Goldenes Doppel

Als jüngsten Streich ihrer erfolgreichen API 500-Serie schickt Fredenstein gleich zwei vielversprechende Rackmodule ins Rennen. Im Doppelgespann verheißen der Röhren-Preamp F609 und der transistorbefeuerte HD MicPre das Beste aus zwei Klangwelten. Was das goldene Team alles in petto hat, haben wir für Sie herausgefunden.

Von Johannes Dicke

Zweimal Fredenstein, bitte!

Dass der Pro-Audio-Hersteller Fredenstein für erstklassige Produkte mit herausragendem Sound steht, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Das Joint-Venture der beiden deutschen Audiospezialisten Fred „Fredenstein“ Schuckert und Jürgen „Mühlenstein“ Meyer hat in den letzten Jahren bereits außergewöhnliche Geräte hervorgebracht, die nicht nur über durchdachte Konzepte, sondern auch stets mit dem gewissen Etwas überzeugen. So sorgten an allererster Stelle der hauseigene Fairchild 660 Nachbau F660 (siehe Test in Heft 5/2014) und der Röhrenvorverstärker F676 (siehe Test in Heft 2/2014) die mit Spitzenklang und/oder ausgefallenem Bedienkonzept via cleverem Digitaldisplay für Furore sorgten. Sodann folgten weitere, vielseitige Produkte, wie die pfiffig-kompakte V.A.S.-Serie im Desktopformat und nicht zuletzt auch eine hauseigene API 500-Linie. Deren mittlerweile mannigfaltiges Rackarsenal wird mit den beiden neuen Mikrofonvorverstärkern HD MicPre und F609 nun auf stolze zwölf Module erweitert. Eine echte Premiere ist dabei zuallererst der F609, mit dem die Fredensteiner ihren ersten Vollröhren-Preamp im Kompaktformat präsentieren. Der zweite im Bunde HD MicPre verspricht im Anschluss schließlich nichts anderes, als eine transistorisierte Revolution. Er wartet mit einer neuartigen Class-A Schaltung auf, die so manche Klangvorteile verheißt. Revolutionär: Ein ausgeklügeltes System von 58 Transistoren sorgt dafür, dass die Verstärkungsarbeit sorgfältig sozusagen auf gleich viele Schultern verteilt wird. Die signaltechnischen Resultate sollen indes ein schnurlinearer Frequenzgang sowie eine fantastisch hohe Impulstreue sein. Den Entwicklern zufolge verwendet aktuell nur noch ein weiteres Gerät eine halbwegs vergleichbare Schaltungstechnologie, nämlich der – übrigens weitaus teurere – Model 5 von Gordon Instruments (Test in Heft 4/2014). A propos Preis: Für den HD MicPre werden gerade einmal rund 450 Euro fällig und der F609 schlägt mit knapp 650 Euro für ein echtes Vollröhrengerät ebenfalls verhältnismäßig günstig zu Buche. Hauptverantwortlich dafür ist die praktische API 500 Bauweise, für die sich die Fredensteiner eben genau wegen günstigster Kosten bewusst entschieden haben, wie uns Fred „Fredenstein“ Schuckert verrät.

