Dynamik-Power, dreifach konzentriert

Das Unternehmen Slate Digital will mit seinem jüngsten Streich, den Virtual Buss Compressors, die Sounddesign-Qualitäten von Dynamik-Prozessoren in den Mittelpunkt rücken. Drei gleichsam klanglich wie auch regeltechnisch herausragende Hardware-Klassiker dienten dazu als Vorlage. Im Test lesen Sie, was das Plug-in taugt und worin es sich von den Mitbewerbern unterscheidet. 

Von Georg Berger 

Steven Slate ist ohne Zweifel ein sehr umtriebiger Unternehmer. Er unterhält nicht nur ein Tonstudio, sondern tut sich auch seit einigen Jahren als Hersteller von Drum-Librarys sowie von Tonstudio-Soft- und Hardware hervor. Unter dem Label Slate Digital firmiert dabei die Software-Sparte des eigentlich hauptamtlichen Ton-Ingenieurs, der sich aus Mangel an adäquaten Gerätschaften seinerzeit selbst ans Werk machte, um die Prozessoren zu entwickeln, die ihm bislang fehlten. Unterstützung erhält Steven Slate dabei von Fabrice Gabriel, der als Chef-Programmierer quasi für die Seele der virtuellen Prozessoren verantwortlich zeichnet und maßgeblich am Erfolg der Software-Sparte beteiligt ist. 
Mit den Virtual Buss Compressors (VBC) verließ vor kurzem ein nagelneues Plug-in die Software-Schmiede, die nach dem Willen von Slate und Gabriel speziell die klangfärbenden Aspekte von Kompressoren ins Zentrum rückt. Gleich drei einzeln ladbare Plug-ins wurden dabei akribisch nach dezidierten Hardware-Klassikern programmiert. So findet sich unter der Bezeichnung FG-Grey – das FG steht für Fabrice Gabriel – die Emulation des allseits bekannten und beliebten Bus-Kompressors aus der SSL 4000er-Konsolen-Serie und mit dem FG-MU eine Vari-Mu-Emulation, also ein Kompressor, dessen Regelglied aus einer Röhre besteht. Besonderheit: Das MU-Plug-in ist ein Hybrid und vereint die Features gleich mehrerer Hardware-Originale, in dem Fall des legendären Fairchild 670 sowie des Manley Vari-Tube Kompressors. Mit dem FG-Red legt Slate Digital schließlich eine, unseres Wissens nach, Welt-Premiere hin und präsentiert als erstes Unternehmen die Emulation des Red-Kompressors aus der gleichnamigen Highend-Serie von Focusrite, die mittlerweile ebenfalls Kult-Status genießen. Als Bonus gibt’s obendrein noch ein viertes Plug-in, VBC-Rack genannt, das, ähnlich wie die Channelstrip-Plug-ins von Softube, als Container die drei zuvor erwähnten Plug-ins in sich aufnimmt und auf komfortable Weise serielles Komprimieren ermöglicht ohne dabei wertvolle DAW-Inserts verschwenden zu müssen. Sehr schön: Per Drag-and-drop können die drei Prozessoren in der Signalfolge beliebig angeordnet werden. Kostenpunkt: Rund 200 Euro, also knapp 70 Euro pro Kompressor, was in Sachen Preis-Leistung schon einmal sehr gut ist. Allerdings gibt’s die Kompressoren (bislang?) nicht einzeln zu kaufen. Wer sich nur für eines der drei Plug-ins interessiert, muss also auch die anderen mitnehmen.

