffersize und Oversampling maximal) beansprucht rund 31 Prozent.
Klanglich gefällt mir der organische Grundsound des bx-rockrack sehr gut. Der Konkurrenz scheint im direkten Vergleich ein wenig Offenheit und Detailreichtum zu fehlen, wobei Amplitube und Vandal auch sehr überzeugend aber irgendwie nicht ganz so griffig klingen. Besonders im Vergleich zum Amplion Pro (Test in Heft 8/2012) zeigt das bx-rockrack mehr Tiefe und das eingespielte Riff klingt in meinen Ohren nahezu perfekt. Selbstverständlich ist es nur eine Möglichkeit und immer auch Geschmacksache. Aber es ist deutlich zu hören, dass Entwickler am Werk waren, die wissen, was einen amtlichen Rocksound ausmacht, wie man ihn aufnimmt und natürlich, wie man ihn simuliert.

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Die unterschiedlichen Recording-Chains bieten eine facettenreiche Auswahl unterschiedlicher Basisklänge, wobei die Wahl des SM57 zu harscheren Sounds neigt und das Röhrenmikrofon von Neumann eher rundere Ergebnisse mit mehr Bauch liefert. Die beiden Presets mit der Diezel-Box und dem Royer-Mikrofon klingen eher etwas vordergründiger und mittiger. Die Amp-Auswahl ist sehr gelungen und bietet besonders für Rock- und Metal-Sounds sowohl cleane als auch crunchige und stark verzerrte Optionen. Besonders gut gefällt mir der High-Gain-Sound des Lead 530-Presets in Verbindung mit der Recording-Chain ‚Green 4×12 563 C‘. Scream- und Contour-Switch bieten dabei interessante Klangvarianten und die zusätzliche Teilung des Mittenbandes (Hi/Low) ermöglicht es, einen sehr durchsetzungsstarken Solo-Sound zu modellieren. Die Sonne geht aber richtig auf, wenn man ins Detail geht: Zunächst helfen Tight- und Smooth-Filter unliebsame Frequenzen des jeweils angeschlossenen Instruments – bei meiner Telecaster wirkt eine sachte Höhenentschärfung Wunder – schon vor der Verstärkung auszumerzen. Das exzellente Noisegate erledigt den Rest und lässt nervige Störgeräusche der Vergangenheit angehören. Dabei ist die flexible Einstellmöglichkeit sehr komfortabel und bietet für jeden individuellen Klang eine optimale Lösung. Die Geheimwaffe ist ganz klar das Shred-Filter. Scheint ein Sound zunächst irgendwie nicht richtig satt zu klingen oder wirkt blass und belegt, lohnt es sich zu „shreddern“. Das Filter poliert eigentlich jeden Sound im Handumdrehen auf und sorgt elegant für den letzen Feinschliff.
Über ein paar ähnlich gut gemodelte Spezialeffekte, einen schmucken Federhall oder den ein- oder anderen Amp wie einen AC30 von Vox hätte ich mich schon gefreut, aber stattdessen setzt Brainworx ausschließlich auf ein Delay-Modul, das allerdings kaum wünsche übrig lässt und auch Reverb-Effekte zulässt. Dabei freue ich mich über die vielseitige und praxisnahe Möglichkeit, Änderungen der Delay-Time vorzunehmen (Tab, Sync, numerische Eingabe, Verdoppelungs- und Halbierungs-Button). Aber am schicksten ist der Lo-Fi-Regler, der mir besonders bei cleanen Sounds ans Herz wächst und sehr vintagemäßige Klangnuancen zulässt.
Bleibt abschließend noch zu erwähnen, dass sowohl die Undo- und Redo-Funktion als auch die vier Settings-Slots (A-D) in der Praxis überaus hilfreich sind. Per Copy-and-Paste-Befehl können die Parametereinstellungen auf die vier Plätze kopiert und nach Herzenslust Veränderungen vorgenommen werden. Auf diesem Weg habe ich schnell ein in sich stimmiges, vierkanaliges Setup mit einem cleanen Sound (A), einem angezerrten Blues-Klang (B), einem rockigen Rhythmus-Brett und einer singenden Solo-Fräse (D) eingestellt. Mit dem bx_rockrack kommt man eben einfach schnell auf den Punkt.