Die Kraft der zwei Röhren

Zuallererst möchten wir genauer wissen, was alles in bautechnischer Hinsicht in unseren Kandidaten steckt, bevor wir uns schließlich dem klanglichen Eingemachten widmen können. Den Anfang macht der F609, der auf seiner goldenen Frontplatte in Sachen Bedienelemente allerhand zu bieten hat. Zwei stufenlose Drehpotis regeln die Befeuerung von Ein- und Ausgangsröhren. Per Gain-Poti lässt sich zunächst die Eingangsstufe einpegeln, die einen Regelbereich von 50 Dezibel umfasst. Anschließend bietet der Output-Regler seinerseits nochmals weitere 20 Dezibel Verstärkungspotential on top. Sind eingehende Signale selbst bei heruntergedrehten Verstärker-Potis zu laut, lässt sich mithilfe einer -20 Dezibel Pad-Vordämpfung Abhilfe schaffen. Der Ausgangspegel lässt sich schließlich über ein beleuchtetes VU-Meter ablesen, das von -20 bis +6 Dezibel Auskunft über jegliche Pegelspitzen gibt. Geraten diese allzu heftig, tritt zudem eine rote Clip-LED in Aktion, um vor wahrhaftiger Übersteuerung zu warnen. Als obligatorische Zusatzfunktionen stehen zu guter Letzt Kippschalter für Phasendrehung, Phantomspeisung, ein wahlweise unterhalb von 50 oder 100 Hertz eingreifendes Lowcut Filter sowie ein frontseitiger DI-Eingang für elektrische Instrumente zur Verfügung. Als besonderes Schmankerl wurde außerdem eine ökologisch wie ökonomisch sinnvolle Standby-Funktion eingebaut. Grüner Daumen hoch dafür: Wird der Preamp nämlich bei eingeschaltetem 500er Rack längere Zeit nicht gebraucht, lassen sich damit Röhrenheizung, Hochspannungsversorgung und VU-Meter-Beleuchtung ausschalten. Am Ende schont das nicht nur die Röhren, sondern ist zudem auch noch energiesparend. Der anschließende Blick auf die Steckplatine zeigt den F609 wie bereits angeklungen als wahrhaftigen vollröhrigen Vertreter seiner Gattung, und zwar mit gleich zwei Doppel-Trioden. Der Clou: Im Fredenstein´schen Schaltungsdesign übernimmt zunächst eine ECC803S die Eingangsverstärkung. Damit bei der nachfolgenden Ausgangsverstärkung abermals die erforderliche Leistung per Röhrenbefeuerung zur Verfügung gestellt werden kann, wurde in der Ausgangsstufe als zweites eine ECC802S verbaut. Unter anderem dieser Typ ist in der Lage die notwendigen, hohen Ströme zu liefern, was in vielen anderen Tube-Mic-Preamps hingegen lediglich von einer Transistorschaltung übernommen wird. Demgegenüber hat ein vollwertiges Röhren-Design zwar einen höheren Preis, bietet jedoch auch nochmals bessere, obertönige Klangaussichten. Unterstützt werden diese nochmals von einem Eingangsübertrager der renommierten Firma CineMag und einem Ausgangstrafo von Edcor, beide made in USA.

High Definition

Nachdem uns bereits die vollröhrige Bestückung des F609 inklusive klassischer Übertrager bereits ordentlich das Wasser im Mund hat zusammen laufen lassen, macht uns der transistorisierte HD MicPre zunächst mit ähnlichen Funktionen seine Aufwartung. Genau wie bei seinem röhrigen Bruder sind abermals die obligatorischen Funktionen Phantom Power, -20 Dezibel Vordämpfung, Phasendrehung und DI-Eingang mit an Bord sowie ein diesmal einzig unterhalb von 60 Hertz arbeitendes Lowcut-Filter. Zudem lässt sich der Eingangswiderstand per Low-Z Button zwischen 1 und 200 Kilo-Ohm umschalten. Abermals laden zwei Gain-Potis zum Herumschrauben ein, welche allerdings dieses Mal gerastet und in Form derselben wertigen Bauteile, wie die der V.A.S. Serie (siehe Heft 1/2015) ausgeführt sind. Zudem sind beide Regler, anders als beim röhrigen Geschwister, einzig und allein für die Justage des Ausgangspegels zuständig. Je nachdem, wie viel Verstärkung dabei benötigt wird, tritt zunächst von 23 bis 40 Dezibel der erste und von 43 bis 64 Dezibel der zweite Teil der Verstärkerschaltung in Aktion. Wie bereits eingangs erwähnt, liegt dabei der Clou im ausgeklügelten Schaltungs-Design made by Fredenstein: Die gewünschte Verstärkungsleistung wird nämlich auf sage und schreibe 58 Transistoren verteilt, von denen 32 die eingangsseitige und 22 die ausgangsseitige Verstärkung häppchchenweise übernehmen. Durch diese revolutionäre Art der Signalverarbeitung wird ein überragend linearer Frequenzgang bis hinauf zu schwindelerregenden 700 Kilohertz versprochen. Für den Hörbereich bedeutet das laut Beschreibung nicht nur eine ausgewogene Signalübertragung, sondern zudem auch überragende Impulstreue. So soll die Schaltung einen Pegelanstieg von satten 30 Volt pro Mikrosekunde bewältigen können, wodurch auch allerschnellste Transientenverläufe minutiös und naturgetreu an die angeschlossene Peripherie weitergegeben werden.