Anwender die in ihrem Plug-in-Arsenal bereits über einen der mittlerweile schon oft emulierten SSL Summen-Kompressoren sowie die eine oder andere Fairchild und/oder Manley-Emulation verfügen, werden sich mit Sicherheit die Frage stellen, worin sich die Slate-Modelle gegenüber den Mitbewerbern absetzen und ob der Kauf des VBC-Pakets einzig wegen des Red-Kompressors lohnt. Slate Digital gibt die Antwort darauf bereits selbst. Denn laut eigenen Aussagen liefert ihnen der Markt zwar bereits sehr gute virtuelle Nachbildungen klassischer Dynamik-Effekte. Doch in den Augen von Slate und Gabriel kommt in diesen Produkten dabei die klangliche Komponente viel zu kurz. Konkret vermissen die beiden all die klanglichen Artefakte, den Schmutz und die charakteristischen Verzerrungen die durch Übertrager, Röhren, das Kompressions-Konzept und die Interaktion der einzelnen Parameter miteinander hervorgerufen werden. Das hört sich zunächst nach überzogener Kollegen-Schelte und überbemühtem Werbesprech an, denn die Mitbewerber nehmen sich beim Emulieren von Hardware-Vorbildern ebenfalls dieser klanglichen Artefakte an, was ebenso wie bei Slate Digital durch akribisches Analysieren und Ausmessen der Hardware realisiert wird. Ob der Hersteller den Bogen in Sachen Werbesprech ein wenig zu sehr überspannt hat, wird der Hörtest noch zu zeigen haben. Doch wie üblich, betrachten wir als erstes die Ausstattung der Plug-ins. Denn zumindest dort hat der Hersteller einiges geleistet, was es bei den Mitbewerbern in der Form nicht gibt. 
Auffällig: Das Kompressoren-Trio kommt ungeachtet der Tatsache, dass konkrete Hardware-Vorbilder nachempfunden wurden, mit einem individuellen GUI daher, das sich ausnahmslos in vornehmes schwarz hüllt. Die einzigen farblichen Akzente setzen die hinterleuchteten VU-Meter sowie die weiße Skalierung und Beschriftung um die Bedienelemente. Damit folgt der Hersteller stringent seinem eigenen Corporate Design und verzichtet nicht zuletzt auch aus rechtlichen Gründen auf ein akribisches graphisches Reproduzieren der originalen Frontplatten. Das Grey-Plug-in besitzt lediglich eine VU-Anzeige für beide Kanäle, wohingegen das MU- und Red-Modell mit jeweils zwei Anzeigen für den linken und rechten Kanal aufwarten. Dafür besitzt nur das Grey-Plug-in eine LED-Kette, die blitzschnell und verlässlich Auskunft über den Grad der Pegelreduktion gibt. Nächste Gemeinsamkeiten: Die Anzeigen können per Schaltelement zwischen Ein- und Ausgang sowie Pegelreduktion umgeschaltet werden. Ganz modern, verfügt jedes Plug-in über einen Mix-Regler, um die nach wie vor hochgeschätzte parallele Kompression bequem auf Plug-in-Ebene realisieren zu können. Überdies ist jeder Prozessor mit einem einstellbaren Hochpass-Filter im Sidechain ausgestattet, um tieffrequente Anteile, die ursächlich für auftretendes Pumpen sein können, bei Bedarf zu eliminieren. Auffällig: Der stufenlos einstellbare Frequenzbereich beginnt weit unterhalb der Hörschwelle bei sechs Dezibel, so dass die Filterflanke entsprechend weich in den Hörbereich hineinragt.