Fazit

Unterm Strich hält das bx-rockrack was der Hersteller verspricht: Es klingt sehr gut und bietet eine Handvoll erlesener Basis-Sounds, die aufgrund ihrer Authentizität, Griffigkeit und ihres Detailreichtums gerade für den Rock-Bereich ihresgleichen suchen. Dabei ist das Plug-in eben nicht überfrachtet mit überflüssigem Schnickschnack, sondern zeigt sich als gut durchdachtes, schnörkelloses Profiwerkzeug.
 

Die Aufnahmeketten des bx-rockrack


Bei allen gelungenen Simulationen ist zunächst ein exzellentes Original vonnöten, das in einem aufwendigen Emulationsprozess auf digitaler Ebene nachgebildet wird. Stimmt die Basis nicht oder haben die Entwickler kein gutes Händchen für einen gelungenen Sound, hilft die beste Programmierung am Ende reichlich wenig. Das weiß Dirk Ulrich, Geschäftsführer der Brainworx Music & Media GmbH, nur zu gut. Genauso gut weiß er aber eben aus zahlreichen eigenen Produktionen (unter anderem Dream Theater, Jennifer Batten, TM Stevens oder Pink), wie ein optimaler Gitarrensound zu klingen hat und vor allem, wie und mit welchem Audio-Gerät man ihn am besten aufnimmt. Dementsprechend entsteht der eine Teil der Original-Aufnahmen für das bx-rockrack-Plug-in im Brainworx-Studio in Langenfeld zwischen Köln und Düsseldorf. Ulrich verwendet für seine Aufnahmen drei Unterschiedliche Amps für insgesamt fünf Grundsounds (Clean Marshall JCM800, Lead Marshall JCM800, Clean Engl 530, Lead Engl 530 und MesaBoogie Rectoverb). Dabei standen seine drei Lieblings-Cabinets (Marshall 1960TV, Mesa Boogie 4×12 und Orange 2×12) zur Verfügung. Vor die Boxen klemmt der Sound-Experte ein altes Neumann CMV-563 Röhrenmikrofon, das über einen Telefunken/TAB V76 Vorverstärker läuft. Schlussendlich wird das Signal durch die Equalizer seines Neve VXS-Pults veredelt.

Mindestens genauso weit reicht die Expertise des amerikanischen Producers Ben Grosse, der für seinen einzigartigen Metal- und Hardrock-Sound bekannt ist. Auf seiner Credit-Liste stehen Künstler wie Marilyn Manson, Seven Dust, 30 Seconds to Mars oder die Red Hot Chilli Peppers mit denen er in seinem Studio „The Mix Room“ in Burbank, Kalifornien, bereits zusammengearbeitet hat. Grosse hat Ulrich für weitere Originalsounds mit etwas anderem Equipment angeheuert, die in einer zweiten Session in den USA aufgenommen werden. Neben einer Diezel 4×12-Box und einem Royer-R121 Bändchenmikrofon kommen hier originale AMS Neve 1073-Module mit Equalizer und das SSL9000k-Pult zum Einsatz. Aufnahmen mit dem Shure SM57 durften natürlich in beiden Recording-Chain-Szenarien nicht fehlen.

Bei der Plug-in-Entwicklung war es dann, laut Ulrich, am Ende entscheidend, solange an den digitalen Parametern zu drehen, bis es keine klanglichen Unterschiede mehr zwischen Original (aufgenommenen Gitarrensounds) und programmierter Simulation gab.

Erschienen in Ausgabe 10/2012

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 174 € (219$)
Bewertung: gut – sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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