Präzisionsarbeit

Angesichts solch verheißungsvoller Leistungsangaben wollen wir es selbstverständlich ganz genau wissen und begeben uns nach dem bedien- und schaltungstechnischen Check ins Professional audio Messlabor. Dort offenbart uns zuallererst der HD MicPre, dass in Sachen innere Werte beileibe nicht zu viel versprochen wurde, was vor allem von der Frequenzgangmessung eindrucksvoll untermauert wird. Wer übrigens in diesem Zusammenhang meint, dass es logischerweise keine geraden Kurven gebe, wird an dieser Stelle eines Besseren belehrt. Wie mit einem Lineal gezogen verläuft die blau eingefärbte Kurve des HD-Frequenzgangs komplett gerade sogar bis weit über den Hörbereich hinaus. Der zweite rote Kurvenverlauf zeigt indes bei eingeschaltetem Lowcut-Filter dieselbe Linearität bis nach unten zu 60 Hertz, wo ein dezenter Abfall mit einer Steilheit von lediglich drei Dezibeln einsetzt. Wie beim vollständig linearen Frequenzverlauf fallen auch in Sachen Pegelreserven und Signalrauschabstand die Messergebnisse entsprechend spitzenmäßig aus. Ein maximaler Headroom von knapp 60 sowie ein fabelhafter Noisefloor unterhalb -90 Dezibel und der mit 86 dB gemessene Fremdspannungsabstand weisen unseren ersten Testkandidaten als mustergültigen High Definition-Saubermann aus. In eine andere Richtung geht’s im Anschluß mit dem zweiten im Bunde, dem F609, der sich in allen Belangen vollröhrend erweist. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger zeichnen ihn Anhebungen im Bassbereich und in den Höhen als typischen Klangfärber aus, was sich auch in den THD-Werten von durchschnittlich -63 Dezibeln widerspiegelt. Das FFT-Spektrum zeugt indes mit ausgeprägten Harmonischen bei 500 Hertz, sowie zwei und drei Kilohertz von entsprechend röhrigem Obertonpotential.

HD MicPre

Nachdem uns bereits bei den Messergebnissen ordentlich das Wasser im Mund zusammengelaufen ist, wollen wir uns davon nun auch in der Realität unseres Teststudios überzeugen. Den Anfang macht der HD MicPre, der dazu mit der Stimme eines männlichen Vokalisten beschickt wird. Als geeignetes Mikro haben wir in weiser Voraussicht ein Brauner Phantom AE ausgesucht, das ebenso wie unser Test-Kandidat für sein herausragendes Impulsverhalten bekannt ist und uns daher als idealer Lieferant von Stimmtransienten erscheint. Gleich bei den ersten Takes werden unsere Erwartungen dann auch nicht enttäuscht, sondern sogar noch übertroffen. Von der spürbar schnellen Ansprechzeit des Preamps sowie der resultierenden, phantastischen Natürlichkeit und Transparenz sind wir einfach nur entzückt. Insgesamt klingt die Stimme vollmundig und so plastisch-echt, wie das Signal vom jeweiligen Mikrofon aufgefangen wird. Kurzum: Näher dran geht nicht – High Definition eben. Die Zusatzfunktionen Phasendrehung und Pad arbeiten indes auch ohne hörbare Klangverluste. Auch das Umschalten der Eingangsimpedanz via Low Z Button, was oftmals eine zusätzliche Klangformungsoption sein kann, bringt abgesehen von der obligatorischen Pegelabschwächung abermals keinen merklichen Klangunterschied mit sich. In dieses Bild passt ebenfalls das unterhalb von 60 Hertz eingreifende Lowcut-Filter, welches merklich dezent und vielmehr, wie in Lowshelf-Charakteristik ausgeführt zu Werke geht. Einzig durch heißeres Anfahren der Transistorschaltung und Erreichen oberer Gain-Regionen setzt eine leichte, angenehm obertönige Signalfärbung ein. Im Falle des ausgangsstarken Phantom AE stellt sich eine solche behutsam ab der 43-Dezibel-Marke des unteren Gain-Potis ein. Spätestens beim Umschalten auf 49 und 52 Dezibel kommen dann zusätzlich deutliche, transistortypische Oberwellen ins Spiel, die jedoch insbesondere bei weiterer Gain-Erhöhung rasch in unangenehme Verzerrungen umschlagen. Zur Beurteilung jener „Schmerzgrenze“ steht unseren Ohren über die achtstufige LED-Pegelanzeige auch eine visuelle Kontrollinstanz zur Verfügung. Dort kennzeichnet im Falle unseres Brauner-Mics die Zehn-Dezibel-LED den Bereich, ab welchem allzu inharmonische Klangartefakte auftreten. Vorsicht ist zudem auch bei der Einstellung der Gain-Potis geboten, wobei es last, but not least noch ein wichtiges Detail zu beachten gilt: Erst, wenn der obere Regler die mit Link betitelte Maximalposition bei fünf Uhr erreicht hat, werden auch Bewegungen seines unteren Pendants wirksam. Genau an dieser Stelle gilt es nun aufzupassen, denn wenn beim Erreichen besagter Link-Position das untere Poti ebenfalls bereits aufgedreht ist, droht ein mehr oder weniger heftiger Pegelsprung. Jenseits dieser Klippe offenbart der HD MicPre jedoch abermals „plenty of gain“ und damit weitere 21 Dezibel Verstärkungsleistung. Das wiederum stellt gerade für allzu leise Signale, wie beispielsweise bei alten Bändchen-Mikros nochmal ordentlich extra Power zur Verfügung.