Das Grey-Plug-in wartet abseits dessen mit den üblichen Parametern zum Einstellen der Kompression auf, wobei Attack und Release, ganz wie in der Vorlage, über Drehschalter den Aufruf fest vorgegebener Zeitkonstanten ermöglicht, inklusive aktivierbarer Auto-Release-Funktion. Ungewöhnlich ist dabei die Einstellung des Threshold-Parameters: Er muss im Uhrzeigersinn gedreht werden, um den Schwellenwert weiter abzusenken. Das ist in den anderen beiden Plug-ins ebenso realisiert und weicht von der Ausstattung der Originale ab. Ebenso ungewöhnlich ist eine aufrufbare Attack-Zeit von 100 Millisekunden, die wir in anderen Emulationen dieses Kompressor-Klassikers vergeblich suchen. Gleiches gilt auch für wählbare Zwischenstufen im Release-Parameter, die auch im Original nicht aufrufbar sind. Eine weitere Besonderheit findet sich quasi unter der Oberfläche des GUI tief im Algorithmus selbst. Dort wurden am Ein- und Ausgang des Plug-ins zusätzlich die virtuellen Nachbildungen von Übertragern britischer Provenienz integriert. Um welche Modelle es sich dabei handelt, gibt der Hersteller jedoch nicht preis. Dafür hält er nicht hinterm Berg über den Sinn und Zweck dieser Maßnahme: Denn ohne Übertrager neigt dieser Kompressor dazu, so Slate und Gabriel, in Extremstellungen den Bassbereich auszudünnen und den Mittenbereich etwas flacher abzubilden, was mit Hilfe dieser Maßnahme schließlich kompensiert werden soll. Dies macht jedenfalls ordentlich Appetit auf den Hörtest. 
Weiter geht’s mit dem FG-Red-Plug-in, das sich zunächst einmal mit den üblichen Parametern zum Einstellen der Kompression vorstellt, inklusive schaltbarer Auto-Release-Funktion, die ein programmabhängiges Rückstellen der Kompression nach Unterschreiten des Thresholds realisiert. Weitere Auffälligkeiten: Anders als im Original verfügt das Red-Plug-in über keine doppelt ausgelegten Parametersätze zum separaten Einstellen beider Stereokanäle. Die schaltbare Limiter-Funktion suchen wir ebenfalls vergebens. Dafür hat Slate Digital ein spezielles Leckerli in Form des Drive-Reglers hinzugefügt. Denn rasch erkannten die Toningenieure seinerzeit, dass der Focusrite-Kompressor je nach Stellung des Make-up-Gain-Reglers zusätzlichen Einfluss auf den Klang nimmt. Transienten treten hörbar knackiger, bissiger hervor und der Sound klingt insgesamt fetter. Ursächlich verantwortlich für diesen Nebeneffekt zeichnen die Ausgangs-Übertrager, die sich alsbald für viele Tontechniker als Geheimwaffe zum Veredeln anliegender Signale empfahlen. Einziger Pferdefuß: Die Verstärkung mittels Make-up-Regler muss angehoben werden, was anschließend ein Nachregulieren der Lautstärke im Kanal erfordert. Mit Hilfe des Drive-Reglers ist dies jetzt auf virtueller Ebene nicht mehr nötig und die nichtlinearen Verzerrungen des Übertragers können jetzt unabhängig von der Stellung des Make-up Gain wohldosiert auf das Signal angewendet werden. Für diesen banalen wie effizienten Kniff, gibt’s einen Extrapunkt in Sachen Praxistauglichkeit.

Das dritte Teil-Plug-in, der FG-MU Kompressor, gibt sich trotz seines individuellen Aussehens hinsichtlich des Frontplatten-Layouts eindeutig am Fairchild 670 ausgerichtet. Hier wie dort nimmt der Input-Regler Einfluss auf die Eingangsverstärkung, Threshold realisiert den Arbeitspunkt an dem der Kompressor einsetzen soll und erwartungsgemäß sorgt das Make-up Gain für die Aufholverstärkung. Dem Manley-Kompressor entlehnt sind hingegen die separat einstellbaren Attack und Release-Parameter, die als Drehschalter ausgelegt sind und ebenso wie im FG-Grey fest eingestellte Werte aufrufen. Erwartungsgemäß fehlt ein Ratio-Regler, der jedoch überflüssig ist, denn die Kennlinie wird bauartbedingt durch die Röhre und in Abhängigkeit zum Input und Threshold dynamisch reguliert (siehe auch den Test zum ModeMachines Faircomp 670 in Heft 7/2013).  Ein Link-Schalter erlaubt ein gemeinsames Regulieren der doppelt ausgelegten Bedienelemente für den Stereo-Betrieb und ein weiterer Schalter gestattet das Umschalten vom Stereo- in den Mitte-Seite-Betrieb. Wie eingangs erwähnt ist der FG-MU jedoch kein reinrassiger Nachbau des Fairchild, sondern eine Kombination aus Fairchild und Manley Vari-Mu Compressor. Der Hersteller schweigt sich jedoch dazu aus, welche Komponenten dieser beiden Dynamik-Boliden Einzug in die Emulation gefunden haben. Wer aber schon einmal ein Fairchild-Plug-in bedient hat, wird ohne Unterbrechung auch mit dem FG-MU zurechtkommen. Abseits der visuellen Darstellung geben sich sämtliche Teil-Prozessoren des VBC-Pakets trotz eindeutiger Vorlagen-Herkunft somit individuell ausgestattet und sogar modifiziert. Mehr noch wird die Nachbildung konkreter Hardware-Vorlagen neu interpretiert, was sie vom Gros der Mitbewerber markant absetzt. Die eingangs erwähnten Skeptiker dürften in dieser Hinsicht also genügend Gegenargumente erhalten haben, um zumindest das Demo mit ihren eigenen SSL- und Fairchild-Plug-ins gegenzuchecken. Oder aber Sie vertrauen ganz einfach auf unser Urteil.

