Test: PCM/DSD-Master Recorder Tascam DA-3000

Mit dem DA-3000 hat Tascam den Universalerben des Profi-Masterrecorders DV-RA1000HD am Start. Ob er den erfolgreichen Vorgänger sogar noch übertreffen kann?

Von Harald Wittig

Mit den Modellen DV-RA1000 und DV-RA1000HD hatte Tascam, dessen (Master-)Recorder schon immer einen hervorragenden Ruf genossen haben, 2006 beziehungsweise 2007 echte Profirecorder für hochauflösende Stereo-Aufnahmen im PCM- oder alternativ im DSD-Format auf CD, DVD oder – im Falle des DV-RA1000HD – die eingebaute 57 GB-Festplatte vorgestellt. In der Digital-Welt sind sieben Jahre eine halbe Ewigkeit und so ist der DV-RA1000HD, in gewisser Weise, obwohl immer noch vielerorts und häufig im Einsatz, ein wenig in die Jahre gekommen. Tascam hat sich deswegen entschlossen, mit dem DA-3000 einen, im übertragenen Sinne, schwergewichtigen Nachfolger zu konzipieren und den DV-RA1000HD aus dem Programm zu nehmen. Mit dem DA-3000 macht Tascam auch gleich preislich eine Kampfansage: Den Neuen gibt es für rund 1.200 Euro, während für den Vorgänger seinerzeit fette 2.700 Euro anzulegen waren – und die Restbestände im Handel sind nur unwesentlich günstiger zu bekommen. Na, da wollen wir doch mal sehen, ob der DA-3000 auf dem Niveau des sehr guten Vorgängers aufnimmt/aufspielt und sich am Ende auch noch als Preis-Leistungs-Wunder herausstellt.

Aber Gemach und sich erst mal ganz langsam dem DA-3000 angenähert. Der Recorder ist ein typisches 19 Zoll-Gerät, das gerade mal eine Rack-Höheneinheit misst und in Beschlag nimmt. Dass der DA-3000 im Vergleich zum DV-RA1000HD nur halb so hoch ist, liegt am bewussten Verzicht auf CD-DVD-Laufwerk und –Brenner sowie die Festplatte. Der DA-3000 nutzt als Aufzeichnungsmedien wahlweise SD-, SDHC- und CF-Karten bis maximal 32 (SDHC) oder 64 Gigabyte (CF) Größe. 2007 waren bezahlbare Wechseldatenträger, namentlich CF- und SD-Karten sowie USB-Sticks mit Speicherplatz im hohen zweistelligen Bereich noch ferne Zukunftsmusik. Heute gibt es sehr gute, also schnelle 16 GB-SDHC-Karten beispielsweise vom Spezialisten SanDisk für unter 25 Euro. Speicherplatz ist sehr kostengünstig geworden und zumindest Marken-Speicherkarten sind sehr zuverlässig, weswegen es keinen Grund gibt, Tascams Entscheidung anzuzweifeln. Zumal dies dem Endverbraucher in zweifacher Hinsicht zugute kommt: Der Hersteller hat sinnvoll Kosten eingespart, sodass er den Recorder günstiger anbieten kann; da im DA-3000 keine Laufwerke mit Verschleißpotential werkeln, hat er zumindest theoretisch gute Karten, seinem Eigentümer oder Besitzer lange zu dienen und Freude zu machen. Auch der Wegfall eines CD-Brenners wiegt unseres Erachtens nicht allzu schwer, da heute hochauflösende Premaster leichterdings genau so gut auf USB-Sticks angeliefert oder über Netzwerke verschickt werden können. Wer dennoch berufsbedingt weiter CDs brennen muss, investiert ohnehin in einen Profi-Brenner. Der engagierte Amateur kann mit dem Rechner und einer guten Brennsoftware wie HOFA CD-Burn & DDP (Test in Ausgabe 12/2012) sehr zufriedenstellend arbeiten.
Wir haben den DA-3000 sowohl mit CF- als auch SDHC-Karten verschiedener Hersteller – SanDisk, Panasonic, Kensington – und Kapazitäten bis 32 GB getestet und keinerlei Probleme beim Aufzeichnen und Abspielen von Dateien gehabt. Auch das Abspielen der Aufnahmen via Player Software und Rechner – Windows 7 PC und iMac mit Maverick – läuft geschmeidig. Im Grunde ist der DA-3000 insoweit ebenso zuverlässig und unkompliziert wie die von uns sehr geschätzten Mobil-Recorder von Tascam.

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