F609

Nach unserem beeindruckenden Erstkontakt mit dem HD MicPre verbinden wir unser Gesangsmikrofon nun mit dem Anschluß des F609, der uns ebenfalls gleich beim ersten Aufdrehen seine Qualitäten offenbart. Er liefert im Gegensatz zu seinem transistorisierten Bruder ein standesgemäß weicher gezeichnetes Klangbild, mit ein wenig mehr Wärme unten herum und obertonreichen Höhen, ganz so, wie bereits von der vorangegangenen Frequenzgangkurve vorausgesagt. Durch sogenanntes Gain-Staging, was die unterschiedliche Sättigung von Ein- und Ausgangsstufe bezeichnet, lässt sich der Klang bewusst mit Obertönen bis hin zu harmonischen Verzerrungen versehen. Werden maximale Oberwellenanteile ohne hörbar störende Verzerrungen gewünscht, bieten sich mit unserem Brauner Phantom AE zwei Einstelloptionen an: Höchsten Ausgangspegel und eine dunklere Signalfärbung bieten ein Input-Gain von 53 Dezibeln bei voll aufgedrehtem Output-Regler. Ein nahezu genauso obertonreiches, jedoch in Bass und Mitte schlankeres Klangbild lässt sich hingegen mit 60 Dezibel am Input- und -7,5 Dezibel Leistung am Output-Verstärker erreichen. Soll der Sound am Ende nochmals vor allem im Bassbereich verschlankt werden, lässt sich dies entweder durch simples Einschalten einer der beiden Lowcut-Filterstufen, oder aber durch Aktivieren der Phasendrehung erreichen, deren Schaltung einen ganz ähnlichen Nebeneffekt bewirkt.

Der direkte Weg zum guten Ton

Nachdem wir gehört haben, wie unsere beiden Testkandidaten im Vocal-Einsatz klingen, wollen wir uns nicht zuletzt auch von der Qualität der DI-Eingänge überzeugen. Dazu spielt uns ein befreundeter Gitarrist testweise seine Ibanez S470 auf diesem Wege ein. Auch bei dieser Gelegenheit zeigt sich der HD MicPre einfach nur tadellos hochklassig und gibt das DI-Gitarrensignal lupenrein klar sowie nicht zuletzt auch ob der schnellen Ansprache mit schön vollem Punch weiter. Soweit, so schön. Der F609 verbreitet im Anschluß mit seiner bereits beschriebenen, leichten Basswärme, sowie mit angenehmem Höhenbereich abermals standesgemäßes Vintage-Flair. Allerdings fängt die Röhrenschaltung bereits ab einer Eingangs-Einstellung von 55 Dezibel und damit wie schon zuvor erheblich früher an zu zerren, als ihr transistorreicher Bruder. Da jedoch im Reich der Gitarren solcherlei Qualitäten zum guten Ton gehören, drehen wir den Regler nicht etwa zurück, sondern getrost noch weiter auf. Bei weit aufgerissenen Gain-Potis kommt das Klangergebnis schließlich mit cremig-crunchiger Verzerrung daher, was in Ermangelung eines klassischen Gitarren-Amps sogar durchaus so stehen bleiben mag.