Im Hör- und Praxistest wissen sich alle drei Kompressoren und auch das VBC-Rack eindrucksvoll in Szene zu setzen. Auffällig ist ein durch die Bank existierender, edler Grundsound, der selbst in Extremstellungen aller drei Prozessoren immer noch fein aufgelöst, luftig und voluminös daherkommt. Dies wird gerade im Vergleich zu den Mitbewerbern bei den SSL und Fairchild-Emulationen deutlich. Selbst in den Stellungen, in denen sich auch die Slate-Prozessoren durch Pumpen, Verzerrungen und Klangänderungen bemerkbar machen, klingen die Ergebnisse immer eine Spur feiner und auch gefälliger. Auffällig sind auch die überaus hohen Kraft-Reserven mit denen jeder Kompressor ausgestattet ist. Alleine das dürfte für diejenigen von Interesse sein, die in ihren Plug-ins das letzte Quäntchen Kompressions-Power vermissen. Daneben punkten die einzelnen Plug-ins selbstverständlich mit ihren individuellen klanglichen und regeltechnischen Eigenheiten. Doch zu Anfang stellen wir die klanglichen Nebeneffekte der Emulationen auf die Probe, wobei wir die Signale ohne jede weitere Dynamikbearbeitung durch die Plug-ins leiten. Schließlich ist es Slate Digital ein besonderes Anliegen, diese klanglichen Ausprägungen deutlicher hörbar als bei den Mitbewerbern zu machen. Wir werden folglich auch nicht enttäuscht. So ist der FG-Grey Kompressor ohne jedes weitere Zutun in der Lage eingespeiste Signale hörbar frischer, luftiger und vordergründiger klingen zu lassen. Der Eindruck entsteht, als ob im Hintergrund ein Equalizer und/oder ein Exciter am Werk ist. Das haben wir in dem Ausmaß tatsächlich bei den Mitbewerbern so nicht gehört, sei es das Pendant aus dem Duende Native Studio Bundle, der zuletzt in Heft 7/2013 getestete Buscomp von IK Multimedia, das Solid Bus Comp Plug-in von Native Instruments oder auch das Äquivalent von Universal Audio, welches noch am nächsten zum FG-Grey aufschließen kann. Selbst die Plug-ins der SSL 4000 Collection von Waves mit ihrer schaltbaren Analog-Funktion liefern dies höchstens nur in homöopathischen Dosen, was wir seinerzeit im Test bereits bemängelten. Das FG-Red Plug-in empfiehlt sich ohne weiteres Zutun als transparent klingender, unauffälliger Zeitgenosse. Der FG-MU Kompressor folgt wiederum den Pfaden des Grey-Plug-ins. Auch dort hören wir in Neutralstellung, wie sich fast magisch der Bassbereich kompakter aufstellt und die Mitten und Höhen deutlich frischer und präsenter herausschälen. Durch Anheben des Input-Reglers können wir schließlich die typischen harmonischen Verzerrungen weiter herauskitzeln, bis hin zu hörbaren Verzerrungen, die jedoch angenehm weich und im Verhältnis zum anliegenden Signal eher im Hintergrund stattfinden. Im direkten Vergleich kommt wiederum das Pendant von Universal Audio diesem Klang am nächsten, wenngleich nicht ganz so stark ausgeprägt. 
Zusammen mit dem individuellen Regelverhalten jedes einzelnen Plug-ins hält Slate Digital tatsächlich Wort und präsentiert drei Dynamik-Prozessoren, die förmlich darum betteln, als Sounddesign-Instrumente eingesetzt zu werden. Das FG-Grey-Plug-in gibt sich in Sachen Regelverhalten unverkennbar als SSL-Summen-Kompressor zu erkennen. Anliegende Signale werden erwartungsgemäß auf die typische Art verdichtet, wobei sich Subgruppen und Mixe wie von Zauberhand anschließend aus einem Guß präsentieren. Die virtuelle Übertrager-Modifikation kommt dabei gerade in Extremstellungen deutlich zum Tragen. Bei vergleichbaren Einstellungen liefert der FG-Grey stets das kraftvollere Ergebnis und wie versprochen, klingt der Bassbereich ungleich voluminöser und knackiger, einhergehend mit etwas aufgeräumteren Mitten. Damit setzt sich das Plug-in als klangliche Alternative von den Mitbewerbern eindrucksvoll ab. 
Das FG Red-Plug-in steht dem in nichts nach, ganz im Gegenteil. Im Hörtest entpuppt sich dieser Kompressor vom Fleck weg als das farbenprächtigste Sounddesign-Werkzeug. Ganz gleich welchen Parameter wir nur leicht ändern – Attack, Release, Threshold, Ratio – , wir erhalten immer wieder neue ansprechende Ergebnisse, die schließlich in die Qual der Wahl einmünden. Abseits dessen besticht der FG-Red mit seiner eigentümlichen, fast schon unnachahmlichen Art Transienten aus dem Signal herauszuschälen. Mehr noch knallen diese Signalanteile mit einer Wucht aus den Monitoren, die wir in der Art bei keinem bislang von uns getesteten Kompressor(-Plug-in) gehört haben. Gleichzeitig erhöht sich auch der Punch und verwandelt eine vormals eher schlapp klingende Drum-Subgruppe in ein knalliges Heavy Metal-Kit. Doch das ist ja erst der Anfang. Mit Hilfe des Drive-Reglers lässt sich dieser Punch, die Bissigkeit und auch die Transienten noch weiter verstärken. Im Test ist das bei voll aufgerissenem Drive-Regler schon bedeutend zu viel. Ähnlich wie bei einem Bass-Boost schießen die Pegel auf einmal durch die Decke und machen die zuvor erstellten Einstellungen zunichte. Moderat eingesetzt – höchstens bis hinauf auf die Ein-Uhr-Position – kitzeln wir eine kleine Portion zusätzlichen Glanz auf die Transienten, einhergehend mit etwas voluminöseren Bässen. Im Test entpuppt sich die Drive-Funktion rasch als Geheimwaffe beim Komprimieren von Subgruppen, wenn es darum geht, die Signale trotz ausreichender Kompression aus dem Mix strahlen zu lassen. Ein besonderes Lob verdient auch die schaltbare Auto-Release-Funktion, die im Vergleich zu ähnlichen Features in anderen Regelverstärkern merkbar unauffälliger und musikalisch hervorragend einsetzbar ist. Im Vergleich zu den beiden anderen Plug-ins, soviel sei schon verraten, stellt sich für uns der FG-Red ohne Zweifel als Kronjuwel des VBC-Pakets dar. Doch auch das dritte Plug-in im Bunde, der FG-MU, wartet mit besonderen Qualitäten auf. Im Vergleich zu reinrassigen Fairchild-Emulationen wartet das FG-MU-Plug-in mit den gleichen musikalisch klingenden Ergebnissen auf, die je nach Einstellung mal weich und unauffällig, das andere Mal kraftvoll, aber trotzdem organisch daherkommen. Beim Aufdrehen des Input-Reglers, der sich rasch als wahre Sounddesign-Waffe entpuppt, setzt sich der FG-MU klanglich und regeltechnisch sogleich von den Fairchild Varianten ab. Je nach Stellung der Zeit-Parameter schälen sich mit einem Mal Transienten deutlich hörbar raus, die wir mit Hilfe von Attack und Release feinjustieren. Letztgenannte Parameter sind dabei eindeutig vom Manley-Kompressor entlehnt und geben uns neue flexible Möglichkeiten zum Ausgestalten des Sounds. Somit verbindet sich das Beste vom Fairchild und Manley-Kompressor im FG-MU. Das Arsenal an möglichen Klangfarben erweitert sich schließlich beim Aufruf des VBC Rack Plug-ins. Wie empfohlen nutzen wir ausschließlich die Röhren-Emulation des FG-MU und arbeiten mit dem FG-Red, der somit ein ordentliches Schippchen Röhren-Sound erhält, wobei kraftvolles Transienten-Spiel mit einem angenehm röhrigen Grundsound angereichert wird. 

Fazit

Slate Digital ist mit den Virtual Buss Compressors nicht nur ein exzellent klingendes Plug-in mit Highend-Sound gelungen. Die Umsetzung klassischer Kompressor-Legenden, die auf eigene Art interpretiert und praxisgerecht erweitert wurden, sticht aus dem Gros an vergleichbaren Emulationen individuell hervor. Dabei ist es dem Hersteller tatsächlich hervorragend gelungen, die Sounddesign-Qualitäten von Regelverstärkern auf eindrucksvolle Weise auf die virtuelle Ebene zu hieven, wobei sich der FG-Red besonders eindrucksvoll in Szene setzt. Wer immer noch auf der Suche nach Kompressoren mit Charakter ist, sollte sich in jedem Falle mit den Virtual Buss Compressors auseinandersetzen.

Erschienen in Ausgabe 09/2013

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 208 €
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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