Transistorwerk meets Vollröhre

Wer nun aber denkt, dass damit in Sachen Klangformungsoptionen bereits das Ende der Fahnenstange erreicht wäre, der irrt. Jürgen Meyer vom deutschen Vertrieb Millstone höchst selbst hatte uns bereits im Vorfeld den Tipp aus seinem eigenen Studio mit auf den Weg gegeben, dem HD MicPre den F609 zusätzlich auch als Klangfärber nachzuschalten. Dabei eröffnen sich abermals zwei weitere Klangoptionen, nämlich eine dezente und eine wahrhaft brachiale. Zuerst einmal lässt sich der hervorragend impulsgetreue Sound des HD MicPre nochmals mit Obertönen aus dem F609 andicken und damit zusätzlich verschönern, was beispielsweise Vocals ausgesprochen gut zu Gesicht steht. In Verbindung mit dem Phantom AE empfiehlt es sich dazu seitens des HD Preamps eine Verstärkung von 31 Dezibel einzustellen, die vom nachgeschalteten Röhrenvorverstärker eingangs- mit 45 und ausgangsseitig mit -10 Dezibel verarbeitet wird. Dementsprechend bewegt sich die Nadel des VU-Meters nur in den allerhöchsten Pegelspitzen bis zum Anschlag des roten Bereichs, was übrigens aufgrund röhrenbedingtem Soft-Limiting klanglich völlig in Ordnung geht. Auch aus unserer E-Gitarre lässt sich beim gewünscht cleanen Sound abermals das Beste beider Welten herausholen. Genau wie beim zuvor getesteten Stimmklang profitiert auch der DI-Gitarrenklang von spürbarer Obertonverdichtung. In dieser Gestalt bietet er sich nicht nur als klanglich angereichertes Einzelsignal im Mix an, sondern dient auch nachfolgenden Amps als besonders hochwertiges Grundmaterial für noch fettere Rock- und Metal-Sounds. Darüber hinaus bietet unsere Zweierkombination erneut die Möglichkeit, Signale bewusst zu verzerren. Zu diesem Zweck bemühen wir abermals unser Gitarrero, der der Röhrenschaltung des F609 nun via HD MicPre noch einmal ordentlich einheizt. Einzige Voraussetzung: Um das Ausgangssignal des HD MicPre bestmöglich verarbeiten zu können, muss bei einem der beiden die -20 Dezibel Pad-Vordämpfung aktiviert sein. Andernfalls drohen allzu starke Ströme, die von den Röhrenstufen letztlich nicht mehr verarbeitet werden und zu unerwünschten Signalabrissen führen können. Auch an dieser Stelle ist das Experimentieren mit Gain-Staging das Mittel der Wahl, wobei mit unserer Ibanez S470 die Grenze des machbaren am HD MicPre bei 34 Dezibel sowie am F609 mit eingangs 60 und ausgangs -15 Dezibel Verstärkung erreicht ist. Das Klangergebnis hört sich nun nochmal eine Stufe fetter und böser an, als mit dem F609 alleine. Zum Abschluß dazu noch ein Tipp: Für bestklingendste Ergebnisse empfiehlt es sich insbesondere bei hohen Gain-Einstellungen auf den weniger bassigen Bridge-Humbucker umzuschalten. Dieser, wie in unserem Fall ein nachgerüsteter Seymour Duncan SH-4, liefert am Ende ein klareres Ergebnis.

Fazit

Der HD MicPre als transiententreuer „Wire with gain“-Vorverstärker und der F609 als vollröhriger Vintage-Obertonlieferant liefern das Beste aus zwei Welten im API 500-Format. Nicht nur im Einzeleinsatz, sondern auch als Zweier-Team sorgen die Fredensteiner für intensive, lebendige Signalübertragung und das bei bestmöglicher Preisleistung.

Erschienen in Ausgabe 7/2015

Preisklasse: Spitzenklasse
Preis: 629
Bewertung: sehr gut
Preis/Leistung: sehr gut

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